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Fluchtursachen

Von: Stefan Jeuk

30-06-2016

Am 07. Juli 2016 fand die dritte Veranstaltung des "Forum Migration" zum Thema „Fluchtursachen“ statt. Dieses Mal nahmen ungefähr 25 Personen daran teil. Moderiert wurde die Veranstaltung von Karl-Heinz Aschenbrenner.

Einleitend startete Dr. Nina Wolfeil, Leiterin des Akademischen Auslandsamtes, mit einem Impulsbeitrag zur Fluchtthematik. Dabei wurde das interdisziplinäre Feld der Migrationsforschung aus geographischer Sicht vorgestellt. Ersichtlich wurden nicht nur die vielfältigen Formen der Migration sondern auch das Kontinuum zwischen „freiwilliger“ und „erzwungener“ Migration. Die Thematisierung der Fluchtursachen verdeutlichte multikausale Zusammenhänge zwischen politischer Instabilität, ethnischen Konflikten, Klima, ökonomischen Spannungen und Armut. Auch der Blick auf die Praxis zeigte die Schwierigkeit der Kategorisierung von Geflüchteten, besonders wenn man zwischen juristischer Definition und Selbst- bzw. Fremdattribuierung unterscheidet.
In einem zweiten Teil las Dr. Stefan Jeuk, Leiter des Sprachdidaktischen Zentrums, kleine Ausschnitte aus dem literarischen Werk „Zigeuner - Begegnung mit einem ungeliebten Volk“ von Rolf Bauerdick vor. Eindrücklich schildert das Werk die Situation der Roma als Minderheit in Siebenbürgen/Rumänien. Es konnte exemplarisch gezeigt werden, wie die oben genannten Ursachen zusammenwirken.

In der nachfolgenden Diskussion wurden zunächst grundlegende Fragen geklärt. Beispielsweise zeigte sich, dass bei den Teilnehmenden wenig Informationen über die Minderheitengruppe der Roma vorhanden waren. Einig war man sich, dass die Thematisierung des Völkermords nie Eingang in den Schulunterricht gefunden hat. Bei der Suche nach Antworten auf die Fragen, wer die Roma überhaupt sind und wie viele geflüchtete Roma es derzeit gibt, wurde deutlich, dass eine eindeutige Zuschreibung dieser Personengruppe gar nicht möglich ist. Dass der Antiziganismus trotz rechtlicher Fortschritte immer noch in der Breite der Gesellschaft vorhanden ist, verweist auf den Bedarf an pädagogischer Aufarbeitung.
Hierbei sei die Rumänienausfahrt der PH Ludwigsburg im Rahmen des Seminars „Interkulturelle Kommunikation“ erwähnt, an der Studierende für wenig Geld teilnehmen können (www.ph-ludwigsburg.de/suedost).
Bei der Frage nach der Bekämpfung von Fluchtursachen wurden neben der Problematisierung des persönlichen Konsumverhaltens, Aufklärung und Transparenz hinsichtlich geopolitischer und ökonomischer Interessen als notwendige Maßnahmen genannt. Rassismus zu bekämpfen und Vorurteile abzubauen ist eine zentrale Aufgabe der Schule.
Einem resigniert wirkenden Bild gleichgültiger Menschen, denen das direkte „Feindbild“ fehlt, um zu reagieren, wurde ein optimistisches Bild engagierter Bürgerinnen und Bürger entgegengehalten. Auch das große Potential der Medien wurde betont.
(Hinweis für Interessierte und Engagierte: Beim Internationalen Versöhnungsbund gibt es wichtige Angebote und Initiativen, einzusehen auf der Internationalen Homepage: www.ifor.org sowie auf der deutschen Homepage: www.versoehnungsbund.de)

Nadja Härle, 29. Juli 2016


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