| Unterricht und das Problem seiner Objektivierung
Aufgrund eigener Erfahrungen denkt man beim Stichwort Unterricht einerseits
an Schüler, andererseits an die Tätigkeit des Lehrers. Einige
wesentliche Aktivitäten des Lehrers im konventionellen Unterricht
sind nachstehend zusammengestellt.
1. Information Der Lehrer ist innerhalb des von den Lehrplänen
abgesteckten Rahmens verantwortlich für Auswahl, Aufgliederung, Darbietung
und Vermittlung von Lehrstoff. Dafür wendet er gegenwärtig den
größten Teil der Unterrichtszeit auf.
2. Lernorganisation. Der Lehrer muß dafür sorgen,
daß die Schüler den Lehrstoff assimilieren. Diese Assimilation
bedeutet sowohl gedächtnismäßige Aneignung von Fakten als
auch die planmäßige Entwicklung der Fähigkeiten des Schülers.
3. Kontrolle. Der Lehrer muß sich in größeren
oder kleineren Intervallen vom Lernfortschritt der Schüler überzeugen.
(Dies geschieht diskontinuierlich durch die von Zeit zu Zeit stattfindenden
Klassenarbeiten; andererseits findet wenigstens theoretisch während
des Unterrichts fortlaufend eine Beobachtung des stoffbezogenen Schülerverhaltens
statt.) Für Kontrollen wendet der Lehrer im Durchschnift etwas mehr
als 10 Prozent der Unterrichtszeit auf.
4. Motivation. Der Lehrer versucht, das Interesse des Schülers
auf den von ihm ausgewählten Lehrstoff zu lenken.
5. Beratung. Die persönlichen Beziehungen zwischen Schüler
und Lehrer finden ihren Niederschlag in einem Eingehen auf das nicht stoffbezogene
Verhalten des Schülers. In diesen Bereich gehört das Problem
der Disziplin ebenso wie der stoffunabhängige Gedankenaustausch zwischen
Schüler und Lehrer, soweit der Lehrer als Bezugsperson akzeptiert
wird.
Die Arbeitshypothese der Unterrichtstechnologie besagt, daß nicht
alle der eben aufgeführten Funktionen des Lehrers untrennbar an einen
personalen Mittler gebunden sind. Vielmehr können Teilfunktionen des
Unterrichts durch Lehr- und Arbeitsmedien objektiviert werden.
Gemeinhin verbindet man mit dem Begriff Lehrmedium die Vorstellung von
langer Entwicklungszeit und hohem finanziellem Aufwand. Aus langer Erfahrung
des Verfassers in
der Produktion solcher aufwendiger Lehrmedien ergab sich jedoch die
Vermutung, daß nicht das Lehrmedium, sondern ein zweiter Faktor der
entscheidende bei der Unterrichtsobjektivierung ist, nämlich die Einstellung
des Lehrers zum Unterrichtsmittel und seiner Funktion im Lernprozeß
der Schüler.
Um diese These zu überprüfen, muß ein möglichst
einfaches Unterrichtsmittel in Verbindung mit einer möglichst radikalen
Änderung des Lehrerverhaltens beobachtet werden. Damit dieses Experiment
Beweiskraft erlangt, muß es einen hinreichend großen Zeitraum
umfassen, Um eine objektive Aussage über den Lernerfolg zu sichern,
ist als Abschluß eine Prüfung nötig, auf deren Anforderungen
derVersuchsleiter keinen Einfluß hat. Schließlich ist eine
Vergleichsgruppe erforderlich.
Randbedingungen des Versuchs
Ein derartiger Versuch fand statt mit zwei achten Klassen (12. Schuljahr)
eines sprachlichen Gymnasiums. Er begann mit dem Schuljahr 1968/69 und
endete 2 Jahre später mit dem Abitur der beteiligten Klassen. Vom
Versuch war nur das Fach Mathematik betroffen. Eine Auswirkung auf den
Stundenplan oder auf andere Fächer, überhaupt jede Einwirkung
auf Bereiche, die außerhalb des Mathematikunterrichts lagen, sollte
vermieden werden. Auch ein nennenswerter Aufwand war von vornherein ausgeschlossen.
