Die
letzte
Hamann-Rechenmaschine:
Modell 600
Erhard
Anthes
Einleitung
Die Hamann 600 (Abb.
1) ist ein druckender mechanischer Vier-Spezies-Rechner.
Er wurde von Günter Hornauer, dem Chefkonstrukteur bei SCM-Hamann (einer
Rechenmaschinenabteilung des US-Büromaschinenkonzerns Smith-Corona-Marchant)
konstruiert und 1968 bis 1970 gebaut; er ist das letzte Modell dieser
Art mechanischer Rechengeräte.

Abb.1: Hammann 600(1630)
Maschinen-Nr. 701367
In mancher Hinsicht
ist der Automat 600 eine Fortentwicklung der alten Hamann-Geräte (siehe
die ausführlichen Beschreibungen historischer und technischer Details
durch Werner Lange in [2], [3]
und [4]), insbesondere der 500-er Serie, aber
dazu kommen viele neue Elemente; vor allem wird ein Druckwerk eingebaut.
Er gehört deshalb zu den "printing calculators", deren Entwicklung kurz
vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland (Astra Modell 9), USA (Remington
DX) und Italien (Olivetti Divisumma 14) begann und in der Zusammenführung
von Prinzipien der nichtdruckenden schnellen 4-Spezies-Rechenmaschinen
mit solchen der druckenden Addiermaschinen ihre Vollendung fand: Ultra
804 von Dr. Gustav Schenk, 1958.
Schon mit der Hamann
300 (gebaut ab 1953) wurden erste erfolgreiche Anknüpfungspunkte an die
Addiermaschinenentwicklung gefunden: Die Zehnertastatur als alleiniges
Eingabewerk konnte zum ersten Mal in eine Schaltklinkenmaschine eingebaut
werden, und zwar zusammen mit dem in den Addiersegmentmaschinen benutzten
Stiftschlitten.
Etwa 20 Jahre vorher war es schon Karl Rudin gelungen, die 10-er-Tastatur
(aber ohne Benutzung des Stiftschlittens) in einer Sprossenradmaschine
zu verwenden, die dann von Facit bis ca. 1970 in vielen Modellen gebaut
wurde. Die Entwicklung zum druckenden Rechner war damit angebahnt.
Zusätzliches Ziel der neuen Konstruktion von G.Hornauer war, mit mechanischen
Mitteln eine Steigerung der Rechengeschwindigkeit zu erreichen, um dem
Konkurrenzdruck der elektronischen Maschinen (seit 1962 auf dem Markt)
zu begegnen, deren Vertreter vor allem mit "Schnelligkeit der Maschine"
argumentierten.
Vorwiegend zwei Entwicklungen sollten den Erfolg sichern:
1. Die Schaltwalze mit ihren großen Massen war auf wesentlich kleinere
und leichtere Dimension zu bringen.
2. Die verschiedenen Maschinenfunktionen sollten sich, soweit prinzipiell
möglich, überlappen, dh. eine neue Funktion sollte anlaufen, auch wenn
die vorhergehende noch nicht abgeschlossen war.
Insbesondere letzteres hat zum Scheitern der Anstrengungen beigetragen.
Die Überlagerung der Maschinenabläufe wirkte in gravierender Weise auf
die Funktionssicherheit zurück: Wenn die Maschine blockierte, dann war
nicht nur eine Teilfunktion betroffen, sondern der gesamte komplexe Funktionsablauf.
Es zeigte sich, daß die blockierten Maschinen durch die Mechaniker vor
Ort nicht mehr reparierbar waren.
Nach ersten (schlechten) Erfahrungen in der Praxis wurde die Maschine
1969 umbenannt in Modell 1630, wohl auch, um von dem schlechten Ruf der
Hamann 600 abzulenken.
Das Desaster war aber nicht abzuwenden: Als das Werk in Berlin 1970 geschlossen
wurde, gingen von den ca. 5000 hergestellten Maschinen etwa 2500 direkt
vom Verkaufslager auf den Schrottplatz.
Die Rechenmaschinen mit dem Namen "Hamann" verschwanden damit aus den
Verkaufsregalen des Büromaschinenhandels.
Der Konstrukteur der Maschine konnte den sich abzeichnenden Mißerfolg
nicht überwinden und nahm sich 1968 das Leben.
Im folgenden sollen
einige technische Details dieser Maschine, die wie keine andere den Niedergang
des mechanischen Rechnens dokumentiert, erläutert werden.
Zum besseren Verständnis werden Zeichnungen und Großaufnahmen der wesentlichen
Baugruppen beitragen.

