http://www.ph-ludwigsburg.de/5186.1.html

24-05-2012

Weitere Literaturhinweise

 

Einführung in das Neue Testament
Kommentiertes Literaturverzeichnis zu grundlegenden Hilfsmitteln zum wiss. Studium des NT für ReligionspädagogInnen (ohne Griech.-Kenntnisse):
(Abkürzungen entsprechen dem Abk.-Verz. der Theologischen Realenzyklopädie (TRE), unbedingt anschaffenswerte Titel sind fett gedruckt / Es sollten jeweils die neuesten Auflagen berücksichtigt werden gegenüber den hier genannten).

 Übersetzungen:
Luther-Bibel / Zürcher-Bibel / Einheitsübersetzung. Dies sind seriöse Übersetzungen. Eine gute Bibelausgabe enthält Text-Querverweise. Zum Verstehen des NTs bedarf es auch des ATs. Gleichwohl gibt es auch gute, separate NT-Übersetzungen, z.B. U. Wilckens, Das NT. Übersetzt und kommentiert. 1970.  – Arbeiten Sie in ihrer Bibel: machen Sie systematische, farbige Anstreichungen, Verweise etc.

Synopsen:

Zur Arbeit an den Evangelien unentbehrlich! Entsprechend ihrer Bibel: Zürcher- oder Luther- oder Einheitsübersetzung-Evangelien-Synopse.

Konkordanzen:

Nicht unbedingt kaufen, aber wissen, wo zu finden! Große Konkordanz zur Lutherbibel oder Zürcher Bibel-Konkordanz oder Konkordanz zur Einheitsübersetzung.

Wörterbücher und Bibel-Lexika:

hier kann man Begriffe und Sachverhalte nachschlagen, z.B. Calwer Bibellexikon oder Das große Bibellexikon, 6 Bd., hg. v. H. Burkhardt u.a.

Einführungen in das NT:

beschreiben Methoden der Textauslegung, die Umwelt des NT, bieten einen Überblick über die Schriften des NT (Zeit, Situation, Verfasser, Inhalt, Theologie etc. ähnlich einer Einleitung, s.u.) und die Geschichte des Urchristentums. Ich empfehle den Kauf einer (!) Einführung in  folgender Reihenfolge:
H. Conzelmann / A. Lindemann, Arbeitsbuch zum NT, =UTB 52, Tübingen, 12. Aufl., 1998
J. Roloff, Neues Testament, = Neukirchener Arbeitsbücher,  Neukirchen-Vluyn, 6. Aufl., 1995
G. Strecker / J. Maier, Neues Testament – Antikes Judentum, = Grundkurs Theologie 2, Stuttgart 1989

Bibelkunden:

bieten einen rein inhaltlichen Überblick der NT-Schriften (zum Lernen), knapp für das NT, gut für das AT der „Klassiker“: C. Westermann, Abriß der Bibelkunde, 12. Aufl., 1984 / ausführlich für das NT: H. Merkel, Bibelkunde des NT. Ein Arbeitsbuch, Gütersloh 1978 / H. A. Mertens, Handbuch der Bibelkunde, Düsseldorf , 2. Aufl., 1997 und viele andere...

Einleitungen in das NT:
fassen alle literarhistorischen Probleme aller NT-Schriften zusammen, wie z.B. Fragen nach Verfasser, Ort und Zeit der Entstehung, Empfänger, Situation, Inhalt, Gliederung, verarbeiteten Traditionen und Quellen, theol. Grundgedanken, die neueste: U. Schnelle, Einleitung in das NT, UTB 1830, Göttingen 1994 / die neben Kümmel „klassische“ und vielleicht beste: Ph. Vielhauer, Geschichte der urchristlichen Literatur, Berlin 1978 / weitere: E. Lohse, Die Entstehung des NT, =ThW 4, Stuttgart, 4. Aufl., 1983 / W. Marxsen, Einleitung in das NT,  Gütersloh, 4. Aufl., 1978 / W.G. Kümmel, Einleitung in das NT, 2. Aufl., 1983 u.a.


