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14. Oktober 16.00 Uhr: Was kostet der Big Mac bei McDonald's - Steuerrecht verrückt

Alexander Neeser

Die Besteuerung von Hotelübernachtungen sind in aller Munde. Der Gesetzgeber fördert hier Hoteliers durch eine ermäßigte Mehrwertbesteuerung. Etwas aus dem Blickfeld geraten ist dadurch, dass auch die Besteuerung von Essen und Trinken stark variiert. So werden Butter, Eier, Käse im Supermarkt „nur“ mit 7 % Mehrwertsteuer belastet; sobald aber in einem Restaurant ein Käseteller bestellt wird, fallen 19 % Mehrwertsteuer an. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen und ist besonders für die Gastronomen  aufwändig, die sowohl Außerhaus liefern wie auch Restaurantumsätze tätigen. Denn das Essen in einem Restaurant wird in der Regel höher besteuert (mit 19 %) als im Fall der Mitnahme der Speisen (dann mit 7 %). Legendär ist hier der Fall eines Fastfoodstandes, bei dem der Betreiber zwar keine Verzehrvorrichtungen (wie es im Juristendeutsch so lustig heißt) ausgestellt hatte, die Kunden mit Ihren Currywürsten aber die Tische des Standnachbarn nutzen durften, bei dem es das kühle Bierchen dazu gab. Das höchste deutsche Finanzgericht entschied, dass die Mitbenutzung der fremden Tische aus einer ermäßigt besteuerten Essenslieferung einen höher besteuerten Restaurantumsatz mache. Wie aber soll man diese Umsätze zählen bzw. überprüfen. Ähnlich schwierig sollte es im Eissalon sein. Hier könnten die Finanzamtsprüfer auf die Idee kommen, den Wetterbericht danach zu befragen , ob es tatsächlich so viele Außerhausverkäufe geben konnte. Denn vielleicht hat es im geprüften Sommer ja so viel Regentage gegeben, dass die meisten Kunden das Eis doch im (höher besteuerten) „Eis-Restaurant“ konsumiert haben.

Das Steuerrecht – man sieht dies hier ganz besonders – spielt (sehr praxisnah und streitanfällig) verrückt, und dies auch in einem Bereich, den jedes Kind schon einmal erlebt hat, nämlich bei McDonalds, Burger Kind und den vielen anderen Fastfood-Ketten. Denn hier gibt es stets zwei Steuersätze für die „Big Macs“, je nachdem, ob man an der Kasse „zum Hieressen“  oder „zum Mitnehmen“ sagt (deshalb wird man übrigens gefragt). Aber warum zahlen wir trotzdem nur einen Preis? Und was macht der Gastronom dann? Und wie sieht eigentlich die „Quittung“ aus, die Mama und Papa im Supermarkt erhalten. Das soll spielerisch erläutert werden und dazu anregen in Zukunft einmal auf die Zettelchen zu sehen, die wir alle bei unseren Einkäufen erhalten.

Veranstaltungsort: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Dozent: Prof. Dr. Alexander Neeser (Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen)

11. November 16.00 Uhr: Warum isst Lucius zum Frühstück Oliven? - Ein Tag im Leben eines Kindes im Alten Rom

Tobias Arand

Die römische Alltagskultur ist durch Schriftquellen und archäologische Funde gut belegt. Auch über das Leben römischer Kinder wissen wir dank der antiken Quellen gut Bescheid. In manchen Dingen unterschied sich ein Tag im Leben eines römischen Kindes sehr von dem eines heutigen. Doch vieles ist überraschend gleich: Schon die römischen Kinder gingen nicht jeden Tag gern zur Schule und nicht immer blieb genügend Zeit zum spielen!
Am Beispiel des Tagesablaufs eines fiktiven römischen Kindes können viele Aspekte antiken Alltags dargestellt werden: Die Phasen des Tagesablaufs, die Speisefolge, Eßgewohnheiten und Kochrezepte, Schule und Freizeit, das Verhältnis von Eltern und Kindern… Doch auch eine zentrale Frage jeder historischen Forschung kann in diesem Zusammenhang angesprochen werden: Woher wissen wir überhaupt etwas über die Vergangenheit? Gerade bei der Thematik dieser Vortrags ist ein spezielles Quellenproblem trotz der Fülle an Zeugnissen aus der Vergangenheit keineswegs zu übersehen: Die Quellen äußern sich überwiegend über Kinder in wohlhabenden Verhältnissen. Was wissen wir aber über die Kinder, die in Armut aufwachsen mussten?
Insgesamt wird der Vortrag versuchen, nah an den Quellen zu bleiben und ausgewählte Bild- und Textquellen mit den Kindern gemeinsam zu deuten.

Literaturtipps:

  • Coulon, Gerard: Das Leben der Kinder im Alten Rom. München 2006
  • Macaulay, David: Eine Stadt wie Rom. München 172001
  • Weeber, Karl-Wilhelm: Lexikon Alltag im Alten Rom. Zürich 1995

Veranstaltungsort: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Dozent: Prof. Dr. Tobias Arand (PH Ludwigsburg)

09. Dezember 16.00 Uhr: Vielfalt leben und erleben: Warum ist jeder Mensch einmalig und warum haben wir doch viele Gemeinsamkeiten?

Beate Aschenbrenner-Wellmann

„Jeder Mensch ist in gewisser Hinsicht wie alle Menschen, wie einige Menschen und wie kein anderer Mensch“ (Clyde Kluckhohn).
In dieser Vorlesung werden wir anhand verschiedener Übungen die Vielfalt und Unterschiedlichkeit (Diversität), aber auch bestehende Gemeinsamkeiten von Menschen erleben. Wir leben heute in der Vielfalt einer interkulturell geprägten Einwanderungsgesellschaft – auch und gerade Kinder. Kinder spüren und lernen sehr schnell, wer Beachtung findet, wer als wertvoll und wichtig angesehen wird und was als unbedeutend oder störend empfunden wird. Kinder sollen dabei unterstützt werden, eine positive Identität zu entwickeln, die ihnen gleichzeitig die Akzeptanz und Wertschätzung von Unbekanntem und Fremdem ermöglicht. 

In dieser Vorlesung thematisieren wir den Umgang mit körperlicher, sprachlicher und kultureller Verschiedenheit und beschreiben diese als „Normalität“. Die Kinder lernen sich dabei selber besser kennen und entdecken andere Einstellungen, Lebensweisen und Kulturen. Dabei wird die Bedeutung der Gemeinsamkeiten zwischen den Menschen – unabhängig von ihrer Herkunft und Kultur – hervorgehoben und bewusst auf exotische Überzeichnung und Abwertung von Fremden als Opfer oder Objekte verzichtet. Denn Ziel einer Pädagogik der Vielfalt ist es, Gleichheit und Freiheit für unterschiedliche Lebens- und Lernweisen zu ermöglichen. Sie ist dabei dem Kerngedanken der Menschenrechte und der Menschenrechtsbildung – alle Menschen sind frei und gleich geboren – verpflichtet.

Literaturtipps: 

  • Schami, R./Könnecke, O.: Wie ich Papa die Angst vor Fremden nahm. Hanser-Verlag. 2003
  • Fitch, S./Labrosse, D.: Wärst du mal ich und ich mal du. Ein Buch über Kinderrechte. 1999
  • Maar, P./Ballhaus, V.: Neben mir ist noch Platz. dtv München.1999
  • Schins, M-T.: In Afrika war ich nie allein. dtv München. 2010

Veranstaltungsort: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Dozentin: Prof. Dr. Beate Aschenbrenner-Wellmann (Evangelische Hochschule Ludwigsburg)

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