Logo Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

http://www.ph-ludwigsburg.de/16989.1.html

23-05-2019

Forschungsstelle "Nachlass Rose Ausländer"

Wissenschaftliche Aufarbeitung des Nachlasses (in Raum 4.208)

Rose Ausländer (1901-1988) gilt als eine der bedeutendsten deutsch-jüdischen Lyrikerinnen des zwanzigsten Jahrhunderts. Sie stammt, wie ihr jüngerer Lyrikerkollege Paul Antschel/ Celan aus Czernowitz, früher österreichisches Kronland Bukowina, heute Ukrainische Republik. Existentiell bestimmend wurden für Rose Ausländers Lyrik ihre inneren und äußeren Emigrationen, ihre teils selbst gewählten und teils erzwungenen Exilsituationen (USA/ Europa). Flucht, Ghetto und das Trauma der Shoah bedeuteten Heimatverlust und Heimatsuche, führten zu Reisen in die Fremdheit, erlaubten ihr nur ein Hemischwerden im Wort: "Mein Vaterland ist tot // Ich wohne in meinem Mutterland Wort".

Rose Ausländers Biographie ist kaum vergleichbar mit dem Leben einer anderen Schriftstellerin. Im hohen Alter vollendete sie mit uneingeschränkter Disziplin, Konzentration und Konsequenz ihr lyrisches Spätwerk. Einnernde, Gegenwart findende und Zukunft suchende Wortwirklichkeit - auch noch ein halbes Jahr vor ihrem Tod: "Gib auf // Der Traum / lebt / mein Leben / zu Ende".

Rose Ausländers Leben und ihre Gedichte bilden eine unverwechselbare Einheit und repräsentieren ein ebenso eigenständiges biographisches wie literarisches Profil.

"Ich habe, was man Wirklichkeit nennt, auf meine Weise geträumt, das Geträumte in Worte verwandelt und meine geträumte Wortwirklichkeit in die Wirklichkeit der Welt hinausgeschickt. Und die Welt ist zu mir zurückgekommen."

Der literarische Nachlass Rose Ausländers, der in Kopie, unter der Leitung von Prof. Dr. Harald Vogel in der Forschungsstelle der PH Ludwigsburg erfasst und aufbereitet wurde, umfasst ca. 20.000 Blatt Manuskripte und Typoskripte. Ergänzt durch einen ähnlich umfangreichen Bestand an Briefkorrespondenz steht hier, dank der Unterstützung des literarischen Nachlassverwalters Helmut Braun, ein einmaliger Textkorpus zur wissenschaftlichen Aufarbeitung zur Verfügung. Die Nutzung der Forschungsstelle kann in Absprache mit Herrn Gans zu den üblichen Öffnungszeiten der PH und den mit dem Nachlassverwalter festgelegten Konditionen erfolgen.

Homepage der Rose Ausländer Gesellschaft

ga16/06

Publikationen zu Rose Ausländer (Auswahl)

  • Vogel, Harald/ Gans, Michael/ Klepser, Kerstin (2017): Werkstatt Lyrik Rose Ausländer. Konzepte - Gedichtwerkstatt - Textgenese. Literaturwissenschaftliches Jahrbuch 2012 der Rose Ausländer-Gesellschaft e.V.. Weilerswist: Verlag Ralf Liebe
  • Gans, Michael/ Vogel, Harald (Hg.) (2011): "Jedes Wort ist notwendig" Zum literarischen Briefwechsel Rose Ausländer - Peter Jokostra. Interkulturelles Symposium der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg 2003. Literaturwissenschaftliches Jahrbuch der Rose Ausländer-Stiftung 2003. Berlin: AphorismA Verlag
  • Gans, Michael/ Schäfer, Michael (2005): "Steinbruch der Wörter" Mediale Textwerkstatt zur Lyrik Rose Ausländers - ein Didaktischer Designprozess. In: Frederking, V. / Josting, P. (Hrsg.): Medienintegration und Medienverbund im Deutschunterricht. Diskussionsforum Deutsch Bd. 18. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, S. 191-212
  • Vogel, Harald (2004): Der Dialog mit der Sprache: Rose Ausländers Lebenspoetik. Ein Werkstattbericht aus der Arbeit am lyrischen Nachlass von Rose Ausländer. In:  "Meine geträumte Wortwirklichkeit". Römisches Symposium 1999. Literaturwissenschaftliches Jahrbuch 2000 der Rose Ausländer-Stiftung. Berlin: AphorismA Verlag, S.87ff.
  • Vogel, Harald/ Gans Michael (2004): Rose Ausländer - Hilde Domin, Gedichtinterpretationen. 4. aktualisierte Auflage. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren
  • Gans, Michael (2003): Die poetische Werkstatt Rose Ausländers in einer Medialen Textwerkstatt Deutsch. Dissertation. Pädagogische Hochschule Ludwigsburg (URL: http://opus.bsz-bw.de/phlb/volltexte/2003/1521/pdf/diss_gans_2003.pdf )
    In Kooperation entstand die Dissertation von Michael Schäfer (2003): Prozess der Entwicklung eines Lehr-Lern-Arrangements mit digitalen Medien am Beispiel einer Textwerkstatt Deutsch - Modellierung des Fachkonzepts im Didaktischen Designprozess. Dissertation. Pädagogische Hochschule Ludwigsburg (URL: http://opus.bsz-bw.de/phlb/volltexte/2004/1608/pdf/040115Schaefer.pdf)
  • Gans, Michael/ Vogel, Harald (Hg.) (2002): "Immer zurück zum Pruth". Dokumentation des Czernowitzer Symposiums 2001 ›100 Jahre Rose Ausländer‹. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren
  • Gans, Michael/ Jost, Roland/ Vogel, Harald (Hg.) (2002): "Wörter stellen mir nach / ich stelle sie vor". Dokumentation des Ludwigsburger Symposiums 2001 ›100 Jahre Rose Ausländer‹. Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler
  • Vogel, Harald/ Gans Michael (2001): "Sie gab ihm eine Aprikose...". Die poetische Werkstatt Rose Ausländers als mediales Lernarrangement im Deutschunterricht. In: Die Unterrichtspraxis. Beilage zu Bildung und Wissenschaft. Zeitschrift der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg. Heft 3, Ludwigsburg 2001, S. 17ff.
  • Gans, Michael (1995): Vom angeschauten Bild zur metaphorischen Verdichtung. Examensarbeit zur 1. Staatsprüfung für das Lehramt an Realschulen, PH Ludwigsburg (Prof. Dr. Harald Vogel). Ludwigsburg

© Pädagogische Hochschule Ludwigsburg