Gruppendynamik
Informationen zum Seminar "Gruppendynamik"
Im Sommersemester biete ich gemeinsam mit Frau Hinrichs das Hauptseminar "Gruppendynamik" an. Da im Vorfeld dazu in der Regel Fragen auftauchen, finden Sie hier die Antworten auf die häufigsten Fragen.
Rahmenvorgaben über Teilnahme, Arbeitszeiten und Steuerung
Vorgaben für die Aushandlungsprozesse der Gruppe
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Mögliche Themen für eine Präsentation
Lernebenen
Das Gruppendynamikseminar eröffnet den Teilnehmenden zwei Lernebenen:
Über das Studium und die didaktische Bearbeitung und Präsentation einschlägiger Literatur sollen die Studierenden einen inhaltlichen Einblick in die Sozialpsychologie der Gruppe und verwandte Themen erhalten.
Über die Konstituierung eines Gruppenprozesses im Seminar wird Gruppendynamik life erlebt. Das ermöglicht ein Erfahrungslernen in der Gruppe, das sowohl das Selbsterleben jedes einzelnen Gruppenmitglieds als auch den gemeinsam erlebten Gruppenprozess zum Gegenstand und Bezugspunkt hat.
Rahmenvorgaben
a) Teilnahme Am Seminar können 20 Studierende teilnehmen . Interessenten melden sich bitte bei Frau Dr. Becker persönlich, schriftlich oder per e-mail an. Die Anmeldung ist zunächst nicht mehr als ein Signal ihres Interesses. Die ersten etwa 25 Interessenten/innen werden zur Kontraktsitzung (erste von drei vorbereitenden Sitzungen) eingeladen. In dieser Kontraktsitzung kann der hier dargestellte Rahmen des Seminars bei der Leitung befragt und im Gespräch mit allen Interessenten/innen geklärt werden. Alle haben die Möglichkeit die anderen Interessenten/innen kennenzulernen und möglicherweise vorher bestehende Beziehungen (wer kennt wen durch welche gemeinsamen Erfahrungen?) offen zu legen. Erst am Ende dieser Kontraktsitzung entscheidet sich jeder /jede für oder gegen eine Teilnahme. Diese Entscheidung ist verbindlich. Wenn mehr als 20 Personen teilnehmen wollen, behalten diejenigen den Anspruch auf einen Platz, die sich zuerst angemeldet haben.
b) Arbeitszeiten Das Seminar besteht aus drei vorbereitenden Sitzungen und einer Kompaktphase von drei Tagen jeweils von 9.00 bis 17.00 Uhr mit einer einstündigen Mittagspause. Die Teilnahme zu allen Sitzungen ist für alle Teilnehmer/innen verbindlich. c) Selbststeuerung Die Leitung gibt den hier dargestellten Rahmen vor. Die Inhalte der Arbeit, die Bildung von Kleingruppen und die zeitliche Strukturierung der Arbeitszeiten steuern und bestimmen die Gruppenmitglieder in einem Aushandlungsprozess, der von der Leitung nicht strukturiert allenfalls kommentiert wird. Die Leitung interveniert lediglich dann, wenn die Arbeit der Gruppe den vorgegebenen Rahmen missachtet bzw. wenn dessen Einhaltung bedroht erscheint. Jedes Gruppenmitglied ist für den Gruppenprozess und den Lernerfolg aller gleichermaßen verantwortlich.
Aushandlungsprozesse
- Es sollen vier oder fünf Kleingruppen mit mindestens 3 und höchsten 5 Mitgliedern gebildet werden.
- Diese Kleingruppen erarbeiten eine Gruppenpräsentation für die Kompaktphase. Die Präsentation ist das in Teamarbeit erstellte Produkt der Kleingruppe, d. h. es soll in der Präsentation deutlich werden, dass die Kleingruppe einen Prozess der Kooperation geleistet hat und ihre Ressourcen für die Präsentation nutzt und darstellt. Die Präsentation sollte in eine Interaktion zwischen der Präsentationsgruppe und der Restgruppe (dem Plenum) münden und nicht etwa eine Aneinanderreihung von Referaten sein.
- Das Thema der Präsentation bestimmt die Kleingruppe selbst, es soll einen inhaltlichen Bezug zum Seminartitel haben. Die Leitung geht davon aus, dass alle, die an dem Seminar teilnehmen, mit einem bestimmten inhaltlichen Interesse an einer gruppenpsychologischen Thematik kommen.
- Die Kleingruppen bestimmen selbst die Dauer ihrer Präsentation mit der Auflage, dass alle Gruppen in der Kompaktphase ihre Zeit erhalten und dass jeder Präsentation eine ebenso lange Feedbackphase folgt. Wie oben gesagt, wird die Zeitstruktur in einer der vorbereitenden Sitzungen zwischen den Kleingruppen ausgehandelt.