Theologien des NT:
stellen die Theologie, also die Gesamtaussage der Schrift(en eines Verfassers) übergreifend dar und fragen nach der Einheit angesichts der verschiedenen Konzeptionen und Schriften: „Klassisch“ (aber ohne Griech.-Kenntnisse schwierig) R. Bultmann, Theologie des NT, hg. v. O. Merk, =UTB 630, Tübingen, 9 Aufl,. 1984 / H. Conzelmann, Grundriß der Theologie des NT, bearb. v. A. Lindemann, =UTB 1446, 6. Aufl., 1997  /  E. Lohse, Grundriß der neutestamentlichen Theologie, =ThW 5, 4 Aufl. 1989  / umfassend und um eine gesamtbiblische Theologie bemüht: H. Hübner, Biblische Theologie des Neuen Testament, Bd. 1: Prolegomena Göttingen 1990 , Bd. 2: Die Theologie des Paulus und ihre neutestamentliche Wirkungsgeschichte, Göttingen 1993 , Bd. 3: Hebräerbrief, Evangelien und Offenbarung. Epilegomena. Göttingen 1995 / P. Stuhlmacher, Biblische Theologie des Neuen Testaments, Bd. 1: Grundlegung. Von Jesus zu Paulus, Göttingen 1992.

Kommentare:
sollten von Ihnen erst eingesehen werden, wenn Sie sich zuvor schon selbst mit dem entsprechenden NT-Text beschäftigt und Fragen entwickelt haben; sie kommentieren die Schriften detailliert versweise. Einige Kommentare setzen Griech.-Kenntnisse voraus, z.B. der Kritisch-exegetische Kommentar über das NT (KEK), besser geeignet für Rel.-Päds vielleicht: Evangelisch-Katholischer Kommentar (EKK) / Das Neue Testament Deutsch (NTD) / Ökumenischer Taschenbuch-Kommentar (ÖTK) u.a.

Monographien:
behandeln einzelne Themenstellungen des NT, z.T. auch in rel.-päd. Perspektive, z.B. G. Scholz, Didaktik neutestamentlicher Wundergeschichten, = Arbeiten zur Religionspädagogik 10, Göttingen 1994. Hinweise auf solche einschlägigen Monographien erhalten Sie in den Lit.-Hinweisen der Einführungen, Einleitungen, Kommentare etc. Ein Titel ist für Rel.-Päds anschaffenswert: U. Becker; F. Johannsen; H. Noormann, Neutestamentliches Arbeitsbuch für Religionspädagogen, Stuttgart 1993. Hier finden sich Kapitel zu besonders rel.-päd. relevanten NT-Problemen, z.B. Bergpredigt, Gleichnisse, Wunder...

Zeitschriften:
Arbeiten Sie mit Zeitschriften-Aufsätzen! Die eigentliche Forschung geschieht in Aufsätzen, nicht in dicken Monographien, die auch für Sie viel zu aufwendig zu lesen sind! Die „klassischen“ Zeitschriften zum NT  (z.B. ZNW) sind für Rel.Päds allerdings oft ungeeignet. Empfehlenswerter: die NT-Themenhefte von „Der evangelische Erzieher“ (EvErz) (ab 1998: „Zeitschrift für Pädagogik und Theologie“), z.B. EvErz 46/1994, Heft 3: Die Apostelgeschichte in Forschung und Unterricht. Ganz neu ab 1998 die „Zeitschrift für Neues Testament. Das NT in Universität, Kirche, Schule und Gesellschaft“ (ZNT).

Lassen Sie sich darüberhinaus als zukünftige/r ReligionslehrerIn kostenlos jährlich den Katalog „Religionspädagogik“ zusenden vom: Verlagsring Religionsunterricht, Postfach 100648, D-51406 Bergisch Gladbach.

Und jedenfalls gilt: vor aller Sekundärliteratur steht die Quellenlektüre! Lesen Sie immer wieder  im NT und das NT ganz durch; mit ca. 300 S. ist das NT keine allzu umfassende Schriftensammlung und jedenfalls dünner und gehaltvoller als z.B. Stephen Kings Deklinationsübungen „Ich“, „Du“, „Es“, „Er“, „Sie“  ...

 

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Arbeitshilfe: Exegese biblischer Texte für Religionspädagog/inn/en
Gerd Buschmann

1. Persönliche Annäherung: Der Text in meiner Lebens- und Erfahrungswelt
Ziel: Sich des eigenen Vorverständnisses bewußt werden.

Vorgehensweise:


2. Wissenschaftlich-methodische Exegese: Der Text in seinem historischen Lebenszusammenhang.
Ziel: Distanz zum Text gewinnen, die historische Intention systematisch und möglichst exakt erschließen: welche Aussageabsicht hatte der Autor für damalige Hörer?

