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Die Sport- und Schwimmhalle bleibt geschlossen.

Von: Pressemitteilung des Amts Ludwigsburg von Vermögen und Bau Baden-Württemberg

16-10-2018

„Es sieht leider nicht gut aus. Wir fürchten, dass die Halle nicht mehr in dieser Form in Betrieb gehen kann und jetzt schon in Teilen abgerissen werden muss.“ bedauert die Amtsleiterin Corinna Bosch des zuständigen Amts Ludwigsburg von Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Die erneute statische Prüfung hat ergeben, dass der Konstruktion der Halle nicht abschließend getraut werden kann. „Die Sicherheit unserer Gebäudenutzer geht vor. Wir müssen ausschließen, dass jemand zu Schaden kommt“ so Bosch.

Die Halle ist seit dem 6.9.2018 gesperrt. Es wurde seither untersucht, ob die problematischen Träger provisorisch gesichert werden können. Doch dies ist baukonstruktiv leider nicht so einfach möglich. Stattdessen sind weitere Probleme dazu gekommen: Auch den Deckenplatten des Flachdachs kann keine ausreichende Sicherheit zugeschrieben werden. Hier wurden in den 1960er Jahren Betonfertigteilplatten mit dem sog. Sigma oval Spannstahl verbaut, der für Spannungsrisskorrosion besonders empfindlich ist. Das kann zum Bauteilversagen ohne Vorankündigung führen. Durch das immer wieder undichte Dach könnte im Laufe der Zeit Wasser eingedrungen sein und die Spannstähle zum korrodieren gebracht haben. Daher müsste der Zustand der Spannstähle jetzt überprüft werden um sicher zu gehen, dass keine der Deckenplatten herab stürzt. Der Aufwand hierfür ist unverhältnismäßig hoch, zeitaufwendig und das Ergebnis dieser Prüfung ist ungewiss. Darüber hinaus ist eine Prognose für die nächsten 4-5 Jahre schwer möglich.

Die Hoffnung, die alte Halle noch bis zur Fertigstellung der neuen am Leben zu erhalten, muss somit aufgegeben werden. „Bevor wir noch länger in eine abgängige Konstruktion mit begrenztem Erfolg investieren ist es nun besser die Flucht nach vorne anzutreten“ erklärt Bosch.

Die Planungen der neuen Sportund Schwimmhalle laufen auf Hochtouren, sie soll bis Ende 2022 fertig gestellt werden. Bis dahin muss für den Sport- und Schwimmunterricht eine Übergangslösung gefunden werden. Es muss eine kurzfristige Lösung für das nächste Semester bzw. Fortbildungshalbjahr gefunden werden und eine mittelfristige bis zur Fertigstellung der neuen Halle.

Die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg und das Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik (LIS) suchen derzeit händeringend nach schnell verfügbaren Ausweichsportstätten. Doch dies gestaltet sich als extrem schwierig. „Die dauerhafte Schließung der Halle vor der Erstellung des Neubaus ist äußerst problematisch“, so der Rektor der PH Professor Dr. Martin Fix. „Für das laufende Semester wurde alles Erdenkliche getan, um einen eingeschränkten Lehr- und Prüfungsbetrieb für die Sportstudierenden in Ersatzsportstätten der Region möglich zu machen. Doch auch für die kommenden Semester müssen jetzt Lösungen gefunden werden, um das Studium im Fach Sport aufrechterhalten zu können. Hierzu sind wir auch auf ministerielle Unterstützung angewiesen.“

Auch das Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik, das zusammen mit der PH Schwimmbad und Halle nutzt, ist betroffen und fürchtet um die Fortbildung der Sportlehrer: „Wenn wir für Lehrkräfte keine Fortbildungen zur Rettungsfähigkeit durchführen können, droht in der Folge der Schwimmunterricht in den Schulen auszufallen“ erklärt der Amtsleiter Edwin Gahai.

Für die mittelfristige Lösung müssen nun Alternativen gesucht werden, die den Sportunterricht und die Fortbildungsmaßnahmen möglichst rasch und am besten vor Ort wieder ermöglichen. Es kommen Lösungen angefangen vom einem Abbruch des Hallendaches und einem neuen Notdach bis hin zu Traglufthallen in Betracht.

Die ersten Probleme mit der Konstruktion der Halle sind bereits Ende 2017 aufgetreten. Auch damals musste vorübergehend gesperrt werden. Die beiden betroffenen Stirnseiten wurden in der Folge statisch verstärkt: Im Bereich der beiden betroffenen äußeren Hauptträger wurden zusätzliche Pfettenabhängungen eingebaut. An den Stirnseiten war die Konstruktion der Abhängungen an den Trägern besonders ungünstig, so dass Wasser über die Jahre in die Konstruktion eindringen konnte und zur Korrosion geführt hat. Die Abhängungen in den mittleren Feldern wurden bislang bautechnisch als in noch stabilerem Zustand eingeschätzt. Doch hier sind jetzt die aktuellen Probleme aufgetreten.

 

 


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