Wintersemester 2009/2010
8. Oktober 16.00 Uhr: 1 + 1 = 1 - Was war eigentlich die DDR?

Anton Kurt Krause
Im Märchen von Dornröschen sticht sich die Prinzessin an der verzauberten Spindel und das ganze Königreich fällt in einen tiefen tiefen Schlaf, gut geschützt durch den unüberwindbaren Dornenbusch. Nach langer Zeit kommt ein Prinz, kämpft sich durch das Gestrüpp und küsst die Prinzessin aus ihrem nun bald vierzigjährigen Schlaf.
Was die DDR mit Dornröschen zutun hat. Wer hier eigentlich die Prinzessin mimt und warum der Prinz ganz friedlich kämpfte. Wie die Spindel vergiftet wurde und dass es alles Andere als märchenhaft war, in dem verschwundenen Land zu leben, werdet ihr nach einer kleinen Zeitreise in die Welt hinter dicken Mauern verstehen können. Wenn ihr besonders wachsam seid, wisst ihr am Ende sogar, warum auch Kohl eine Rolle spielte.
Literatur:
Der "DDR-Führer: Alltag eines vergangenen Staates in 22 Kapiteln" von Robert Rückel ist im Zusammenhang des Berliner DDR-Museums entstanden. Er ist die perfekte Ergänzung zur Führung durch das Museum - gibt aber auch ohne Besuch einen interesanten und optisch toll gemachten Eindruck des Lebens in der DDR.
Das Buch "Ein Land genannt die DDR" ist im S.Fischer Verlag erschienen und herausgegeben von Ulrich Plenzdorf und Rüdiger Dammann. Es gleicht einem moderenen Lehrbuch und ist für Kinder ab 10 Jahren.
Dann gibt es noch den Kinderroman von Viola Türk "Der Vorhang fällt - Ein Mädchen erlebt den Sommer 1968 in Leipzig", erschienen im Altberliner Verlag. Der Roman schildert die Auseinandersetzung eines 12-jährigen Mädchens zwischen ihrem kindlichem Verständnis und eines erwachsenen politischen Systems.
Links:
Beitrag der Bundeszentrale für politische Bildung zur
DDR Geschichte mit Videos von Zeitzeugen.
DDR Quiz das ihr vielleicht alleine machen könnt aber besser noch mit euren Eltern zusammen.
Hier noch ein
kleines Video von anderen Jugendlichen und ihr Wissen über die DDR.
Veranstaltungsort: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Dozent: Anton Kurt Krause (Studierender an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg)
12. November 16.00 Uhr: Das ABC beginnt mit dem Ochsenkopf. Als die Menschen schreiben lernten.

Ekkehard Jürgens
Wer Keilschrift-Tafeln oder Hierogyphen-Texte lesen will, braucht viele Jahre Studium und Übung. Denn die alten Bilderschriften Mesopotamiens und Ägyptens hatten Tausende von Zeichen, und manche von ihnen konnten mehrfache Bedeutungen haben. Dagegen liegt der Vorteil unseres Alphabets mit 26 Buchstaben auf der Hand: Es ist relativ leicht erlernbar. Unsere Schriftzeichen lassen sich in festgelegter Reihenfolge „durchbuchstabieren“ (A-B-C), und jedem Zeichen liegt ein ganz bestimmter Lautwert zugrunde.
Diese Rationalität unseres „ABC“ macht jedoch vergessen, dass die meisten unserer Buchstaben auch einmal Bildzeichen waren. Mit der Suche nach den ursprünglichen Bildern beginnt diese Vorlesung. Wir werden sehen: Einige unserer Buchstaben lassen sich sogar zurückführen bis zu den ägyptischen Hieroglyphen. Deshalb beschäftigen wir uns mit diesen „heiligen Zeichen“ ganz besonders. Dabei lüften wir auch das Geheimnis des Marken-Logos aller Bahlsen-Kekse. Und zum Abschluss kann jeder Teilnehmer seinen Namen schreiben wie ein ägyptischer Pharao.
Literaturtipps:
Von den vorliegenden Kinderbüchern, die die „Entdeckung der Buchstaben“ versprechen, ist keines zu empfehlen: Denn der spannendste Teil dieser Entdeckung – die Bilder, die den Buchstaben zu Grunde liegen – bleibt in ihnen ausgeblendet!
Bei den Jugendbüchern stehen die altägyptischen Hieroglyphen im Mittelpunkt. Hier sind zwei Autorinnen aus England zu empfehlen, deren Titel in deutscher Übersetzung und mit ausgezeichneter Illustration vorliegen:
- McDermott, Bridget (2006): Hieroglyphen entschlüsseln. Die Geheimsprache der Pharaonen lesen und verstehen, Erftstadt. (Englische Originalausgabe London 2001)
- McDonald, Angela (2008): Hieroglyphen schreiben leicht gemacht. Grüße – Redensarten – Namen – Flüche, Stuttgart. (Englische Originalausgabe London 2007)
Eine historische Gesamtdarstellung aller unserer Buchstaben lässt noch auf sich warten. Wer sich dennoch dafür – d.h. für die Herkunft der meisten Zeichen aus dem nahöstlichen Raum – interessiert, ist auf ein sehr gutes, aber älteres Büchlein angewiesen, das nur noch in Bibliotheken oder im Antiquariat zu finden ist:
- Naveh, Joseph (1979): Die Entstehung des Alphabets, Zürich u. Köln. (Englische Originalausgabe Jerusalem 1975)
Links im Internet:
www.kidsweb.de/abc_special/abc_reise.html
www.de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Schrift
Veranstaltungsort: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
10. Dezember 16.00 Uhr: Farbe + Form = Kunst? Ein Workshop

Gabi Weiß
Was ist Kunst? Darauf gibt es unzählige Antworten. DIE Antwort wird die Kinderuni nicht finden können, aber mit allen Teilnehmenden werden viele Ideen entwickelt werden und in Form und Farbe umgesetzt.
Der Workshop in den Werkräumen der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg spricht nicht nur den Kopf an, sondern bietet die Gelegenheit, ganzheitlich aktiv zu werden: Phantasie, Kreativität, Spaß, Wahrnehmung, Arbeit mit allen Sinnen ist gefragt! Die Dozierende Gabi Weiß und Studierende der Hochschule begleiten die „Kinder-Studenten/Studentinnen“ auf ihrer künstlerischen Entdeckungsreise.
Das Programm:
- Eintauchen in die Malerwelt (Anziehen des mitgebrachten Malerkittels, -schürze;
- Kennenlernen des Werkraums und der Materialien;
- Quiz rund um den Begriff „Kunst“;
- Arbeiten im Mal-Atelier;
- Gemeinsame Würdigung der entstandenen Werke.
Kreative Prozesse leben von ihrer Eigendynamik und sind daher unbeschreiblich spannend. Diese Chance auf Ungeplantes bietet die Kinderuni am 10.12.09.
Literatur:
- Jürgen Trabant (Hrsg.): Die Fundgrube für den Kunst-Unterricht, Berlin 1997
- Jakobine Wierz: Ich kann doch gar nicht malen! Mühlheim an der Ruhr, 2000
- Konstanze Kirchner: Kinder + Kunst, Seelze-Velber, 2008
Wichtig: Alle Plätze sind bereits vergeben.
Veranstaltungsort: Evangelische Hochschule Ludwigsburg