Methoden:

2.1 Textkritik: (kann von Rel.Päd. ohne Griech.-Kenntnisse kaum geleistet werden:)
Ziel: Die ursprüngliche Textfassung ermitteln, welche Lesart ist ursprünglich?
Methode: Verschiedene Übersetzungen und Kommentare abgleichen.

2.2. Literarkritik: Der Text in seiner Flächendimension bzw. auf der synchronen Ebene: "the text we now read".
Ziel: Die vorfindliche Textstruktur, die Gliederung, die (Un-)Einheitlichkeit, die Abgrenzung im Kontext und Intention erfassen.
Methoden:

2.2.1 Äußere Abgrenzung / Kohärenz: Eine Folge von Sätzen bildet einen zusammenhängenden, einheitlichen (kohärenten) Text, wenn sie miteinander deutlich stärker zusammenhängen als mit dem Kontext. Wo sind also Anfang und Ende (Abgrenzung)? Dazu sind (wie auch bei 2.2.2.) folgende Gesichtspunkte zu beachten:

  1. Syntax und Stil: Satzbau, Sprachniveau
  2. Semantik: Wiederholungen, Pronomen, gliedernde Konjunktionen, Orts- und Zeitangaben...
  3. Pragmatik: Spannungsbogen, Höhepunkte


2.2.2. Innerer Aufbau: dazu sind dieselben Fragen anzuwenden wie bei 2.2.1., nun nach innen gerichtet: Welche Signale gliedern den Text (Änderung, Weiterführung, Unterbrechung, Rückgriff, Vorausverweise der Handlung)? - Wechsel der Kommunikationsebenen, - Konstellation der Akteure, - Wechsel in Satzart, Satzbau, Ausführlichkeit, Raum, Zeit (Tempus), Aktionsart (aktiv, passiv) der Akteure, - Wortfelder und Schlüsselbegriffe.

2.3 Synoptischer Vergleich: wird vorrangig, aber keineswegs nur bei den synoptischen Evgl. durchgeführt; ebenso kann man andere "verwandte" Texte zusammenschauen und nebeneinander stellen, z.B.: paulinische Briefeinleitungen, Abendmahlstexte (Mt 26,26-29 / Mk 14,22-25 / Lk 22,19-20 / 1Kor 11,23-25), paulinische Auferstehungsvorstellung 1Thess 4 / 1 Kor 15 / 2 Kor 5 / Röm 8. – Welche Übereinstimmungen bzw. Abweichungen lassen sich feststellen? Wie lassen sie sich erklären? Wie hängen die Texte zusammen, bestehen Abhängigkeiten voneinander, welche (gemeinsamen) Quellen liegen ihnen zugrunde?

2.3. Form- und Gattungskritik: Ziel: fragt (als Formgeschichte) neben der synchronen auch nach der diachronen Ebene des Texts, nach seiner Tiefendimension: vom vorliegenden Text zurück zu seiner ursprünglichen Form und seiner ursprünglichen Verwendungssituation ("Sitz im Leben") und Intention. Form, Inhalt und Intention sind eng miteinander verknüpft: wer die Form nicht erfaßt, erfaßt auch nicht die Absicht, z.B. wird man einen formal als Wundergeschichte erfaßten Text nicht als naturwissenschaftliche Abhandlung mißverstehen.
Methoden:

2.3.1. Form- und Gattungsbestimmung: sie ordnet den Text als sprachliche Einheit aufgrund des formalen Aufbaus und bestimmter Form-Charakteristika und unter (synoptischem) Vergleich mit einer Gruppe von Texten mit analogen Merkmalen einer bestimmten Gattung zu (Solche Gattungen, z.B. Wundergeschichten, Gleichnisse, Herrenworte, sind grundlegend erarbeitet in: R. Bultmann, Die Geschichte der synoptischen Tradition, FRLANT 29, 9. Aufl., 1979 / M. Dibelius, Die Formgeschichte des Evangeliums, 61971 / K. Berger, Formgeschichte des Neuen Testaments, 1984 / Vgl. H. Conzelmann & A. Lindemann, Arbeitsbuch zum NT, 12. Aufl., 1998 § 9 und § 12 / E. Lohse, Entstehung des Neuen Testaments, 1972, §§ 5-8 und 23-27.

