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Empowerment von Geflüchteten

Von: Stefan Jeuk

18-12-2017

Am 18. Januar 2018 luden Mitglieder des Arbeitskreis Asyl Altbach zum Forum Migration ein. Herr Jaiteh, Frau Keltsch, Herr Mulugheta und Herr Tewelde berichteten von ihren Tätigkeiten als ehrenamtlich Engagierte in der Flüchtlingssozialarbeit. Durch den Abend führte Herr Stumpp, der durch seine einfühlsame und wertschätzende Art eine schöne Atmosphäre kreierte.

Das Besondere am Arbeitskreis Asyl Altbach ist die Geflüchtetenvertretung innerhalb des Arbeitskreises. Die drei berichtenden Männer aus Gambia und Eritrea wurden von den Geflüchteten in Altbach zu deren Vertreter gewählt. Sie sind dadurch ein wichtiges Bindeglied zwischen Arbeitskreis, Kommune, Gemeinde und Geflüchtete. Dahinter verbirgt sich die Idee der Selbstbemächtigung. „Empowerment“ nennt sich diese Haltung und soll die Hilfe für Geflüchtete gelingend gestalten, da sie von Geflüchteten mitbestimmt wird.

Zunächst begrüßte uns Herr Jeuk vom Forum Migration sehr herzlich. Herr Stumpp nahm uns mit auf die Reise nach Altbach, einer kleinen Gemeinde am Neckar. Herr Jaiteh ergriff sodann das Wort um die Bedeutung von „Integration“ für ihn und seine Kollegen zu erläutern. Frau Keltsch schilderte den wissenschaftlichen Teil rund ums Thema „Empowerment“ und zeigte Bilder und einen Filmausschnitt zu den Wahlen der Vertreter in Altbach. Hieran schloss sich eine sehr emotionale Rede von Herrn Mulugheta. Er berichtete von den Erfolgen und Widrigkeiten des Projekts. Dabei stellte er heraus, dass viele Widrigkeiten durch strukturelle und institutionelle Bedingungen entstehen und kritisierte in aller Offenheit das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, sowie die Behörden im Landkreis Esslingen. Herr Tewelde fasste für die gespannten Zuhörer_innen nochmal zusammen, was Integration leichter machen würde und was sich die Vertreter und die Geflüchteten für die Zukunft wünschen. In der anschließenden offenen Fragerunde zeigten sich die Zuhörerinnen begeistert und gerührt vom Engagement der Beteiligten. Großes Erstaunen gab es außerdem über das Verhalten der am Integrationsprozess beteiligten Einrichtungen. Insgesamt war es ein interessanter und rührender Abend zugleich. Die Männer zeigten viel von ihrer Welt und berührten damit das Publikum. Wir würden uns alle sehr freuen, wenn Integration nicht nur über die Köpfe der Betroffenen hinweg betrieben würde und wenn mehr Beteiligte sich dazu entschließen würden, die Betroffenen anzuhören und von deren Wissen, Erfahrungen und Kompetenzen zu profitieren. Wir bedanken uns ganz herzlich beim Forum Migration der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg für das, was uns so wichtig ist: für’s Zuhören!


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