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Ausstellung „Jenny Heymann (1890-1996), ’Heyfrau’“

In der Galerie "Gang Art" an der PH ist seit dem 1. Februar 2018 die Ausstellung „Jenny Heymann (1890-1996), ’Heyfrau’“ zu sehen. Die kleine Ausstellung präsentiert Ergebnisse, die Studierende verschiedener Lehramtsstudiengänge im Rahmen eines Kompaktseminars im Bereich Educational Studies im Wintersemester 2017/18 erarbeitet haben. Melanie Elze begleitete als Gleichstellungsreferentin dieses Blockseminar, Dr. Alfred Hagemann als Lehrbeauftragter. Die Ausstellung wird bis Anfang April gezeigt.

Foto: privat

Jenny Heymann, eine 1890 geborene Stuttgarterin, war zunächst Unterstufenlehrerin, die Weimarer Republik ermöglichte ihr aber eine Weiterqualifizierung als Oberstufenlehrerin. Nach einem Berufsverbot durch die Nationalsozialisten (1933) war sie bis zu ihrer Emigration (1939) an einer jüdischen Reformschule in Herrlingen (bei Ulm) tätig. Nach der Rückkehr aus England (1947) unterrichtete sie am Goethe-Gymnasium Ludwigsburg und Hölderlin-Gymnasium Stuttgart. Nach ihrem Ruhestand war sie 1958 Geschäftsführerin bei der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Im Alter von 100 Jahren wurde sie mit der Otto-Hirsch-Medaille geehrt. „Heyfrau“, wie sie von ihren Herrlinger Schülern liebevoll genannt wurde, starb 1996 in Stuttgart und wurde im Familiengrab auf dem Pragfriedhof beigesetzt. Heymanns Nachlass findet sich im Stadtarchiv Stuttgart und den Hauptstaatsarchiven in Stuttgart und Ludwigsburg.

In einem begrenzten Zeitrahmen, an zwei Doppelterminen, befassten sich über vierzig Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen mit der Biographie und dem historischen Kontext. Zu den Arbeitsaufgaben gehörten die Erarbeitung einer Material- und Quellenauswahl, ein Experten- und Zeitzeugengespräch, eigene Recherchen (vor allem in Archiven), eine Fotodokumentation, die Auswertung von Audiodateien und die Erstellung von Informations- und Präsentationsmaterialien. Entstanden sind eine kleine Ausstellung, die sich an vier Epochen und zahlreichen Schwerpunktthemen orientiert, eine Begleitbroschüre und zahlreiche neu erschlossener Quellen.

Zahlreiche Schwerpunktthemen, Wünsche und Lücken wurden bei der Erarbeitung deutlich: Etwa die Situation der Juden in Württemberg in den 1920er Jahren, das assimilierte, liberale und bürgerlich lebende Judentum und sein Werte- und Bildungshorizont, seine Identifikation mit dem Schwäbischen und mit Stuttgart, das Emanzipatorische an Jenny Heymann oder das spezifisch Familiengeschichtliche. Elze und Hagemann sind davon überzeugt, dass die Erstellung einer umfassenden Biographie von Jenny Heymann erst noch eine Zukunftsaufgabe ist. Die Ludwigsburger Ausstellung liefert neue Impulse dazu.

 

 


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