Galerie GangART
VOM LEBEN GEZEICHNET

Flyer
Am 18. Mai 2011 wurde die Ausstellung „Vom Leben gezeichnet - portraitiert, dokumentiert“ eröffnet.
Das Portraitprojekt in Seniorenwohnheimen entstand unter der Leitung von Kurt Grunow in Kooperation der PH Ludwigsburg mit drei Seniorenwohnheimen in Ludwigsburg.
Student(inn)en der Kunstpädagogik trafen sich im Wintersemester 2010/11 regelmäßig mit ihnen zugeteilten Senioren in deren Lebensumfeld. In der Zusammenarbeit mit den Senioren entstanden verschiedene künstlerische Arbeiten rund um das Thema Portrait. Die künstlerische Herangehensweise und das verwendete Material blieben dabei ganz den Studentinnen und ihren Projektpartnern überlassen.
Der Begriff Portrait wurde in einem erweiterten Sinn verstanden, was an den entstandenen künstlerischen Arbeiten deutlich zu sehen ist. So fragt man sich zunächst, was ein Foto eines Bücherregals oder einem Ausblick aus dem Fenster mit dem Begriff Portrait zu tun hat. Weiß man jedoch, dass diese Fotos von einem der teilnehmenden Senioren selbst aufgenommen wurden mit der Aufgabe, wichtige persönliche Dinge zu fotografieren, kann man mit diesen Aufnahmen vermutlich sogar weit mehr über den älteren Herrn erfahren, als hätte man ein Foto von ihm gemacht.
Eine weitere Studentin verknüpfte ihre Skizzen von ihrem Projektpartner und dessen Umfeld mit von ihm verfassten Gedichten, um so ein umfassendes Bild zu schaffen.
Eine andere Zusammenarbeit orientierte sich nicht allein an einer Person, sondern einer Gruppe von Senioren. Diese nahmen an einen Malkurs teil, der von zwei Studentinnen angeleitet wurde. Eine der Studentinnen filmte die Senioren beim Malen. Die entstandenen Bilder dienten bei der Vernissage als Projektionsfläche für ausgewählten Filmszenen vom Malkurs.
Natürlich sind unter den künstlerischen Arbeiten auch einige „klassische Portraits“ zu sehen. Zu betrachten sind Zeichnungen, Malereien, Fotografien und eine plastische Arbeit aus Ton. Diese „Klassiker“ stehen jedoch nicht allein für sich, sondern sind größtenteils mit Zitaten, Gedichten, Fotografien, Malereien oder Zeichnungen von den portraitierten Senioren verbunden.
Das besondere des Projektes war somit die Zusammenführung der Student(inn)en und Senior(inn)en und die gemeinsam entwickelte künstlerische Arbeit.
Für diese besondere künstlerische und zwischenmenschliche Erfahrung möchten wir Teilnehmer des Projektes uns ganz herzlich bei Herrn Grunow bedanken, der dies möglich gemacht hat, und wir hoffen, dass noch viele Student(inn)en weiterhin die Chance nutzen, bei diesem außergewöhnlichen Projekt teilzunehmen.
DICHTERGARTEN
Das Projekt Dichtergarten, ein Teil des großen Vorhabens der Arbeitsgemeinschaft (ArGe) Campus Innenstadt, wurde von den Ludwigsburger Schulen in die Hände von Kunststudenten der PH Ludwigsburg gelegt. Gemeinsam arbeiteten Schüler und Studenten mit dem Kunstprofessor Hubert Sowa an der Realisierung dieses Projekts.
Bei dem zu realisierenden Dichtergarten handelte es sich ursprünglich um einen Teil des noch ungenutzten Schulcampus der gesamten Innenstadt-Schulen, der zu einem Platz der Ruhe und des gemütlichen Aufenthaltes einladen sollte. Möglicherweise wird dafür jetzt ein anderer Platz gewählt. Die Namensgebung des Projektes fand seinen Ursprung in den Namen der Ludwigsburger Schulen, die alle nach berühmten deutschen Dichtern benannt wurden.
Ausgestellt werden plastische Arbeiten von Schülern und Studenten mehrerer Semester. Neben fotografischen Prozessdokumentationen werden alle Ergebnisse im Original ausgestellt, welche dann letztendlich ihren endgültigen Platz an der Schule finden werden.
Zeitungsartikel - Ludwigsburger Kreiszeitung
SAUNA CLUB
An der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg fand im Wintersemester 2007/08 ein Kompaktseminar zu keramischen Großplastiken unter der Leitung von Prof. Dr. Hubert Sowa statt. Dabei wurden von Studierenden des Fachs Kunst insgesamt 23 Figuren nach einem Aktmodell aus Ton in Aufbautechnik angefertigt. Alle Plastiken zeigen sitzende, ruhende Figuren in einer geschlossenen Haltung. Eben diese Arbeiten wurden im Juni 2008 in einem besonderen Rahmen an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg ausgestellt.