2.3.2 Frage nach dem "Sitz im Leben": dient der Feststellung des historischen sozio-kulturellen Hintergrunds, der damaligen Rede- und Hörsituation (z.B. hat die Gattung "Pressemitteilung" ihren "Sitz im Leben" im modernen Medien- und Informationswesen öffentlichkeitsrelevanter Institutionen / Die Gattung "Psalm" in der Untergattung "Klage des Volkes" hat ihren "Sitz im Leben" im Gottesdienst der israelitischen Gemeinde).

2.3.3 Formgeschichte: fragt diachron nach dem Ursprung der Form und ihrer Entwicklung und Veränderung (z.B. Anwachsen durch Aufnahme weiterer Formelemente).

2.4. Traditionsgeschichte: Ziel: fragt diachron, also hinsichtlich der historischen Tiefenschichten und Entstehungsprozesse des Textes, nicht nach der ganzen Gattung, sondern nach bestimmten Motiven, Bildern, Schlüsselbegriffen und Symbolen, die die Aussage des Textes tragen. Wo begegnen diese Traditionen sonst noch, mit welchen anderen Motiven sind sie dort verknüpft, wo lassen sich also Typika und Besonderheiten dieser Texttradition ausmachen, wie ist die Tradition gewachsen (wir haben uns das Wachstum mündlich tradierter Stoffe häufig wie Zwiebelringe vorzustellen) und was läßt sich daraus für die Aussageabsicht dieses Textes erheben?

2.5. Religionsgeschichtliche Fragestellung: Geben Parallelüberlieferungen aus der religiös-kulturellen und sozialen Umwelt Aufschluß über die Besonderheiten dieses Textes?

2.6. Sozial- und zeitgeschichtliche Analyse: fragt nach der Bedeutung theologischer Aussagen in konkreter sozialer und soziologischer Hinsicht, dazu gehört auch die Frage nach dem Trägerkreis einer theologischen Tradition: welche Gruppe hat Interesse, gerade diese Tradition weiterzusagen und warum?

2.7. Redaktions- und Überlieferungskritik: Wenn die dem Text zugrundeliegenden Quellen, Formen und Traditionen mit Hilfe obiger Methoden erschlossen sind, muß nach der letztlich den Text so zusammenstellenden Handschrift des Verfassers, also des Redaktors (Briefschreibers, Evangelisten) gefragt werden: was sind die theologischen Absichten des Redaktors? Wie verändert er die Tradition? Wo und wie baut er sie in seinen größeren Textzusammenhang ein (geographischer, chronologischer, literarischer und theologischer Gesamtaufriß des Werks)? - Welche vorredaktionellen Textgestalten lassen sich ausmachen? Und was ist das relativ älteste Überlieferungsgut? Der Text muß also diachron in "Wachstumsringe" zerlegt werden (so er denn nicht nur aus der Hand des Redaktors stammt), zugleich aber muß er synchron in seiner jetzigen redaktionellen Gestalt einen Sinn ergeben.

2.8. Wirkungsgeschichte / Rezeptionsgeschichte: Welche Wirkung(en) hat der Text im Laufe der Kirchengeschichte (entgegen seiner Intention?) erzielt?

2.9. Einzelexegese: Sie umfaßt neben der Sach- und Begriffsklärung (uns fremd gewordene Begriffe, Sachen und Handlungsweisen) vor allem die versweise Auslegung des Textes unter Einbeziehung der bisherigen Ergebnisse mit Hilfe von Kommentaren, Lexika, Konkordanzen, Paralleltexten etc. die schließlich in einer

2.10 theologischen Gesamtdeutung mündet: Worauf zielt der Text (damals)? Was ist seine Botschaft?

2.11. Dabei sind auch neuere theologische Auslegungsmethoden (z.B. feministische, tiefenpsychologische, sozialwissenschaftliche) zu berücksichtigen.

3. Hermeneutik/Vergegenwärtigung (verstehendes "Übersetzen" / übersetzendes "Verstehen"): Der Text in unserem heutigen Leben im Spiegel seiner geschichtlichen Bedeutung und Deutung.

3.1 Systematisch-theologische Besinnung (Dogmatik und Ethik): Wo ist der Text in heutigen Problemzusammenhängen (individuell, gesellschaftlich, religiös, etc.) zu verorten? In welche heutige Situation spricht der Text? Welche (kanonischen) Texte widersprechen, unterstützen, variieren ihn? Läßt sich der Text auf heutige Probleme und Erfahrungen unmittelbar oder nur gebrochen beziehen? Welche Fragen enthält der Text und welche Antworten bietet er? Wo, aus und mit welchen Gründen muß er einer Sachkritik unterzogen werden? Das umfaßt auch den Blick über den Tellerrand christlicher Deutung und Theologie hinaus, wie etwa sehen Juden oder Christen aus der sog. Dritten Welt diesen Text?