Überblick
Wenn sich auch vieles
gegenüber den alten Hamann-Maschinen geändert hat, geblieben ist das zentrale
Übertragungssystem, das Schaltklinkenprinzip, wie es von Christel Hamann
ca. 45 Jahre früher entwickelt worden war.
Alle Teile der Systemwalze sind aber wesentlich kleiner und leichter als
die in den Vorgängermodellen verwendeten.
Die Verringerung des Durchmessers der Systemwalze und die Verwendung von
dünnen Stanzteilen statt dem dickeren Gußmaterial ermöglicht eine erhebliche
Beschleunigung der Rechenvorgänge: Die Umlaufsgeschwindigkeit ist auf
600 U/min gesteigert.
Auch die Einzelteile des Schaltklinkenrades sind verändert, um eine Gewichtsreduzierung
zu erreichen, siehe Abb.6.
An Hand der Querschnittszeichnung (Abb.2) sollen die hauptsächlichen Funktionsteile
erläutert werden.

Abb. 2: Querschnitt
der Maschine, Rechenwerk eingeschwenkt
Im Zentrum der Maschine
befindet sich die im Gestell fest montierte Systemwelle (15-stellig),
aufgebaut aus den Schaltklinkenrädern, davor eine Zwischenwelle (H 179)
mit der Vorbereitung des Zehnerübertrags. Der Zählwerksschlitten enthält
das Hauptzählwerk (G 104 / G 105; 18-stellig, davon 3 Stellen zur Anzeige
von Überkapazität) und das Umdrehungszählwerk (10-stellig, davon 1 Stelle
für Überkapazität).

Abb. 3: Rechenwerksschlitten
(von hinten/unten): (1) Umdrehungszählwerk; (2) Zwischenräder; (3) Löschwelle;
(4) Hauptzählwerk
Die Löschwelle für das Hauptzählwerk ist fest im Gestell eingebaut, während
die Löschwelle für das Umdrehungszählwerk im Rechenwerksschlitten mitläuft.
Jeder im Stiftschlitten ("Stiftekasten") eingestellte Wert wird über die
Zahnstangen und die Zahnsegmente sowohl über das Nullrad auf die Typenwelle
übertragen (und dann gedruckt) als auch über die Zwischenräder und die
Einstellblenden (H 249) in das Schaltklinkensystem (H 209) gebracht.

Abb. 4: Systemwalze
(1) mit Zwischenrädern (2) und Löschwelle (3) (von vorne); (4) Zehnerschaltzähne
UW, darunter verdeckt Koppelräder
Je nach
ausgelöster Funktion wird dann der in der Systemwalze stehende Wert in
das Rechenwerk (positiv oder negativ), in das Umdrehungszählwerk (als
Multiplikator) oder auch überhaupt nicht weiter transportiert.
Das Umdrehungszählwerk taucht dazu in die Außenverzahnung der Systemräder
ein, das Hauptzählwerk mit dem positiven (G 105) oder dem negativen (G
104) Radsatz in die Zwischenräder H 179.
Die "Koppelräder" (siehe Abb.2) dienen zur Rückübertragung von Werten
aus dem Hauptzählwerk in die Systemwalze und in das Druckwerk.
Dazu tauchen sie in die Außenverzahnung der Schaltklinkenräder und gleichzeitig
(wegen ihrer Breite) in die Verzahnung der Einstellblenden H 249 ein,
so daß die Bewegung der Schaltklinkenräder auf die Einstellblenden übertragen
wird. Dies geschieht im Prinzip ebenso bereits im Modell 300.

Abb. 5: Zahnstangen
und Zahnsegmente (von hinten); das linke Zahnsegment wirkt auf das Symbolrad;
die Zahnstangen stehen in hinterster Position
Da die
Einstellblenden mit den Zahnsegmenten gekoppelt sind, wird die Bewegung
über das Nullrad (siehe Abb. 2) auf die Typenwelle übertragen, so daß
der (rückübertragene) Wert gedruckt werden kann. Der ganze Bewegungsablauf
beginnt dabei mit der Löschung des Hauptzählwerks durch die Löschwelle,
wobei G 105 in die Zwischenräder H 179 eingreift.
Der analoge Vorgang
spielt sich auch bei der Übertragung von Werten aus dem Umdrehungszählwerk
in das Druckwerk ab. Das Memory-Werk (15-stellig) enthält jeden zuletzt
gedruckten Wert, der durch Betätigen einer Funktionstaste zur Weiterrechnung
benutzt werden kann.
Das Speicherwerk (15-stellig) ist als saldierendes Rechenwerk ausgebildet.

