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Studierendenbefragung zum Online-Semester an der PH Ludwigsburg:

Technische Probleme nehmen ab, digitale Lehre wird positiver bewertet, Wunsch nach Präsenz bleibt

Vor rund einem Jahr stellte die Corona-Pandemie auch das Lehren und Leben an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg auf den Kopf. Nun ist bereits das zweite Online-Semester abgeschlossen und die Planungen für das digitale Sommersemester laufen. Um die Erfahrungen der Studierenden mit der digitalen Lehre im Wintersemester 2020/21 evidenzbasiert auszuwerten, fand im Februar 2021 zum zweiten Mal eine Online-Befragung zum Online-Semester der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg statt. Ziel war es, wie auch im Sommer 2020, ein Meinungsbild zu der subjektiven Zufriedenheit der Studierenden mit ihren Studiengängen und der veränderten Arbeitsweise zu erhalten. Die Beteiligung war erneut sehr gut: Von den 6.372 Studierenden nahmen 3.619 an der Befragung teil (56,8 %). Die Ergebnisse werden Ausgangspunkt für weitere Überlegungen und Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung in Studium und Lehre sein.

Ein erfreuliches Ergebnis der Befragung ist, dass die technischen Probleme mit der Lernplattform Moodle stark gesunken sind. Gaben im Sommersemester noch 31 Prozent an, unter einem schwer zugänglichen oder langsamen Moodle zu leiden, waren es im Februar nur noch 10,2 Prozent. Das spricht dafür, dass die Erhöhung der Serverkapazitä-ten der Hochschule zu dieser erheblichen Verbesserung beigetragen hat. Der Anteil der Studierenden, die angaben, nur langsames oder instabiles Internet zu haben, ist jedoch leicht gestiegen (von 40,9 auf 43,3%). Um wenigstens einen Teil dieser Probleme aufzufangen, bietet die Hochschule wieder Lern- und PC-Arbeitsplätze an, in denen Studierende unter Einhaltung der Corona-Vorgaben arbeiten können. Auch mit Online-Konferenzen haben immer noch rund ein Viertel der Studierenden erhebliche Probleme (27,7 % gegenüber 32,7 % im ersten Online-Semester).

Der Anteil der Studierenden, die eine reine Präsenzlehre vorziehen, ist mit 16,6 Prozent konstant geblieben. Aber die positive Bewertung der Online-Lehre nimmt leicht zu. So sind die Studierenden mit den besuchten Online-Kursen etwas zufriedener als im vorigen Semester und der Anteil der Befürworter reiner Online-Lehre ist von 6,9 auf 7,9 Prozent gestiegen, wobei die Zufriedenheit mit der Lehre immer noch deutlich unter den Werten aus Präsenzzeiten liegt Um die Qualität der Angebote weiter zu verbessern und Hilfestellungen zu geben, werden von der Stabsstelle Digitalisierung in Lehre, Studium und Weiterbildung zahlreiche Schulungen, digitale Fortbildungen, Video-Tutorials, Veranstal-tungsreihen und Beratungen für alle Mitglieder der Hochschule angeboten. Dennoch bleibt die Situation für einen Teil der Studierenden auch nach wie vor schwierig. 14,6 Prozent der Studierenden gaben an, durch die Online-Lehre persönlich überfordert zu sein und dadurch nicht genügend viele Lehrveranstaltungen besucht zu haben. Als Gründe für die Überforderung wurde neben technischen Problemen hauptsächlich die „fehlende Zeitstruktur meiner Arbeitstage“ angegeben.
Interessant ist der Befund, dass männliche Studierende mit einem Anteil von 22,2 Prozent signifikant häufiger überfordert sind als weibliche Studierende mit 13,0 Prozent: „Die signifikanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen bestehen auch unabhängig von den Abiturnoten der Studierenden“, stellt der Evaluationsbeauftragte der PH, Dr. Stefan Fuß, fest.

„Die Online-Lehre hat - ausgelöst durch die Pandemie - einen starken Schub bekommen, von dem wir dank des großen Engagements aller Beteiligten auch in Zukunft profitieren können,“ stellt Rektor Prof. Dr. Martin Fix fest. Er schränkt jedoch ein, dass die Erleichterung der Arbeit durch virtuelle Treffen seiner Erfahrung nach vor allem dann gegeben ist, wenn sich die Personen bereits kennen. Die Studienanfänger*innen des Corona-Jahres können nicht auf persönliche Begegnungen zurückgreifen, weshalb die Herausforderung für sie besonders groß erscheint. Allerdings geben in der Befragung Studierende in den Anfangssemestern durchweg bessere Bewertungen ab als Studierende in höheren Semestern.

Da der Lehrbetrieb im Sommersemester 2021 im Grundsatz noch einmal digital erfolgen muss, planen Studierende des AStA, Studienberater*innen der Fächer und des Kompetenz-zentrums für Bildungsberatung der PH wenigstens zum Start des Sommersemesters am 7./8. April für die Studienanfängerinnen und -anfänger wieder Präsenz-Angebote in kleinen Gruppen (mit strengem Hygienekonzept), in denen es um die Einführung in das Studieren, aber auch um Hilfe zu Lerntechniken, Zeitmanagement und Organisation des Studiums geht. Mit ihren Sorgen, Ängsten und Problemen können sich PH-Studierende zudem vertraulich an den Beratungschat der Studierendenvertreter*innen wenden. Jeweils vor Beginn der Erstemester-Workshops sind Corona-Schnelltests vor Ort geplant.

„Es bleibt zu hoffen, dass im Sommersemester nicht alles digital erfolgen muss, sondern einzelne Angebote mit entsprechendem Hygienekonzept für unsere neuen Studierenden auch wieder in Präsenz stattfinden können“, wünscht sich nicht nur Rektor Fix. Ob dies eintrifft, hängt jedoch vom Infektionsgeschehen und der bis dahin geltenden Corona-verordnung ab.


Text zur freien redaktionellen Verwendung.

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