- In der Feedbackphase gibt jedes Gruppenmitglied der Präsentationsgruppe eine Rückmeldung zur Präsentation, dabei soll Bezug auf die Inhalte, die Form und die persönliche Wirkung der Präsentierenden genommen werden.
- Die letzte Zeiteinheit der Kompaktphase (ca. 3 Stunden) ist für die Gesamtauswertung des Seminars reserviert. Diese findet als Feedback statt, wobei alle allen eine Rückmeldung geben.
- Einen Hauptseminarschein erhalten entweder alle Teilnehmer/-innen oder keine(r). Das heißt im Vordergrund steht das Ziel, eine gelingende Gesamtleistung der Gruppe zu erreichen. Das bedeutet, alle übernehmen Mitverantwortung für die Leistung und die Lernprozesse aller anderen. Das Feedback bietet die Chance, Defizite und Unstimmigkeiten der Präsentation durch konstruktive Rückmeldung kenntlich zu machen und so auszugleichen.
- Die Aufgaben der Leitung sind die Beobachtung und Begleitung des Gruppenprozesses, die Überwachung der Einhaltung des Rahmens und der Gesprächs- und Feedbackregeln, und gegebenenfalls durch geeignete Interventionen zu gewährleisten, dass der Rahmen gewahrt bleibt bzw. zu regelkonformem Handeln zurückgefunden wird. Weitere Aufgaben der Leitung sind die inhaltliche Unterstützung bei den Vorbereitungen der Präsentationen und das Geben von Feedback.
Gesprächsregeln
- Die Teilnehmer verständigen sich nonverbal, wer das Wort hat. Es gibt niemanden der Wortmeldungen aufruft, es sei denn die Gruppe bestimmt jemanden dazu.
- Es spricht jeweils eine Person, die anderen hören zu, es sei denn die Gruppe beschließt, sich zur Arbeit in Kleingruppen aufzuteilen.
- Inhalte, die die notwendigen Aushandlungsprozesse der Gruppe wie z. B. die Bildung der Kleingruppen und die Reihenfolge der Präsentationen betreffen, werden nur innerhalb der Arbeitszeiten angesprochen.
- Im informellen Gespräch außerhalb der Arbeitszeiten getroffene Vereinbarungen haben keine Gültigkeit, es sei denn sie werden vom Plenum bestätigt.
- Diese Gesprächsregeln dienen der Transparenz des Gruppenprozesses und sollen verhindern, dass einzelne ohne ihr Wissen von Entscheidungsprozessen in der Gruppe ausgeschlossen werden.
Feedbackregeln
- Feedback soll möglichst erbeten sein.
- Aufgezwungene und unerwünschte Rückmeldungen erzeugen oft neue Probleme auf der Beziehungsebene, so z. B. Feedbacks im Streit. Allerdings können unerbetene Feedbacks, wenn sie Störungen ansprechen, klärend sein.
- Teilnehmer/innen des Seminars erklären mit ihrem Teilnahmewunsch den Wunsch nach Feedbacks. Sie erhalten Feedback nach ihren Gruppenpräsentationen, wenn sie es darüber hinaus während des Gruppenprozesses wünschen und in der letzten Arbeitseinheit im Rahmen der Gesamtauswertung.
- Feedback soll etwas beschreiben, nicht den anderen bewerten oder interpretieren. Es darf allerdings eigene Eindrücke und Wirkungen des anderen auf eigene Erlebensweisen ausdrücken. Feedback drückt also immer subjektiv Wahrgenommenes aus.
- Feedback soll konkret sein und nicht verallgemeinern.
- Feedback soll sich auf etwas beziehen, das veränderbar ist.
- Feedback soll gegenseitiges Verstehen sicherstellen.
- Klärende Rückfragen sind sinnvoll: Ich habe das so verstanden, meinst du das so?
- Feedback soll auch positive Kommunikation hervorheben, also nicht nur am Kritisierenswerten ansetzen.
Literatur zur Gruppendynamik
(Dies ist nur eine Auswahl. In der Bibliothek und im Internet können Sie noch viele weitere Literaturhinweise zu den Themen finden, die Sie interessieren.)
1. Gruppendynamik
- Alex, Sabine & Vopel, Klaus: Lehre mich nicht, laß mich lernen! Bd. 1 - 4. Iskopress, 1987
- Antons, Klaus: Praxis der Gruppendynamik. Hogrefe, 1973.
- Christoph, Klaus: Zur Begründung und Durchführung von gruppendynamischen Selbsterfahrungsseminaren in der Lehrerfortbildung. In: Geißler, K. H. Gruppendynamik für Lehrer. Rowohlt, 1979.
- Cohn, Ruth. C.: Das Thema als Mittelpunkt interaktioneller Gruppendynamik. In: Kutter, P. Gruppendynamik der Gegenwart.Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1981.
- Freudenreich, Dorothea: Gruppendynamik und Schule. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1994.