3.2 Religionspädagogische Hermeneutik: Wie und wo begegnen die im Text enthaltenen Denk- und Sprachformen sowie Erfahrungen im Lebensbereich von Kindern und Jugendlichen? Handelt es sich um unmittelbar aktuelle Probleme (dieser Klasse? dieser Altersstufe? dieser Gruppe?) Wo liegen die Hauptschwierigkeiten für das Verstehen des Textes bei Kindern und Jugendlichen? Welche Bedeutung und Relevanz hat der Text möglicherweise für sie?

3.3. Praktisch-theologische Hermeneutik: es gilt, den Text zum "Sprechen" zu bringen mit methodischen Zugängen: gestalterische, spielerische, dramaturgische Formen etc.

Literatur:


 
Diese Arbeitshilfe soll als Orientierungshilfe dienen; sie ist kein Raster, an das man sich sklavisch zu halten hat, was einem rechten Christenmenschen ohnehin nicht möglich ist (Gal 5,1). Auch läßt sich nicht jeder hier ausgewiesene exegetische Schritt an jedem Text vollziehen (selbstverständlich z.B. verunmöglicht Sondergut des Mt oder Lk einen synoptischen Vergleich). Auch ist der Aufbau einer exegetischen Arbeit je individuell zu entwickeln und nicht unbedingt mit den hier gezeigten Arbeitsschritten gleichzusetzen.
Viel Erfolg!
Abteilung Ev. Theologie/Religionspädagogik i.A. © Gerd Buschmann, Oktober 1999

 

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Empfehlende Hinweise zu korrekten Zitaten und Literaturangaben
Ev. Theologie - Dr. Gerd Buschmann

Grundprinzipien:

  1. Der Leser soll das zitierte Werk eindeutig und ohne Mühe finden können.
  2. Die einmal gewählte Form muß schlüssig sein und im Text durchgängig beibehalten werden.


Literaturverzeichnis:

Alle in einer Arbeit verwendete Literatur wird am Schluß in einem Literatur-Verzeichnis zusammengestellt. (Lediglich bei Zeitschriftenaufsätzen und kleineren Abhandlungen können sich die Quellenangaben auch in den Anmerkungen finden, ohne am Ende nochmals aufgeführt zu werden; sie finden sich dann zumeist beim ersten Zitat ausführlich, danach mit Kurztiteln.)

Die Verfasser oder Herausgeber werden mit Nachnamen alphabetisch geordnet (bei mehreren Arbeiten desselben Autors in chronologischer Reihenfolge), dabei wird wegen besserer Übersichtlichkeit "hängender Einzug" gewählt, d.h. die erste Zeile verläuft bündig mit dem Seitenrand, weitere Zeilen werden z.B. um drei Spatien eingezogen.

Zwingend erscheinen müssen bei Monographien/Büchern mindestens: Autor/In bzw. Herausgeber/In, ungekürzter Titel, Ort, Jahr. - Wünschenswert sind Ausschreibung des Vornamens (aus feministischen Gründen und wegen der Eindeutigkeit), Untertitel, Reihe (weil das oft schon etwas über die Qualität oder Art des Beitrags aussagt) (Herausgeber der Reihe werden nicht genannt) und Verlag (wenn diese Angaben gemacht werden, dann müssen sie stets gemacht werden), notwendig ist die Angabe der Auflage bei mehr als einer Auflage und besonders, wenn die Neuauflage das Buch und die Seitenzahlen verändert hat ("völlig überarbeitet", "Neuauflage" etc.). Macht das Buch keine Angabe zu Erscheinungsjahr oder Erscheinungsort, so wird ausdrücklich o.O. (ohne Ort) oder o.J. (ohne Jahr) verwandt. Die Reihe kann entsprechend dem üblichen Standard-Abkürzungsverzeichnis des Faches abgekürzt werden; vor dem Lit.-Verz. hat dann ein Hinweis auf dieses Abkürzungsverzeichnis zu stehen, z.B.: Abkürzungen richten sich nach: Theologische Realenzyklopädie (TRE) Abkürzungsverzeichnis, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, zusammengestellt von Siegfried M. Schwertner, Berlin / New York: Walter de Gruyter 1994. – Oder: Abkürzungen entsprechen der RGG 3. Aufl..