Wer am Abend der Vernissage erst einmal in die sonst kaum beachteten Räumlichkeiten im Untergeschoß des Hauptgebäudes vorgedrungen ist, dem wird eine Vielzahl an Sinneseindrücken geboten. Im dunklen, mit einer Palme geschmückten Gang öffnen sich rechts und links die Eingangstüren zu den beiden gegenüberliegenden Saunazellen. Man findet sich inmitten der auf Holzbänken sitzenden Frauen wieder. Im warmen, orangegelben Licht der Scheinwerfer erzeugt der zischend aus den Öfen aufsteigende Nebel ein diffuses Bild, das sich in den Schwaden klärt und wieder verschwimmt. Im Nebel verschmelzen der Raum, die Figuren, das Licht, die ätherischen Düfte zu einer Einheit und lassen den Betrachter Teil der Installation werden. Die teilweise sehr naturalistischen Plastiken scheinen in ihrer Ruhe vom Betrachter unbeeindruckt, gleichzeitig löst ihr Anblick eine leichte Irritation beim Ansehen aus. Zu ungewohnt ist die Situation, vollständig bekleidet in einem solchen intimen Raum unter nackten Frauen zu verweilen. Das kinetische Auf und Ab der Nebelschwaden verleiht der Situation eine besondere Dynamik und scheint den Figuren Leben einzuhauchen. Der pure Geschmack von eisgekühltem russischem Wodka erfrischt die Besucher, die zu vorgerückter Stunde schon etwas enthemmter auf den Holzbänken direkt zwischen den Frauen Platz nehmen und vereinzelt sogar ihre Kleidung ablegen.
„Eine Hochschule mit Saunaclub“ titelt die Ludwigsburger Kreiszeitung am 13. Juni und schreibt von einer Idee – „so einleuchtend, dass es verwundert, dass nicht schon eher jemand darauf gekommen ist.“ In der Tat wirken viele der Frauenakte so, „als wären sie direkt für die Saunabank geschaffen.“ Die zahlreichen Saunagäste werden diesen eindrucksvollen Abend noch lange in Erinnerung behalten.
LIGHT MEETS LINE
BLUBBERMASCHINE
SO NAH UND DOCH SO FERN
November 2006
Ein wolkenverhangener und regnerischer Tag. Ich beobachte vom 2. Stock ungefähr 25 der 120 Jugendstrafgefangenen unserer Anstalt, die, in ihre Bundeswehrparkas gehüllt, im Hof müde ihre Runden drehen oder auf dem nassen Boden hocken. Unser Sport- und Freizeithof ist 45 Meter lang und 15 Meter breit, eingefasst von zwei Gebäudewänden und einer 5 Meter hohen Betonmauer.
Die Gestaltung der Mauerwände zeigt skizzenhaft antikische Architekturen, Bildinhalt wie Malerei selbst dem Verfall preisgegeben, die Farbe blättert ab, der Himmel weint dazu.
Eine Stunde Hofgang, Treffpunkt für die Gefangenen mit „Kollegen“ aus anderen Abteilungen und die einzige Möglichkeit, raus an die frische Luft zu gehen.
„Mit meinen Schülern die Mauer bemalen, im Sommer,“ kommt mir in den Sinn, „draußen arbeiten, mit Farbe Lebendigkeit schaffen, wenigstens als malerische Illusion perspektivische Weite, Ausblicke in die Welt, Mauerdurchbrüche schaffen.“
Juni 2007
Noch weiß keiner, wie es gehen wird und ob überhaupt.
Aber wir fangen einfach mal an.
September 2007
Unglaublich, jetzt fehlt nur noch der Schutzlack. Wir haben 210m² Mauer bemalt, jeder hat ein 7,5 x 3,5 Meter großes Gemälde geschaffen, das einen Blick jenseits der Mauer zeigt, nach vorn, nach draußen, in die Ferne, in eine Zukunft.
Aber auch einen Einblick ermöglicht in die Gedanken, die Herzen, die Sehnsucht der Künstler.
Wir haben optisch die Enge des Hofes, das Eingeschlossen sein durchbrochen. Vielleicht können wir damit auch die Enge und die Mauern in den Köpfen der Menschen durchbrechen, unseren eigenen und die der Betrachter „draußen“.
Es wurde viel gelacht, nachgedacht, ausprobiert, geschimpft und sich gefreut. Am meisten aber gemalt, nicht aufgegeben, bevor alles fertig und gut war, zusammen im Team. Wir sind nun erschöpft, aber glücklich – und stolz.
Es ist – unglaublich!
Susanne Blei
Kunstlehrerin
(V)ERKLÄREN(D)
Im Mai diesen Jahres wurde die Ausstellung "VERKLÄREND" eröffnet. Zu sehen gab es zahlreiche Kunstwerke, welche sich um das Zusammensein und -arbeiten mit Senioren aus drei verschiedenen Ludwigsburger Pflegeheimen drehten. Ob gezeichnete oder gemalte Portraits, Fotos, getonte Plastiken oder konzeptuell gestaltete Arbeiten, ein jeder Künstler steckte seine ganze Energie in dieses besondere Projekt. Das Seminar wurde und wird noch immer, mit neuen interessierten Studentinnen und Studenten, geleitet durch den Künstler Kurt Grunow, dem die gesamte beteiligte Studentenschaft nochmals herzlich für seine tiefgehende Betreuung danken möchte.