(Der versuchsbedingte Mehraufwand betrug in den beiden Schul-jahren weniger
als 10, DM.) Es mußte ferner dafür gesorgt werden, daß
für die Schulaufsicht kein Anlaß zu Befürchtungen hinsichtlich
des Unterrichtserfolgs entstehen konnte. Es versteht sich von selbst, daß
der Versuch nur mit Zustimmung einer qualifizierten Mehrheit der Schüler
stattfinden konnte.
Ziel des Versuchs
Es sollte überprüft werden, ob die Aufgaben der Information
und- in Grenzen - der Kontrolle überwiegend an ein Lehrmedium delegiert
werden können.
Lernziele
Der Versuch war in 10 Abschnitte gegliedert. Für jeden Abschnitt
erhielten die Schüler einen Katalog konsekutiver Groblemziele. (Diese
Grobzielkataloge sind nur für den Mathematiker von Interesse; ihre
Wiedergabe unterbleibt daher wegen des beschränkten Raums.)
In den ersten 8 Abschnitten wurden die Groblemziele in gewissen Grenzen
dadurch operationalisiert, daß Aufgaben des Lehrbuchs angegeben wurden,
deren Bearbeitung in besonderem Maße die Vertrautheit mit den Lernzielen
fördern konnte. Vom zweiten Abschnitt an wurden dabei diejenigen Aufgaben
besonders gekennzeichnet, für die eine sorgfältige schriftliche
Bearbeitung wünschenswert schien. Ebenfalls vom zweiten Lernabschnitt
an wurde eine Empfehlung für die zeitliche Aufteilung der Arbeit gegeben.
lm Abschnitt9 dienten ausgewählte Aufgaben der früheren zentralen
Reifeprüfungen in Baden-Württemberg der Operationalisierung.
Abschnitt 10 begann nach dem schriftlichen Abitur. Grundlage der Arbeit
der Schüler war in diesem Abschnitt eine Sammlung mündlicher
Reifeprüfungsaufgaben.
Unterrichtsmedien
Die Unterrichtsmedien wurden auch da auf das Primitivste beschränkt,
wo ein Rückgriff auf speziell für den Selbstunterricht konzipierte
Medien möglich gewesen wäre. Die nachfolgende Aufzählung
ist vollständig:
Lehrbuch: Lambacher-Schweizer: Analysis, Kurzausgabe, Klett, 1967
Lambacher-Schweizer: Analytische Geometrie, Kurzausgabe, Klett, 1967
Lösungsheft zu den beiden Lehrbüchern (in je einem Exemplar)
Ausgearbeitete Lösungen für einzelne Aufgaben aus dem Lehrbuch
Sammlung von Reifeprüfungsaufgaben früherer Jahre (Baden-Württemberg)
Ausgearbeitete Lösungen einzelner Aufgaben
Schreibprojektor mit Transparenten nach Schülervarlagen (Der Schreibprojektor
wurde nur im Abschnitt 2. verwendet)
Aufgaben zur mündlichen Peifeprüfung, Teil 1 Analysis, Teil
II Analytische Geometrie, Klett, 1960
Verfahren
Nach Ausgabe eines neuen Arbeitsplans wurde der Klassenverband aufgelöst.
Zu frontalem Unterricht kehrte der Verfasser nur zurück, wenn dies
vom Klassensprecher erbeten wurde. Das geschah in der Regel zu Beginn eines
Arbeitsabschnitts. Der Frontalunterricht beschränkte sich dabei auf
eine zirka 20 Minuten dauernde Einführung in die neue Problematik
und die Erläuterung des Arbeitsplans. Anschließend arbeiteten
die Schüler teils einzeln, teils in Gruppen wechselnder Größe.
Im Verlauf der Arbeit wurde der Lehrer von manchen Gruppen fast nie um
Hilfe gebeten, andere Gruppen nahmen den Lehrer häufig in Anspruch.
