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27. Januar 2019: Kultureinrichtungen im Umbruch

28-03-2019

4. Internationales Symposium Kulturvermittlung in St. Pölten mit Vorträgen von Dr. Patrick Glogner-Pilz und Dr. Christiane Dätsch zum Selbstbild von Kulturvermittlern und Museen

Was kann Kulturvermittlung? Wie fügt sie sich in das Deutungs- und Funktionsgefüge des gesamten Kulturbetriebs ein? Und welche Veränderungen, Aufgaben und neuen Ansprüchen der Besucher muss sie sich möglicherweise stellen? Diesen Fragen widmete sich am Freitag und Samstag, 25. und 26. Januar, das 4. Internationale Kultursymposium Kulturvermittlung im Festspielhaus St. Pölten, das von der Stiftung Universität Hildesheim unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Mandel und dem niederösterreichischen Verband für Kulturvermittlung (NöKu) veranstaltet worden war.

Knapp 200 Kulturvermittlerinnen aus Österreich und Deutschland hatten sich angemeldet, um in sich in rund 20 Workshops zum Thema auszutauschen und fünf Vorträgen zum Thema neue Perspektiven auf die Kulturarbeit zu folgen. Das Ergebnis: Der Kulturbetreib, ob Museum, Theater oder Soziokultur, ist im Umbruch. Doch um den gesellschaftlichen Anforderungen auch entgegnen zu können, sind Veränderungen im Inneren der Einrichtungen notwendig und wichtig: Hierarchien, Eigeninteressen, starre Verwaltungsstrukturen und nicht zuletzt auch ein gewisses Beharrungsvermögen bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verlangsamen den Prozess. 

Dafür gab das Symposium viele Impulse – im Großen wie im Kleinen: Die Workshops boten Gelegenheit zum Austausch und sorgten für neue Ideen. Zwei der insgesamt fünf Vorträge wurden aus Ludwigsburg beigesteuert: Patrick Glogner-Pilz hatte im Vorfeld durch eine Umfrage unter den Teilnehmenden des Symposiums sowie Studierenden der PH Ludwigsburg Perspektiven zum Thema Kulturvermittlung im Generationenvergleich ermittelt. Dabei zeigte sich, dass jüngere Nutzer einen weitaus individuelleren und handlungsorientierten Anspruch an ihre Kulturnutzung formulierten – eine unbeabsichtigte Nebenwirkung der viel beschworenen Partizipation? Christiane Dätsch zeigte auf, dass für die Transformation der musealen Kulturvermittlung auch das Neudenken von Programmen und ihnen zugrunde liegenden Kulturbegriffen wichtig ist: Am Beispiel des Humboldt Forums in Berlin und des geplanten Migrationsmuseums des Vereins DOMID in Köln hinterfragte sie gängige essenzialisierende Kulturbegriffe und schlug mit dem diskursiven Konzept der kulturellen Übersetzung einen Perspektivwechsel im Umgang mit Objekten kolonialer Provenienz vor.

Foto: Christiane Dätsch


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