"PUTZFRAUEN" - PORTRAITS
PETER UND DER WOLF
Die ausgestellten Drucke wurden von Schüler(n)/innen der 6. Klasse im Kunstunterricht bei Herrn Prof. Dr. Huber Sowa angefertigt. Hierbei setzten sie sich zunächst mit dem Märchen „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofjew auseinander und versuchten Szenen des Märchens mit dem druckgrafischen Verfahren des Kartonschnitts bildnerisch und typografisch umzusetzen.
Es wurden die Szenen ausgewählt, welche den Schüler(n)/innen die Möglichkeit gaben, spannende, bewegte und ausdrucksstarke bildnerische Gestaltungen vornehmen zu können.
Drucktechnik:
Der Kartonschnitt / Kartondruck ist ein Hochdruckverfahren, das gerade großformatiges und experimentelles Arbeiten ermöglicht. Es eignet sich gut für den Unterricht mit Schüler(n)/innen, die noch keine Erfahrungen im Bereich des Hochdrucks gesammelt haben. Hier kann den Schüler(n)/innen in einfacher Weise klar gemacht werden, welche Teile des Druckstocks gedruckt werden und welche nicht. Der Entwurf wird auf eine festere Pappe gezeichnet, ausgeschnitten und auf einen Hartgrund geklebt. Das Schneiden der festen Pappe zwingt zu Vereinfachungen und Reduzierungen auf Silhouetten, was schon beim Entwurf berücksichtigt werden muss.
Damit ein spannungsvoller und anspruchsvoller Druck entsteht, müssen die Schüler/innen zum einen, insbesondere bei Texten, das Prinzip der Seitenverkehrtheit verstanden haben, Bildmotive zusammenhängend, beispielsweise mit Überschneidungen darstellen, Negativ- und Positivdruck überlegt einsetzen und mit Schere und Schneidemesser umgehen können. Hinzu kommt die Fähigkeit der Schüler/innen gestalterische und räumliche Mittel, in sinnvoller Weise einsetzen zu können und den Bildern durch entsprechende Darstellungen der Figuren einen hohen narrativen Gehalt zu geben.
Probleme, die beim Kartondruck auftreten können:
- Schüler verstehen das Prinzip der seitenverkehrten Abbildung nicht
- Haben motorische Schwierigkeiten
- Haben Probleme Negativ- und Positivdruck richtig und sinnvoll einzusetzen --> Bleiben dann bei einer Variante
- Setzen die Szene inhaltlich falsch um
- Zeichnerischer Entwurf ist zu kleinteilig und feingliedrig, kann nicht ausgeschnitten werden.
Um diese Probleme und somit Enttäuschungen bei den Schüler(n)/innen zu vermeiden erfordert es von der Lehrperson eine gute Vorbereitung der Schüler/innen auf das Druckverfahren und eine strukturierte Organisation. Hierzu sind mehrere druckgrafische Versuchsreihen mit einfachen Motiven notwendig. Zu beachten sind auch die benötigten Materialien (mittelfeste Kartons, fester Hartgrund, Kleber, Druckerfarbe, Papier), Werkzeuge (Scheren, Schneidemesserchen) und das Vorhandensein einer Druckwalze.
Ziele /Intentionen:
- Erfahrung und Auseinandersetzung mit einem Hochdruckverfahren
- Auseinandersetzung mit dem Märchen „Peter und der Wolf“, welches mit dem Verfahren des Kartondrucks bildnerisch erzählt werden kann --> Erkennen und bildnerisch darstellen können von der Situation der jeweiligen Figur, ihrer Gefühle, ihre Haltung, Ort, Beziehungen, Charaktereigenschaften
- Förderung abstrakten Denkens (Reduzierung auf Silhouetten, Seitenverkehrtheit, Positiv- und Negativdruck, Darstellung von Überschneidungen, Verbindungen von Motiven)
- Förderung handwerklicher Fähigkeiten (Schneiden des Kartons, Druckverfahren)
- Einblick in ein klassisches Vervielfältigungsverfahren, im Bezug auf die heutigen Printmedien (Kommunikation, Vervielfältigung)
JAHRE
Im Rahmen des Seminars künstlerische Recherche von Herrn Grunow unter der Leitung von Herrn Sowa, kooperierte das Fach Kunst mit drei Alters-/Pflegeheimen in Ludwigsburg.
Die teilnehmenden Studierenden führten eigenständig Porträtprojekte mit Bewohnern der Einrichtungen durch.
Die künstlerische Umsetzung reichte von Malerei über Druckgrafik bis hin zu Film- und Klangkunst. Unterstützende Beratung erhielten die Seminarteilnehmer von Herrn Grunow in zweiwöchigen Seminarstreffen, die genutzt wurden um sich auszutauschen und künstlerische Herangehensweisen kennen zu lernen.
Die vielseitigen Ergebnisse des Projekts wurden unter dem Titel Jahre in einer von Studierenden organisierten Ausstellung in der gang-art der PH Ludwigsburg von 13. - 27.6.07 der Öffentlichkeit präsentiert.

















































































































































