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6. Mai 16.00 Uhr: Vom Korn zum Pixel - Wie entsteht ein Animationsfilm?

Sebastian Weinmann

Früher bestand der Film aus Körnern — heute gibt es weder Film noch Körner, sondern seltsame Pixel. Früher waren alle Filme stumm — heute sind sie es wieder!
Die Vorlesung soll Einblick in die Geschichte der Kinowelt geben und zeigen, wie ein Animationsfilm damals entstand und heute entsteht. Ein professioneller Animator wird dafür live zeigen, wie man dreidimensionale Figuren und Welten erschafft.

Veranstaltungsort: Kino Caligari, Seestraße

Dozenten: Sebastian Weimann & Wolfram Kampffmeyer (Filmakademie Ludwigsburg)

10. Juni 16.00 Uhr: Glück? Pech! Warum immer ich? Lässt sich Zufall berechnen?

Joachim Engel

Wir begegnen täglich dem Zufall und wundern uns: Warum gerade ich, dem dieses hier passiert. In der Veranstaltung begegnen die Kinder einigen Zufallsphänomenen, lassen sich dadurch in Staunen versetzen und erfahren, wie man mit mathematischer Hilfe dem Geheimnis auf die Spur kommen kann.

Ein Ehepaar hat bereits drei Töchter zur Welt gebracht. Wird das nächste Kind wieder ein Mädchen sein, oder ist es ein Junge?  Ihr habt dreimal eine Münze geworfen. Jedes Mal lag Zahl oben. Ist die Chance, dass beim vierten Wurf Wappen oben liegt größer oder kleiner geworden oder unverändert?Der VFB hat dreimal hintereinander verloren. Sind die Aussichten gestiegen, dass er das nächste Spiel gewinnen wird, oder wird er wieder verlieren? Wird man beim Lotto eher gewinnen, wenn man die Zahlen ständig wechselt, oder wenn man auf die Zahlen tippt, die schon öfters gezogen wurden?

Fragt man Roulettespieler, welche Farbe nach zehnmal „rot" fallen werde, antworten diese typischerweise mit „schwarz". Dieses Verhalten, also die Meinung, nach einer Serie der einen Farbe sei die andere Farbe zu erwarten, wird als gambler's fallacy bezeichnet. Der Fehlschluss des Spielers lässt sich auf die von den Kognitionspsychologen Daniel Kahneman und Amos Tversky untersuchte Repräsentativitäts-Heuristik zurückführen, da viele Menschen glauben, eine solch lange Serie sei nicht repräsentativ für den zugrundeliegenden Zufallsprozess.

In der Veranstaltung erkunden wir diese Fehlvorstellung und lernen einen Trick, wie man Leuten in bestimmten Situationen Betrügern auf die Schliche kommen kann.

Veranstaltungsort: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Dozent: Prof. Dr. Joachim Engel (PH Ludwigsburg)

8. Juli 16.00 Uhr: Wo kommt eigentlich der Fußball her?

Annette Hofmann

Kein anderer Sport hat in Deutschland so viele Anhänger wie der Fußball. Der Deutsche Fußballverband (DFB) weißt ca. 6,7 Mill. Mitglieder auf, rund 70 Prozent davon Jungen und Männer. Erste Quellen von einem Spiel bei dem ein Ball mit Füßen gestoßen wurde, gibt es schon vor rund zweitausend Jahren in China. Der moderne Fußballsport hat allerdings seine Wurzeln an den Privatschulen in England.

Die Vorlesung soll den Kindern die Ursprünge, Entwicklung und weltweite Verbreitung des Fußballsports aufzeigen. Dabei soll auch ein besonderer Bezug zu der diesjährigen Weltmeisterschaft in Südafrika hergestellt werden.
Darüber hinaus soll aber auch thematisiert werden, dass diese Sportart auch von Mädchen und Frauen ausgeübt wird. Damit wird versucht der Stereotypisierung des Fußballs als eine typisch männliche Sportart entgegenzuwirken, die auch im Grundschulalter häufig vorherrscht.

