Lehrveranstaltungen vorangegangener Semester
Einführung in die Dogmatik
Umgangssprachlich zählt das Dogmatisch-Sein nicht gerade zu den erstrebenswerten Charaktereigenschaften. Akademisch gehört die Dogmatik zu den Kernfächern der Theologie. Indiz für eine Wissenschaft im Elfenbeinturm?
Die Dogmatik verdankt ihren Namen dem vom griechischen Wort "dokein" (scheinen) abgeleiteten Wort Dogma: ein Begriff, der ursprünglich eine Meinung, eine philosophische Lehre oder einen Erlass bezeichnete. Erst in der Neuzeit wird seine Bedeutung theologisch genauer geklärt: Dogma heißt jetzt das, „was … von der Kirche in feierlichem Entscheid oder durch gewöhnliche und allgemeine Lehrverkündigung als von Gott geoffenbart zu glauben vorgelegt wird“ (Vatikanum I: Dogmatische Konstitution „Die Filius“, 3. Kapitel, DH 2011). Das Zweite Vatikanische Konzil präzisierte: „In dieser Offenbarung redet der unsichtbare Gott aus dem Übermaß seiner Liebe die Menschen wie Freunde an“ (Vatikanum II: Dogmatische Konstitution „Dei Verbum“, 1. Kapitel, DH 4202).
Der Dogmatik geht es damit um die Wahrheit und die Wirklichkeit des Gottes Jesu Christi selbst, wie sie sich in menschlicher Sprache ausdrückt. Sie ist der Versuch, die Freundschaft Gottes mit menschlichen Mitteln zu verstehen. Sie fragt deshalb grundsätzlich z.B. nach Gott, Welt, Jesus Christus und dem, was Menschen sind und hoffen: und das nicht im schlechten Sinne „dogmatisch“, sondern auf der Suche nach Lebenssinn und Wahrheit für Menschen heute.
Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird die Bereitschaft verlangt, jeweils Texte aus der Grundlagenliteratur im Umfang von etwa 20 Seiten als Vorbereitung der Seminarsitzungen zu lesen.
Einführende Literatur (nähere Angaben dann im Seminar) : Wagner, H., Dogmatik, Stuttgart 2003.
Einführung in die Religionspädagogik
Bildet Religion? Braucht sie Bildung? Brauchen Menschen, brauchen gerade Schülerinnen und Schüler heute religiöse Bildung? Fragen wie diese öffnen das Feld der Religionspädagogik und skizzieren die Problematik religiösen Lernens im schulischen Religionsunterricht: Wem ist er verpflichtet? Wer hat ein Interesse an ihm – und warum? Welche Ziele verfolgt religiöses Lernen? Welche konzeptionellen Wege führen zu diesen Zielen? Wen hat der Religionsunterricht im Blick? Wie lassen sich Pluralitätsfähigkeit und Konfessionalität des religiösen Lernens vereinbaren?
Das Seminar sucht, orientiert an diesen Fragen, nach den Chancen und Wegen gebildeter Religion in der Gegenwart. Erwartet wird die Bereitschaft zu vorbereitender Lektüre im Umfang von etwa 20 Seiten.
Einführende Literatur (nähere Angaben dann im Seminar): Hilger, G. u.a. (Hg.), Religionsdidaktik. Ein Leitfaden für Studium, Ausbildung und Beruf, München 2001, Neuausgabe 2010.
Noormann, H. u.a. (Hg.), Ökumenisches Arbeitsbuch Religionspädagogik, Stuttgart 2004 2.Aufl..


