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Studie zur Wirkung von Vermittlungsarbeit professioneller Orchester in Baden-Württemberg

Von: Hochschulkommunikation

02-12-2020

Wen erreichen professioneller Orchester in Baden-Württemberg mit ihren Vermittlungsangeboten? Eine Studie des Instituts für Kulturmanagement liegt vor.

Wen erreichen professionelle Orchester in Baden-Württemberg mit ihren Vermittlungsangeboten? Dieser Frage widmete sich eine Studie am Beispiel der Württembergischen Philharmonie Reutlingen, dem Philharmonischen Orchester Heidelberg sowie des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn. Angesiedelt am Institut für Kulturmanagement der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg wurde das Forschungsprojekt unterstützt vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg (MWK), der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten, der Deutschen Orchester-Stiftung und dem Deutschen Bühnenverein.

Aus der Studie geht hervor, dass mehr als zwei Drittel der Befragten bereits Vermittlungsangebote der beteiligten Orchester genutzt haben und damit mehrheitlich zufrieden oder sehr zufrieden waren. In Bezug auf Gestaltung künftiger Angebote wünschen sich die Beteiligten unter anderem mehr Einblick in die Organisation des Orchesters sowie mehr digitale Angebote wie z.B. das Programmheft als App.

Die Ziele von Vermittlungsangeboten im Orchesterkontext sind vielfältig – vor allem aber soll durch ihren Einsatz ein möglichst heterogenes Publikum angesprochen, an die Sparte Orchester herangeführt und für eine lebenslange Nutzung klassischer Musikangebote begeistert werden. Um dies zu erreichen, sind fundierte Kenntnisse über die Besucher*innen essentiell. Deshalb wurden ne-ben der Nutzung von Vermittlungsangeboten auch demografische Daten abgefragt.

Hierzu Studienleiterin Prof. Dr. Andrea Hausmann: "Wir am Institut für Kul-turmanagement fanden besonders bemerkenswert, dass große Teile des Publikums eine musikalische Vorbildung haben - das zeigt einmal mehr, wie wichtig schulische und außerschulische Bildungsangebote im Musikbereich für die nachhaltige Gewinnung, Bindung und Entwicklung des Publikums sind. Zudem machen die Ergebnisse die Komplexität der Konzeption erfolgreicher Vermitt-lungsangebote mehr als deutlich: Hierbei müssen zu vermittelnde, inhaltliche Aspekte mit Faktoren wie Unterhaltsamkeit, Lerneffekt und Atmosphäre in Einklang gebracht werden. Wir sind gespannt darauf, welche Strategien und Maßnahmen Orchester in Baden-Württemberg, aber auch ganz Deutschland, künftig umsetzen werden, um ihre Vermittlungsaktivitäten nachhaltig weiter-zuentwickeln.“

Dass Musikvermittlungsarbeit letztlich auch der Publikumsgewinnung dient, macht Staatssekretärin Petra Olschowski deutlich: „Ich freue mich, dass die Orchesterlandschaft in Baden-Württemberg mit der Veröffentlichung des For-schungsberichts „Wen erreichen wir?“ am Beispiel der drei beteiligten Orches-ter in Heidelberg, Heilbronn und Reutlingen um wichtige Erkenntnisse und Empfehlungen im Audience Development bereichert wird. Besucherforschung ist angesichts der allgegenwärtigen gesellschaftlichen Veränderungen, insbe-sondere bedingt durch die demografische Entwicklung, die Digitalisierung und die Globalisierung, von großer Bedeutung.“

Andreas Bausdorf, Geschäftsführer der Deutschen Orchesterstiftung, hebt die große Beliebtheit klassischer Vermittlungsangebote hervor bei gleichzeitigem Interresse an digitalen Angeboten. „Die Deutsche Orchester-Stiftung möchte mit dieser Studie Orchestern eine Orientierung bei der Weiterentwicklung der Vermittlungsangebote ermöglichen und damit einen Beitrag zur Stärkung der Orchesterkultur in Deutschland leisten.“

Cornelius Grube, Intendant der Württembergischen Philharmonie Reutlingen und Vorsitzender des Orchester-Ausschusses beim Deutschen Bühnenverein, zeigte sich sehr erfreut „Orchester dienen ja nicht nur dem Freizeitangebot, sondern sind immer mehr auch Bildungseinrichtungen. Deshalb ist das Wissen darüber, welche Musikvermittlungsangebote für unsere Besucher*innen inte-ressant sind, immens wichtig, um neue, vor allem auch digitale, Formate zu entwickeln, die genau den Erwartungshaltungen unserer Besucher*innen entsprechen.“

Die Studie zum Download

Zur Pressemeldung (pdf)


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