Literaturtipp: Die Wilden Fußballkerle von Joachim Masannek

Veranstaltungsort: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Dozentin: Dr. Annette Hofmann (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg)

12. August 16.00 Uhr: Eiszeitkunst für Kinder. Als die Menschen Malen lernten

Ekkehard Jürgens

Diese Vorlesung lebt vorrangig von Bildern. Gezeigt werden Kunstwerke der verschiedensten Art, die nur eines gemeinsam haben: Sie sind vor zigtausend Jahren in der letzten Eiszeit entstanden. Im Gespräch sollen die Kinder selber entdecken, was das Besondere an den Formen und Motiven ist. Erst nach dem genauen Hinschauen wird nach den Hintergründen gefragt: Welche Techniken und Mittel standen den ersten Künstlern zur Verfügung? Und was brachte die Menschen überhaupt dazu, unter extrem schwierigen Lebensbedingungen die Kunst zu erfinden? Zwei Gruppen von Kunst lassen sich von Anfang an unterscheiden: kleine Statuen und große Wandbilder. Beide stammen aus der letzten Phase der Altsteinzeit (Fachbegriff: Jung-Paläolithikum), beide werden am 12. August in ausgewählt schönen Beispielen gezeigt und besprochen.

  • Zunächst staunen wir über die kleinen Tierfiguren, die vor rund 35.000 Jahren auf der Schwäbischen Alb (bei Blaubeuren und bei Heidenheim) hergestellt wurden. Gerade in den letzten drei Jahren haben Archäologen mit der Ausgrabung solcher Tierfiguren für internationales Aufsehen gesorgt. Denn es handelt sich um die ältesten Kunstwerke der Welt. Sie sind aus dem Elfenbein von Mammuts geschnitzt, und ihre perfekte Darstellung lässt auf genaueste Naturbeobachtung schließen. Fotos im Großformat machen wie unter der Lupe jedes Detail deutlich. Und damit die Kinder die kleinen Kunstwerke möglichst umfassend „begreifen“ können, bekommen sie zusätzlich Museums-Nachbildungen in die Hand.
  • Außerdem tauchen wir tief hinab in das Dunkel eiszeitlicher Bilderhöhlen. Als die ersten farbigen Felsgemälde Ende des 19.Jahrhunderts in Spanien entdeckt wurden, zweifelte die Fachwelt noch an der Echtheit der Bilder. Man wollte einfach nicht glauben, dass die „primitiven“ Jäger der Eiszeit solch hoch entwickelten Form- und Farbensinn hatten. Noch die jüngste Entdeckung von 1994/1995, die Grotte Chauvet in Frankreich, war anfangs umstritten. Diesmal war es vor allem die Darstellung von Tieren in Bewegung, die daran zweifeln ließ, dass Menschen schon vor über 30.000 Jahren dazu fähig waren.
  • Bei der Frage nach dem Entstehungszusammenhang der frühesten Kunst sorgt erneut die Schwäbische Alb für Erkenntnisfortschritt: Hier wurden auch die ältesten Musikinstrumente der Welt gefunden. Bildkunst und Tanzmusik sollten ab jetzt nicht mehr getrennt voneinander, sondern als einheitliche „Performance“ betrachtet werden. Ein paar Klänge davon werden zum Schluss der Vorlesung ebenfalls gezeigt. Wem dieser „Ausklang“ nicht reicht, wer mehr wissen will über die Erfindung der Kunst, der bekommt noch ein Informations-Blatt mit nach Haus. Darin befinden sich allerlei Tipps für Literatur und Internet, aber auch für Familien-Ausflüge zu nahe liegenden Museen und Fundorten.

Veranstaltungsort: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Dozent: Ekkehard Jürgens M.A. (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg)

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