Hauptzählwerk
Geändert gegenüber Modell
500 hat sich die Schaltung, welche positive oder negative Übertragung
des in der Systemwalze eingestellten Wertes ins Hauptzählwerk ermöglicht.
Während die ursprüngliche Hamannsche Verschiebung des Hauptzählwerks pro
Stelle zwei Haltepositionen vorsah, eine für den Plusübertrag und eine
für den Minusübertrag ins Rechenwerk, gibt es im Modell 600 nur eine Halteposition
pro Stelle.

Abb. 6: Systemwalze
(oben) und Zwischenräder mit Vorbereitung der Zehnerübertragung
(unten); die ZÜ ist für die 3. und 4. Stelle vorbereitet
Das Hauptzählwerk besteht
nun aber aus zwei Radsätzen, wie von den Saldiermaschinen bekannt. Beide
Radsätze sind ständig miteinander im Eingriff. Der eine Radsatz (G 105)
wird mit den Zwischenrädern (H 179) vor der Systemwalze in Eingriff gebracht,
wenn ein Wert positiv in das Rechenwerk einrollen soll; der darüberliegende
Radsatz (G 104) wird mit den Zwischenrädern gekoppelt, wenn ein Wert subtrahiert
werden soll.
In G 105 erfolgt nämlich eine Bewegungsumkehr der Zahnräder, wenn ein
Wert aus der Systemwalze über die Zwischenräder und G 104 nach G 105 gebracht
wird.

Abb. 7: Skizze des
Schaltklinkensystems mit Zehnerübertragung und Hauptzählwerk; darunter:
Schaltklinkenträger mit den beiden Klinken
Die Zehnerschaltung
des Rechenwerks erfolgt nach wie vor durch Freigabe einer Lücke, so daß
die Schaltklinke des nächsthöheren Systemrades das Außenrad um einen Zahn
weiterbewegt.
Die Freigabe dieser Lücke wird entweder von G 105 oder von G 104 gesteuert.
Dazu hat H 265 (siehe Abb. 6) zwei Ansätze, an denen der verlängerte Zehnerschaltzahn
eines Zahnrades von G 105 bzw. G 104 angreift und dieses Teil um ca. 30°
gegen den Uhrzeigersinn verdreht.
Dabei wird die Platte H 261 mitgenommen, die über einen Stift die Blende
B dreht, so daß bei A die Zehnerschaltlücke geöffnet wird. Nach Ausführung
der Zehnerübertragung wird durch die Kurvenscheibe H 215 (zugleich der
Klinkenträger) alles wieder in die Ausgangsposition gedrückt.

Umdrehungszählwerk
Das Umdrehungszählwerk
(9-stellig, siehe Abb. 3) ist ebenfalls im Rechenwerksschlitten untergebracht,
der vor der Systemwalze auf Stangen verschiebbar lagert; er kann um 7
Stellen nach rechts gerückt werden.
Das Umdrehungszählwerk kann durch eine Senkbewegung direkt in Eingriff
mit den Systemrädern gebracht werden, so daß Werte aus dem Einstellwerk
über die Zahnstangen, die Zahnsegmente, Zwischenräder und Systemwalze
(siehe Abb. 2) in das Umdrehungszählwerk einlaufen können.
Dies erfolgt, wenn der Multiplikator in die Maschine eingegeben wird.
Das Umdrehungszählwerk dient, wie in den meisten (nicht z.B. in Mod. 505)
früheren Geräten, als Multiplikatorwerk.
Bei der Ausführung
einer Multiplikation wird das Multiplikatorwerk stellenweise auf Null
abgerechnet. Dabei werden Werte von 6 bis 9 subtraktiv behandelt ("verkürzte
Multiplikation", z.B. 7 = 10 - 3, das entspricht drei Minusumdrehungen
und dann an der nächst höheren Stelle eine Plusumdrehung).

Abb. 8: Plus/Minus-Steuerung:
(1) Löschwelle UW mit Anschlägen, (2) Hauptzählwerk, (3) Steuerhebel
Die Steuerung
dazu wird an Kurvenscheiben, die auf der Zwischenradwelle sitzen, abgenommen.
Diese enthalten für die Werte 6 bis 9 eine Aussparung, so daß ein Fühler
einfallen kann. Dieser Fühler betätigt einen auf der Löschwelle gelagerten
Anschlag für einen Steuerhebel.
Die Abb.8 zeigt den
Steuerhebel, der vor der Löschwelle des Umdrehungszählwerkes sitzt, und
nach dem Abheben des Gehäuses sofort ins Auge fällt.
Bei der Schlittenbewegung nach rechts schlagen die nach oben ausgelenkten
Anschläge (in Abb.8 bei der 4. und 5. Stelle) an den Steuerhebel und drücken
ihn nach rechts. Dies bewirkt eine Umsteuerung des Rechenwerks auf Subtraktion.