Die Hilfe des Lehrers bestand in Hinweisen zur Arbeitstechnik, wenn die
anstehende Frage vom Lehrbuch oder den anderen Hilfsmitteln beantwortet
wurde. Nur in den Fällen, in denen die Fragen über die Angaben
des Lehrbuchs oder der anderen Hilfsmittel hinausgingen, gab der Lehrer
auch Sachinformationen oder fachbezogene Denkanstöße. Während
des zweiten Arbeitsabschnitts wurden einzelne Ausarbeitungen von den Schülern
in Projektionstransparente umgesetzt und vor der Klasse besprochen. Dies
wurde als unbefriedigend empfunden. Von da an lagen die Ausarbeitungen
nur noch (während derMathematikstunde) im Klassenzimmer auf. Diese
Ausarbeitungen wurden vorher vom Lehrer - auf Wunsch in Gegenwart des Bearbeiters
- korrigiert.
Da den Schülern Form und Umfang ihrer Arbeit sowie die Zeiteinteilung
freigestellt war, wurden naturgemäß keine Hausaufgaben gestellt.
Verlauf
Die Arbeit in den beiden Klassen zeigte bald große Unterschiede.
Diese verringerten sich erst gegen Ende der Versuchszeit ein wenig.
Die Klasse 8a wurde von den Kollegen als leistungsfähig, aber
arrogant beschrieben. In dieser Klasse entwickelte sich bald eine gute
Arbeitsatmosphäre. Deutlich überwog in dieser Klasse Einzelarbeit
oder Partnerarbeit zwischen Nebensitzern. Anleitung zur selbständigen
Arbeit war verhältnismäßig selten nötig. Fragen der
Schüler betrafen öfters die selbständige Weiterentwicklung
der Lerninhalte.
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Die Klasse 8b hatte dagegen den Ruf, eine Ansammlung ,,trüber
Tassen" zu sein, wie sie es schon seit langem nicht mehr an der Schule
gegeben habe. In den ersten Wochen saßen viele hilflos vor dem Lehrbuch,
unfähig, daraus Information zu entnehmen. Zahlreiche motivierende
Einzelgespräche waren nötig, ehe die Auseinandersetzung mit Text
und Aufgaben des Lehrbuchs aufgenommen wurde. Die Diskussion in den Gruppen
griff oft nach sehr kurzer Zeit auf mathematikfremde Gebiete über.
Hier stieg der Lehrer anfangs in die sachfremden Gespräche ein, um
sie nach kurzer Zeit behutsam wieder auf mathematische Gegenstände
zurückzuführen. Das wurde von den Schülern akzeptiert. Bei
auftauchenden Schwierigkeiten gaben die Schüler sehr schnell auf:
,,Wenn Sie mir jetzt nicht sagen, wie es geht, dann lasse ich mir die Aufgabe
von (dem mathematisch leistungsfähigen) Klaus erklären." Hier
waren ebenfalls zahlreiche Gespräche über selbständige Arbeit
erforderlich. Erfreulicherweise war auch der Schüler Klaus bereit,
sich zurückzuhalten. Schließlich gründete ein Teil der
Klasse eine mathematische Arbeitsgemeinschaft unter der Leitung des Schülers
Klaus. Mehrere Monate lang kamen die Betreffenden regelmäßig
an einem Nachmittag der Woche in der Schule zusammen.