Beispiele (minimale Angaben):
Buschmann, Gerd, Martyrium Polycarpi – eine formkritische Studie, Berlin / New York 1994

Conzelmann, Hans / Lindemann, Andreas, Arbeitsbuch zum Neuen Testament, Tübingen 1998

Beispiele (optimale Angaben):
Buschmann, Gerd, Martyrium Polycarpi – eine formkritische Studie. Ein Beitrag zur Frage nach der Entstehung der Gattung Märtyrerakte, Beihefte zur Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft 70 (oder abgekürzt: BZNW 70), Berlin / New York: Walter de Gruyter 1994

Conzelmann, Hans / Lindemann, Andreas, Arbeitsbuch zum Neuen Testament, Uni-Taschenbücher 52, Tübingen: J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) 12. Aufl., 1998 (oder: 12., wiederum überarbeitete und erweiterte Auflage 1998)

Zeitschriften-Artikel müssen darüberhinaus Jahrgangs-Nummern und Seitenangaben enthalten; Heftnummern können angegeben werden, Orts- und Verlagsangaben sind nicht notwendig.

Beispiel:
Buschmann, Gerd, Der Sturm Gottes zur Neuschöpfung. Biblische Symboldidaktik in Michael Jackson´s Mega-Video-Hit "Earth Song", in: Katechetische Blätter 121/1996, 187-196 (Heft 3), München: Kösel

Fach-Lexika sind im Fach bekannt, müssen nicht mit vollen Angaben zitiert werden, haben in der Regel eine gemäß dem Abk.-Verz. bekannte Abkürzung, allerdings muß die Auflage und der Band angegeben sein. Lexika-Artikel werden (genau wie oben) nach Verfassern zitiert, der Lexikon-Artikel ist ggfs. von mehreren Verfassern in unterschiedlichen Teilen geschrieben, dann muß das deutlich werden.

Beispiele:
Ratschow, Carl Heinz, Artikel "Bilder und Bilderverehrung. I. Religionsgeschichtlich", in: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, 3. Aufl., Bd. 1 (oder abgekürzt: 3. Aufl., RGG 1), 1268-1271.

Gemser, B., Artikel "Bilder und Bilderverehrung . II. Im AT und NT", in: 3. Aufl., RGG 1, 1271-1273

Lanczkowski, Günter, Art. "Bilder I. Religionsgeschichtlich", in: TRE 6, 515-517


Zitation:


Es ist stets aus der Originalquelle zu zitieren, nicht aus einem Beitrag, in der die fragliche Stelle selbst schon als Zitat auftaucht. Wenn Original-Zitat unmöglich ist (seltene Handschrift etc.), vermerkt die Fußnote "zitiert nach ...".

Zitate werden ohne Abweichungen von der Originalform übernommen, d.h. auch veraltete oder fehlerhafte Schreibweise ist wiederzugeben. Dies kann durch (Sic!) gekennzeichnet werden. Auslassungen werden durch [...] kenntlich gemacht, ebenso eigene Ergänzungen, denen man die eigenen Namensinitialen [Initialen lauten bei mir "G.B.", G.B.] beifügt.

Das wörtliche, direkte Zitat wird als direkte Textübernahme in Anführungszeichen gesetzt, damit für den Leser der Originaltext erkennbar bleibt.

Beispiel:
"Der zweite Teil des Video-Clips verwendet dazu das alttestamentliche Motiv des Sturms Gottes ´Ruah Jahwe´ zur Darstellung von Umkehr der Menschheit und Neuschöpfung der Erde."

Der Nachweis in der Fußnote umfaßt also Autorenname, Kurztitel (der in der Regel aus dem ersten Substantiv des Titels besteht) und Seitenangabe. Mit diesen Angaben muß Leser im Lit.-Verz. eindeutig den Titel identifizieren können. Statt des Kurztitels kann auch das Erscheinungsjahr angegeben werden (aber Vorsicht: bei mehreren Titeln des Verfassers im selben Erscheinungsjahr muß mit 1996a, 1996b etc. differenziert werden.)

Das umschriebene, indirekte Zitat übernimmt einen Text nur dem Sinn, nicht dem Wortlaut nach. Aber auch dieses geistige Eigentum eines Anderen ist zu kennzeichnen.

Beispiel:
Im zweiten Teil des Video-Clips begegnet der im Alten Testament häufigere Sturm Gottes.

 

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