- Fritz, Jürgen: Kritische Gruppendynamik und Schule. In: Bachmann, C. H. Kritik der Gruppendynamik. Fischer, 1981.
- Giere, Walter: Politische Dimensionen gruppendynamischer Lernverfahren. In: Geißler, K. H. Gruppendynamik für Lehrer. Rowohlt, 1979.
- Heigl-Evers, Anneliese; Heigl, Franz: Gruppenposition und Lernmotivation. In: Kutter, P. Gruppendynamik der Gegenwart. Wissenschaftliche Buchgesellschaft,1981.
- Küchler, Jörg: Gruppendynamische Verfahren in der Aus- und Weiterbildung. Kösel, 1979.
- Kutter, Peter: Methoden und Techniken der Gruppendynamik. In: Kutter, P. Gruppendynamik der Gegenwart. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1981.
- Lewin, Kurt: Die Lösung sozialer Konflikte.Christian-Verlag, 1953. Hier besonders die Kapitel 5 und 8: Experimente über den sozialen Raum; und: Die Lösung eines chronischen Konflikts in der Industrie.
- Münch, Winfried: Supervision von Lehrergruppen. In Geißler, K. H. Gruppen-dynamik für Lehrer. Rowohlt 1979.
- Rechtien, Wolfgang: Angewandte Gruppendynamik. Quintessenz, 1992.
- Sader, Manfred: Psychologie der Gruppe. In: Kutter, P. Gruppendynamik der Gegenwart. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1981.
- Sader, Manfred: Psychologische Anmerkungen zur Theorie der Gruppendynamik.In: Kutter, P. Gruppendynamik der Gegenwart. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1981.
- Schedensack, Peter-Ulrich: Ich will nicht länger in den Wind reden. In: Geißler, K. H. Gruppendynamik für Lehrer. Rowohlt, 1979.
- Schindler, Raoul: Das Verhältnis von Soziometrie und Rangordnungsdynamik. In: Kutter, P. Gruppendynamik der Gegenwart. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1981.
- Vopel, Klaus: Interaktionsspiele für Kinder. Teil 1 -4. Iskopress, 1980.Vopel, Klaus: Interaktionsspiele für Jugendliche. Teil 1 - 4. Iskopress, 1981.
2. Führungsverhalten
- Lewin, Kurt: Die Lösung sozialer Konflikte. Christian, 1953; hierin Kap. 5 und 8.
3. Schulklasse und Gruppe
- Baus, Magdalene & Jacoby, Klaus: Sozialpsychologie der Schulklasse. Kamp 1976; hierin Kap. 2 und 4.
- Graumann, Carl Friedrich: Die Klasse als Gruppe. In: Weinert, F. E. et al.: Pädagogische Psychologie Bd. 2, Fischer 1974.
4. Psychoanalyse und Gruppe
- Battegay, Raymond: Der Mensch in der Gruppe, Bd. 1. Huber 1970.
- Muck, Mario: Psychoanalyse und Schule. Klett 1980.
5. Pädagogische Gruppenarbeit
- Büttner, Christian: Gruppenarbeit. Grünewald 1995.
6. Psychoanalyse in Kooperation mit Gruppeninitiativen
- Richter, Horst-Eberhart: Die Gruppe. Rowohlt 1972.
Themenbeispiele
....was andere schon interssierte, was sonst noch interessant sein könnte....
- Gruppenprozesse, Gruppenentwicklung, Rollenentwicklung in Gruppen
- Gruppenstrukturen
- Der soziale Außenseiter in Gruppen und Möglichkeiten der Integration
- Gruppenleitung, Leitungsstile
- Konflikte in Gruppen
- Feedback als Methode, Formen der Anwendung
- Gruppenleistung
- Die Gruppe als Lernfeld, soziales Lernen als Ineraktionslernen
- Die Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Cohn (TZI)
- Kleingruppenarbeit in der Schule
- Soziale Vorurteile als Ursache von Konflikten
- Identitätsentwicklung in Gruppen oder: Die Bedeutung von Gruppenerfahrungen für die Identität
- Das Individuum in der Gruppe
- Leitung und Begleitung der Gruppenentwicklung
- Gruppendynamik in der berufsbegleitenden Fortbildung für LehrerInnen
- Die Entwicklung der Gruppendynamik - ein historischer Überblick
- Beispiele problematischer Gruppenentwicklung in sozialpsychologischen Experimenten
- Populärkultur: Untersuchung von Modeerscheinungen wie Pokemon, Hip-Hop, ET, Gameboy... und deren Dynamik unter Kindern und Jugendlichen
- Konformität und Differenz in Gruppen
- Aggression in Gruppen
- Gruppen und Organisationen
- Beziehungen zwischen Gruppen
- Rollenverteilung und Rollenentwicklung
- Selbstgesteuerte Gruppen
- Führung und Leitung in Gruppen
- Normen und Regeln in Gruppen
- ...
- ...
- ...
- ... und was beschäftigt Sie ?


