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07-12-2019

"Erklären können"

Empirische Untersuchungen zur Erklärkompetenz von LehrerInnen und SchülerInnen in der Sekundarstufe I.

Am FuN-Kolleg sind die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik beteiligt.

 

“Erklären können” ist eine der zentralen Fähigkeiten eines Lehrers. Die Qualität des Unterrichts  in einem Fach aus der Sicht von Jugendlichen oder Kindern hängt davon ab, ob ein Lehrer “erklären” kann, ihnen also bestimmte komplexe Zusammenhänge  angemessen vermitteln kann. Didaktisches Erklären setzt zweierlei voraus: Fachkompetenz und Reflexivität. Die Inhalte des Unterrichts müssen dem Lehrer intellektuell verfügbar sein, und er muss eine Form der Darstellung finden, die seine Schüler verstehen. Er sollte also seine in der wissenschaftlichen Ausbildung erworbenen Wissensbestände situationsadäquat und adressatengerecht einbringen können. Dabei wird er in vielfältiger Weise unterstützt: So liefern beispielsweise Schulbücher und Unterrichtsmaterialien Zugänge zu einem Fachthema. Doch auch wenn mit diesen Materialien gearbeitet wird, muss der Lehrer auf weiterführende Fragen und Probleme im Interaktionsprozess eingehen können.

Aber auch Schüler müssen “Erklären können”, d.h. sie sollten in der Lage sein, angeeignetes Wissen in adressatengerechter Form an Andere weiter zu vermitteln. Erklärungen von Schülern für Schüler können im Unterricht dazu genutzt werden, Wissensbestände und -strukturen zu festigen. Die Förderung der Erklärkompetenz von Schülerinnen und Schüler ist ein zentrales Anliegen des Unterrichts. “Erklären können” verknüpft also die Ebene der Interaktion mit der der Kognition. Es ist ein zentrales Mittel von Lehr-Lernprozessen.

 

Das F- und N-Kolleg zum Erklären als kommunikative Kompetenz analysiert mündliche Erklärungen im unterrichtlichen Diskurs verschiedener Fächer aus gesprächsanalytischer und kognitionslinguistischer Perspektive mit dem Ziel, die Eigenschaften erfolgreichen Erklärens zu bestimmen und sie für die Gestaltung des Unterrichtsprozesses nutzbar zu machen.

 

Zunächst sollen Erklärinteraktionen in verschiedenen, teilweise schon vorliegenden Unterrichtsmitschnitten analysiert werden. Außerdem soll in einer ersten Hospitationsphase unterrichtliches Erklären beobachtet und systematisiert werden. Von  Interesse sind - neben Lehrererklärungen - unterschiedliche Arten der Involvierung der Schüler/innen. Diese können Mittlerrollen übernehmen. In einer zweiten Phase werden Erklärprozesse gezielt so initiiert, dass Vergleich und punktuelle Quantifizierung der Daten gesichert sind.

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