Beschreibung der
Multiplikation
Der Multiplikator läuft
nach Drücken der Taste x in das Umdrehungszählwerk ein, der Multiplikand
in die Systemwalze nach Betätigung von [ =* ].
Das Schaltklinkensystem wird in Rotation versetzt, nachdem das Rechenwerk
mit ihm in Eingriff gebracht wurde. Oberhalb des Umdrehungszählwerks sitzt
eine Schaltfingerbrücke mit 10 Fingern (siehe Abb. 4), die je nach Rechnungsart
von unten nach oben oder von oben nach unten bewegt wird;
bei dieser Bewegung taucht der rechte schmale Finger in das in gleicher
Ebene befindliche Zahnrad des Umdrehungszählwerks ein und stellt es um
einen Zahn vor bzw. zurück.
Diese Bewegung wird durch zwei Kurven an der Systemwelle erzeugt; gesteuert
wird sie durch den Steuerhebel in der Abb.8.
Ist ein Zahnrad auf Null abgearbeitet, dann fällt ein Fühler in die Lücke
einer Anschlagscheibe, die sich für jede Stelle auf der Achse der Zwischenräder
befindet.
Dadurch wird die Kupplung für die Systemwelle bei Vollendung der nächsten
Umdrehung gelöst. Die zwischen den Zahnrädern des Umdrehungszählwerks
befindlichen Scheiben mit einer Aussparung (siehe Abb.9) bewirken die
Zehnerübertragung im Umdrehungszählwerk.

Abb.9: Umdrehungszählwerk
(von unten): (1) UW mit Scheiben für die Zehnerübertragung, (2) Zwischenräder
mit Kurvenscheiben für (+/-)-Steuerung, Anschlagscheiben für Abschaltung.
Neun der zehn Finger
auf der Schaltfingerbrücke (siehe Abb. 4) werden am Eintauchen in die
Zahnräder durch die Scheiben gehindert. Ein Eintauchen ist nur dann möglich,
wenn ein Finger auf eine Lücke in der Scheibe trifft und alle vorhergehenden
Finger ebenfalls.
Nach dem Abarbeiten
einer Ziffer des Multiplikators wird der Schlittenlauf eingeschaltet und
der Zählwerksschlitten um eine Stelle nach rechts verlegt.
Nach Abarbeiten der 8. Stelle wird der Zählwerksschlitten wieder ganz
nach links geschoben. Durch Kurvensteuerung des Antriebsgetriebes erfolgt
nach der Multiplikation automatisch eine Rückübertragung, wobei die Koppelräder
in die Systemräder eingeschwenkt werden. Durch Antrieb der Löschwelle
wird dann der Wert aus dem Rechenwerk über die Nullräder eingestellt und
gleichzeitig über Zahnsegment und Zahnstange in die Typenwelle und in
das Memorywerk übertragen. Anschließend erfolgt der Druck des Produktes.

Beschreibung der
Division
Nach Eingabe des Dividenden
und Drücken der Taste [ : ] wird der Stiftschlitten nach links in die
höchste Position verschoben und gleichzeitig der Rechenwerksschlitten
um 7 Positionen nach rechts, so daß der Dividend so weit wie möglich links
in das Rechenwerk einlaufen kann.
Der Divisor wird nach Drücken der Gleichheitstaste so in die Systemwalze
transportiert, daß er sich mit der höchsten Stelle im 10. Systemrad befindet
und daher in gleicher Ebene wie die höchste Stelle des Dividenden.
Die Division erfolgt in der üblichen Weise subtraktiv, wobei pro Stelle
eine positive Korrekturumdrehung notwendig ist.
Die Anzahl der Umdrehungen pro Stelle wird im Umdrehungszählwerk festgehalten.
Das Steuergetriebe enthält insgesamt 9 Klinkenkupplungen, die in einem
komplizierten Zusammenspiel im Verlauf der Einlese-, Rechen- und Druckvorgänge
präzise ein- und ausrasten müssen:
I - Einlesen, Rück- und Vorbewegung der Zahnstangen: "Eintragskupplung",
II/III - Löschwellen für Rechenwerk und Umdrehungszählwerk: "Löschkupplung"
R - und U-Werk,SR/SL - Schlittenlauf: "Schrittkupplung" rechts/links,
ZK - Koppeln und Entkoppeln des Hauptzählwerkes mit den Zwischenrädern:
"Zwischenkupplung" ZK1 bis Vorhalt, ZK2 nach Vorhalt,
HS - Rotation der Systemwelle: "Hauptsystem-Kupplung",
R1 - Rückübertragung vom Hauptzählwerk: "Rückübertragungskupplung"
R2 - Rückübertragung vom Umdrehungszählwerk,
DR - Betätigung des Druckwerkes (D1) mit Schlittenlauf für die Typenwelle
(D2): "Druckwerk-Kupplungen".