In den ersten 3 Lernabschnitten lagen die Leistungen der Schüler
bei Klassenarbeiten im Rahmen des Üblichen. (In begrenztem Umfang
war ein Vergleich mit zwei achten Klassen möglich, die der Verfasser
6 Jahre zuvor zum Abitur geführt hatte. Zu den Unsicherheiten des
Vergleichs trugen die Kurzschuljahre bei, von denen die Versuchsklassen
betroffen waren.) Die Klassenarbeit am Ende des 4. Abschnitts fiel schlecht
aus. Neben sonstigen Einflüssen machte sich der Wintersport bemerkbar,
der die Lernzeit der Schüler einengte. Verständlich ist, daß
die Schüler dabei dem Prinzip des kleinsten Zwangs folgten und ihre
Bemühungen für Mathematik verringerten, nachdem sie inzwischen
bemerkt hatten, daß der Lehrer tatsächlich keine schulischen
Zwangsmaßnahmen einleitete, wenn einzelne Schüler nicht einmal
während der Unterrichtszeit überwiegend mit Mathematik beschäftigt
waren. - Die Abstimmungen, die regelmäßig im Anschluß
an die Besprechung der Klassenarbeiten über die Fortsetzung des Versuchs
entschieden, ergaben zum ersten Mal nur eine bescheidene Mehrheit für
den neuen Arbeitsstil. Ein Schüler schaltete die Schulaufsicht ein,
um den Abbruch des Versuchs zu erzwingen. (Vielleicht hat das erkennbar
unfreundliche Interesse der Schulaufsicht mit dazu beigetragen, daß
der Versuch erfolgreich im Einvernehmen mit dem größeren Teil
der Schüler vom Abschnitt 4 abgesehen immer mehr als 80 Prozent -
zu Ende geführt werden konnte.)
Schon im 6. Arbeitsabschnitt war nach dem Eindruck des Lehrer die Arbeitsmoral
der Schüler wieder erheblich besser. Sie blieb dann bis zum Abschluß
der Schulzeit gut.
Die Leistung der Schüler im Abitur
In Baden-Württemberg, wo der Versuch stattfand, werden die Abituraufgaben
zentral gestellt und anonym nachkorrigiert. Van daher bekommt das in Schulnoten
ausgedrückte Ergebnis des geschilderten Arbeitsstils ein gewisses
Maß von Objektivität. Es werden drei Aufgaben aus der Analysis
und drei Aufgaben aus der analytischen Geometrie gestellt. Am Morgen der
Prüfung erhält der Fachlehrer diese sechs Aufgaben in einem verschlossenen
Umschlag und wählt dann aus jedem der beiden Gebiete eine Aufgabe
aus. Die beiden gewählten Aufgaben müssen von den Schülern
bearbeitet werden.
Von Klasse 9a nahmen 25 Schüler (10 Schülerinnen, l5 Schü-1er)
und von Klasse 9b 26 Schüler (9 Schülerinnen, 17 Schüler)
an der schriftlichen Reifeprüfung teil. Die Durchschnitte sollen den
Landesdurchschnitten für sprachliche Gymnasien gegenübergestellt
werden:
25 Schüler 26 Schüler 1502 Schüler
Klasse 9a Klasse 9b Land BW
Anmeldung 3,2
3,4 3,24
Erstkorrektur
2,9 3,3
3,40
Zweitkorr. ?
? 3,52
Drittkorr. 2,9
3,3 3,44
Endnote 3,1
3,2
Beide Klassen lagen also in der schriftlichen Prüfung über
dem Landesdurchschnitt, davon die Klasse 9a nahe an der drittbesten Klasse
des Landes mit dem Durchschnitt 2,74 (In früheren Jahren hatte die
Schule nicht überdurchschnittlich abgeschlossen; wenige Jahre zuvor
kam von der Schule der schlechteste Landesdurchschnitt; in einem nachfolgenden
Abitur wurden in der schriftlichen Prüfung Durchschnitte von 4,3 und
4,7 erreicht.)
Mit diesem Ergebnis ist nachgewiesen, daß unter den Bedingungen
des Schulalltags Lernerfolge bei den Schülern auch dann erzielt werden,
wenn der Lehrer die sonst als seine Hauptaufgabe angesehene Vermittlung
von Informationen fast völlig Lehrmedien überläßt.
Diese Lehrmedien müssen dabei, wie das Beispiel zeigt, nicht die Kriterien
von Unterrichtsprogrammen aufweisen.
