Was ist Sachunterricht?
Im Sachunterricht der Grundschule geht es darum, Kinder darin zu bilden, die Welt zu begreifen. Diese Aufgabe ist nicht ohne.
Schon Comenius hatte sie im Sinn: Kindern die ganze Welt in ihren wesentlichen Verhältnissen aufzuschließen, sie darin zugleich in ihrem ganzen Wesen, in allen ihren Kräften herauszufordern. Wer sich dieser Aufgabe stellt, muss von den Kindern her denken.
Er muss von den Lern- und Entwicklungsprozessen der Kinder her denken, von ihren anthropologischen, ökologischen, soziokulturellen Voraussetzungen her. Er muss die Aufgabe als eine Bildungsaufgabe verstehen.
Er muss in der Lage sein, die Aufgabe in den Kontext von Schule und Unterricht zu stellen. Dabei geht es einerseits darum, dass Kinder Welt begegnen, sie erleben und erfahren. Andererseits gilt es, Kinder anzuregen, ihre Eindrücke zu ordnen, die Welt dabei abstrahierend-modellbildend als Sache und Gegenstand zu gewinnen.
Dabei kommen Ordnungen ins Spiel, die Kindern die Begriffe und Methoden von Fachkulturen aufschließen. Sie sind kein Selbstzweck, sondern helfen Kindern, helfen Menschen dabei, ihre Welt zu verstehen und so etwas bewusster zu gestalten. Das schließt ein, dass man das, was man tut, auch ethisch verantworten möchte und kann.
Die Aufgabe des Sachunterrichts ist kompliziert und schwierig. Um sie in Forschung, Lehre und Unterricht, in Hochschule und Schule, in allen ihren Aspekten als Ganzes zu überschauen, bedarf es der Zusammenarbeit von unterschiedlichen Wissenschaften: einerseits der Wissenschaften von den Sachen, andererseits der Wissenschaften vom kindlichen Lernen.