Abb.10: Ablaufschema:
Zusammenwirken der Kupplungen bei der Multiplikation
Dieses Zusammenspiel
wird in der Abb. 10 deutlich, die ein Ablaufschema der Multiplikation
wiedergibt.

Schlußbemerkungen
Wie schon in der Einleitung
angedeutet, hat man mit der Hamann 600 versucht, den Wettstreit zwischen
elektronischer und elektromechanischer Bauweise, welche der beiden sicherer
und schneller sei, zu Gunsten der alten Technik zu beeinflussen.
Die solide Art, eine
Funktion (Schaltung über eine Kupplung) zu beenden, bevor die nächste
startete, wurde verlassen zu Gunsten des dringend notwendigen Zeitgewinns.
Die Schnelligkeit des elektronischen Tischrechners erreichte man damit
immer noch nicht, aber man verlor die Sicherheit und Zuverlässigkeit der
bisherigen mechanischen Geräte.
Der druckende Rechenautomat
Hamann 600 (bzw. 1630) ist wegen der Vernichtungsaktion von 1970 äußerst
selten, dem Verfasser sind nur zwei Standorte bekannt: Hamburg und Markgröningen.
Wer einen solchen irgendwo findet, sei es in einer Büromaschinen-Werkstatt
oder auf dem Flohmarkt, der sollte zugreifen und sich nicht von dem modernen
("nicht sammelwürdigen") Aussehen, von der Größe oder vom Gewicht schrecken
lassen. Man erwirbt mit dieser Maschine ein Stück Endgeschichte des mechanischen
Rechners. Eines ist aber wohl klar: Man wird das Gerät kaum zum Rechnen
bringen.
Schließlich sei zwei Spezialisten der Rechen- maschinen-Geschichte und
-Technik für ihre interessierte und kritische Mitwirkung an der Entstehung
dieses Aufsatzes gedankt: Herrn Werner Lange für die kaum einschätzbaren
Vorarbeiten, deren Ergebnisse in der Literaturliste zu finden sind und
an die nahtlos angeknüpft werden konnte, und Herrn Hartmut Koch, dessen
Detailkenntnisse an einigen Stellen zu präziseren Formulierungen und zu
Ergänzungen beigetragen haben.

Literatur
- Hartmut Koch, Hamann-Rechenmaschinen:
Modelle und Daten, unveröffentlichtes Manuskript 1987
- Werner Lange, Die
Arbeit von Christel Hamann. In: Der Büromaschinen-Mechaniker H.11 (1960),
S. 83 - 85.
- ders., Ein kurzer
Blick in die Hamann-Rechenmaschinen. In: Der Büromaschinen-Mechaniker
H.19 (1960), S.245 - 246; H.23 (1961), S.65 - 66; H.27 (1961), S.168
- 169; H.68 (1964), S.186 - 188.
- ders., Ein interessanter
Außenseiter: Hamann Rechenmaschinen. In: Der Büromaschinen-Mechaniker
H.127 (1969), S.66 - 67.
- ders., Printing Calculators,
Folge 8. In: Büro-Wirtschaft Nr.8 (1978), S.26 - 29.
- ders., Mechanische
Rechenmaschinen, Wedel 1979 (Selbstverlag)
- W. Lind, Büromaschinen,
Füssen 1954
- Funktionsbeschreibung
Modell Hamann 600, SCM Deutschland 1968/1969
- Bedienungsanleitung
Rechenautomat Hamann 1630, SCM Deutschland, Frankfurt 1969
Bildnachweis
Abb. 2 nach W. Lange
[5], geändert;
Abb. 6 nach W. Lange [5], vereinfacht;
Abb.10 aus Funktionsbeschreibung Modell 600 [8];alle anderen Abb. vom
Verfasser.

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