Es wäre interessant, einen derartigen Langzeitversuch nun auch
unter Verwendung besser geeigneter Lehrmedien zu wiederholen. Langfristig
könnten dadurch im Bildungswesen nicht nur gute Lernerfolge erzielt
werden. Vielmehr läßt sich vermuten, daß sowohl die Lernzeit
der Schüler als auch der pro Schüler eingesetzte finanzielle
Aufwand gesenkt werden könnten. Unabhängig davon entwickeln Schüler,
die in der beschriebenen Weise gearbeitet haben, eine andere Einstellung
zum Lernen. Wenn man Lernen lernen als ein wesentliches Ziel des Gymnasiums
ansieht, ist dieser Gesichtspunkt der wichtigste.
Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, daß diese
Arbeitsform auch bei jüngeren Schülern erfolgreich ist, soll
an anderer Stelle erörtert werden. Die derzeitige Reform des Unterrichts
der Grundschule weist in diese Richtung.
Rückblick auf den Versuch
Am letzten Unterrichtstag vor der mündlichen Reifeprüfung,
also ehe der Schüler das Ergebnis der schriftlichen Prüfung mitgeteilt
bekamen, führte der Lehrer in beiden Klassen ein Befragung über
die Einstellung der Schüler zum Versuch durch. Die Auswertung des
Fragebogens und der Tonbandprotokolle - beides ist für eineWiedergabe
in diesem Zusammenhang zu umfangreich - ergab ein deutliches Uberwiegen
der zustimmenden Äußerungen.
Für den Lehrer stellte sich von Anfang an als wichtigstes Instrument
freien Lernens die Möglichkeit zu Selbstkontrolle heraus. Der Erfolg
eines Lehrmediums steht und fällt also mit der Qualität der Selbstkontrollen,
die zum Lehrmedium gehören. Die Informationsquelle spielt in Fächern
wie Mathematik bereits eine untergeordnete Rolle.
Der Verfasser glaubt, daß der Versuch reproduzierbar ist und
daß sein Ergebnis noch besser ausfallen würde, wenn neben besseren
Lehrmedien und Instrumenten der Selbstkontrolle auch Erfahrungen in Gruppendynamik
eingesetzt werden könnten.
Folgerungen
Die Rolle des Lehrers beim Lernprozeß der Schüler muß
überdacht werden.
Alternativen zur Praxis des heutigen konventionellen Unterrichts sind
möglich, und sie müssen in größerem Umfang erprobt
werden, weil sie unter Umständen wirksamer zum Erreichen der nicht
fachbezogenen Lernziele beitragen, ohne die fachbezagenen Lernziele einzuengen.
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Die Ergebnisse dieser Erprobungen geben Anlaß, auch die Lehrerausbildung
dahingehend zu überprüfen, wie sie die Lehrer darauf vorbereitet,
die optimale Rolle bei der geistigen Entwicklung der Jugend zu übernehmen.
Es sind verstärkte Bemühungen um objektivierte Kontrollmöglichkeiten
für das schulische Lernen erforderlich. Diese Kontrollen müssen
so angelegt sein, daß sie als Instrumente der Selbstkontrolle für
die Schüler geeignet sind.
Zusammenfassung
Es wird dargestellt, daß zur Zeit der Lehrer nach seinem Selbstverständnis
in erster Linie Information vermittelt. Daneben trägt er zur Lernorganisation
der Schüler bei, kontrolliert das Lernen der Schüler, motiviert
die Schüler zum Lernen und steht ihnen als Gesprächspartner zur
Verfügung.
Als Kontrast zu dieser Verteilung der Gewichte wird eine zweijährige
Versuchsperiode, an der 51 Schüler beteiligt waren, geschildert. Kennzeichen
des Versuchs ist der weitgehende Verzicht des Lehrers auf die Rolle des
lnformators und die Verlagerung seiner Tätigkeit auf Lernorganisation
und Motivation.
Die beiden Versuchsklassen schneiden in der zentralen Reifeprüfung
in dem betroffenen Fach gut ab. Die Schüler beurteilen den Versuch
überwiegend in seinen wesentlichen Punkten positiv. Aus dem Versuch
leitet der Verfasser die vorher wiedergegebenen Folgerungen ab.
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