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Geteiltes Erbe – widersprüchliches Erbe? Ein internationales Projekt fragt nach dem Kulturerbe in Migrationsgesellschaften

Das Institut für Kulturmanagement der PH Ludwigsburg und das Beit Berl College, Israel, starten ein studentisches Forschungslabor – ein Projekt, das durch die Baden-Württemberg Stiftung unterstützt wird.

Das Institut für Kulturmanagement der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg startet im Wintersemester 2019/20 mit dem Masterstudiengang Kunsterziehung des israelischen Beit Berl College nahe Tel Aviv ein gemeinsames Projekt zum Thema „Shared and Contradicitionary Heritage? Perspectives on German and Israeli Arts, Museums and Societies“. Es handelt sich um ein Projekt im Rahmen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs für Studierende – BWS plus, einem Programm der Baden-Württemberg Stiftung. Das Projekt wird über zwei Jahre mit einer Summe von 57.000 € unterstützt.


Kern der Zusammenarbeit ist ein studentisches Forschungslabor, in dem ab dem Sommersemester 2020 rund 20 deutsche und israelische Master-Studierende im Rahmen ihrer Curricula zusammenarbeiten werden. Das Projekt hat Modellcharakter: Zum einen tauschen sich die Studierenden kulturvergleichend über eine relevante gesellschaftliche Fragestellung aus. Zum anderen wird die inhaltliche Arbeit mit neuen Formen des Lehrens und Lernens sowie studentischer Mobilität verbunden. Die Studierenden verbringen je eine Woche im Partnerland. Zugleich untermauert das Projekt die 30-jährige strategische Partnerschaft beider Hochschulen.


Israel und Deutschland verbindet viel - das gilt nicht nur in Hinblick auf die lange jüdische Kulturtradition in Europa und den Holocaust, der das Gedächtnis beider Länder auf immer miteinander verwoben hat. Auch die Gesellschaften beider Staaten der Gegenwart weisen Gemeinsamkeiten auf: Israel und Deutschland wurden im 20. Jahrhundert zu Ein- und Zuwanderungsländern, deren Gesellschaften sich heute als Migrationsgesellschaften darstellen. Hier wie dort leben Migranten und Geflüchtete auf längere Zeit in den Ländern und hinterlassen ihre Spuren; dabei leisten auch sie einen Beitrag zur Kultur, zur Geschichte und zum Alltag in diesen Gesellschaften. So stellt sich für Kulturschaffende in beiden Ländern, wenn auch unter politisch unterschiedlichen Vorzeichen, die Frage: Wie wird der Beitrag von Migranten und Minderheiten zum Kulturerbe dieser Gesellschaften sichtbar – und wer ist dafür verantwortlich?


Diese Gedanken greift das studentische Forschungsprojekt als Ausgangspunkt auf. Nach einer inhaltlichen Vorbereitungsphase werden die Studierenden ab dem Sommersemester 2020 in Tandems zusammenarbeiten, sich über das Kulturerbe ihrer Länder informieren, Experten zur Herkunft von Artefakten und zur Bedeutung der Vermittlung in Museen befragen sowie Strukturen von Institutionen und deren kulturpolitischen Auftrag analysieren. Die so ermittelten Einschätzungen sollen in einer Studie in Form von Werkstattberichten publiziert werden, die von Beiträgen beteiligter Dozenten und interessierter Experten ergänzt werden können.


Die Idee zum Projekt entstammt einem gegenseitigen ERASMUS-Gastdozentenaustausch der beiden Projektleiterinnen Dr. Christiane Dätsch (Institut für Kulturmanagement) und Dr. Chava Brownfield-Stein (Masterstudiengang Kunsterziehung, Beit Berl College). Das Beit Berl College, 1946 gegründet, fungiert seit 1981 als Pädagogische, seit 1987 als Akademische Hochschule. Es umfasst die drei Fakultäten Erziehungswissenschaften, Kunst sowie Kultur und Sozialwesen. Das Projekt wird mit der Fakultät Kunst (Hamidrasha) durchgeführt.
 

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