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Begleitforschung zum Schulversuch bilinguales Lehren und Lernen an Realschulen (BiliReal 2013)

 

Verantwortlich:

Prof. Dr. Jan Hollm, PH Ludwigsburg (Sprecher) (Ansprechpartner)

Prof. Dr. Jörg-U. Keßler, PH Ludwigsburg (Ansprechpartner)

Prof. Dr. Armin Hüttermann, PH Ludwigsburg

Prof. Dr. Manfred Pirner, Universität Erlangen-Nürnberg

Prof. Dr. Gerald Schlemminger, PH Karlsruhe

 

Kooperationspartner:

Thomas Lenz, Realschullehrerseminar Schwäbisch Gmünd

 

Projekt-Skizze

(Stand: 30-06-08)

 

 

1. Der Schulversuch

 

Das Kultusministerium Baden-Württemberg hat zum Schuljahr 2007/08 einen auf sechs Jahre angelegten Schulversuch an fünf Realschulen gestartet, der realschulspezifische Konzepte des bilingualen Lehrens und Lernens (BLL) erproben soll. Es wird davon ausgegangen, dass gymnasiale Konzepte (v.a. bilinguale Züge in bestimmten Fächern) nicht umstandslos auf die Realschule übertragen werden können, da diese durch ein anderes Profil (berufsbezogene Bildung auf mittlerem Niveau) sowie durch eine andere Fachstruktur (Fächerverbünde) gekennzeichnet ist. Im Bereich des Fremdsprachenlernens charakterisiert sich die Realschule durch das Ziel einer anwendungsorientierten Mehrsprachigkeit in einer globalisierten Welt und damit durch einen stark kommunikativ und anwendungsorientiert ausgerichteten Fremdsprachenunterricht (z.B. Wirtschaftsenglisch).  

 

Die ausgewählten Realschulen (für Englisch: Kornwestheim, Hockenheim, Jestetten, Blaubeuren-Gerhausen; für Französisch: Neuenburg) sollen (durchaus unterschiedliche) Gesamtkonzepte für aufeinander abgestimmte bilinguale Angebote entwickeln, die mindestens zwei Sachfächer pro Klassenstufe einbeziehen. Im Endausbau sollen diese Konzepte die Jahrgangsstufen 5 bis 10 umfassen. Dafür werden vom Ministerium 9 zusätzliche Lehrerwochenstunden zur Verfügung gestellt.

 

Ziel des Projektes ist der systematische und fundierte Ausbau des bilingualen Lehrens und Lernen an den Realschulen in Baden-Württemberg. Die fünf Versuchsschulen sollen hierbei eine Vorreiterrolle übernehmen und als  Kompetenzzentren fungieren. Sie sollen in diesem Sinn auch am Aufbau eines Netzwerkes mitwirken, das den Ausbau unterstützt.

 

 

2. Organisation und Ziel der Begleitforschung

 

Das Realschulreferat des Kultusministeriums ist in Person von Herrn Dieterle im Januar 2008 an die oben genannten Verantwortlichen herangetreten mit der Bitte, die Begleitforschung für den Schulversuch zu übernehmen. In ersten Sondierungsgesprächen wurde deutlich, dass der Wunsch besteht, sowohl über empirische, evaluierende Forschung Genaueres über die Qualität, Brauchbarkeit und Effektivität der unterschiedlichen Konzepte zu erfahren, als auch die Schulen bei ihrer Entwicklungsarbeit zu beraten bzw. zu unterstützen.

 

Am Ende des Forschungsprozesses sollte dementsprechend eine Liste von Empfehlungen stehen, wie der weitere Ausbau des BLL an den Realschulen am qualitätsvollsten und erfolgreichsten organisiert und didaktisch konzipiert werden sollte.

 

 

3. Forschungsfelder

 

Der Forschungsgegenstand lässt sich in zwei größere Forschungsfelder differenzieren, die mit einander zusammen hängen. Das eine ist die schulorganisatorisch-strukturelle Entwicklung des BLL. Hierzu zählen vor allem die Struktur des BLL-Gesamtcurriculums (Jahrgangszüge; Modulstrukturen), die beteiligten Fächer und Lehrkräfte (und ihre Abstimmung auf einander) sowie die unterstützenden Maßnahmen (z.B. intensivierter Fremdsprachenunterricht in der Vorphase oder begleitend).

 

Das andere Forschungsfeld betrifft die (fach)didaktisch-konzeptionelle Entwicklung des BLL (an der Realschule). Hier geht es darum, wie überhaupt BLL in bestimmten Sachfächern erfolgreich umgesetzt werden kann. Dabei ist insbesondere auf die angemessene Verknüpfung bzw. Verschränkung von sachfachdidaktischen und fremdsprachendidaktischen Perspektiven zu achten. „Erfolgreich“ heißt im Idealfall, dass sowohl das Fremdsprachenlernen als auch das Sachfachlernen durch das BLL-Angebot gefördert wird. Weiterhin ist der Lernort Realschule als spezifische Herausforderung für didaktische Konzepte des BLL zu sehen. Schließlich ist auch für den didaktischen Bereich nach unterstützenden Maßnahmen zu fragen, so z.B. Entwicklung von Materialangebot; Vernetzung und Austausch der Lehrkräfte; Fortbildungsveranstaltungen.

 

Die didaktisch-konzeptionelle Perspektive ist eigenständig und kann jeweils auf ein Sachfach oder eine Fächergruppe zugespitzt werden. Sie hängt jedoch eng mit der schulorganisatorisch-strukturellen Perspektive zusammen, da hier über die Beteiligung der Fächer und deren Vernetzung sowie Unterstützung entschieden wird. Insofern sind die Wechselwirkungen der beiden Bereiche in besonderer Weise in den Blick zu nehmen: Was verändert sich z.B. für das bilinguale Unterrichten in einem bestimmten Fach durch seine Situierung in einer bestimmten BLL-Gesamtstruktur? Welche strukturellen Konsequenzen legen sich andererseits durch die besonderen Chancen bzw. Schwierigkeiten in bestimmten BLL-Fächern nahe?

 

 

4. Forschungsfragen

 

Als Leitfrage des Gesamtprojektes lässt sich formulieren:

Welche schulorganisatorisch-strukturellen und didaktisch-konzeptionellen Ansätze eignen sich besonders gut, um die Chancen des BLL an Realschulen zur Geltung zu bringen (und Probleme bzw. Risiken zu minimieren)?

 

Es geht also einerseits um einen Vergleich der unterschiedlichen Konzepten der Versuchsschulen im Hinblick auf den Lernerfolg im BLL (der, wie noch einmal zu betonen ist, nicht identisch mit dem Lernfortschritt in der Fremdsprache ist, sondern auch den Lernfortschritt im Sachfach mit einbeziehen muss).

Es geht andererseits um die Evaluation (und evtl. Anregung) der Erprobung und innovativen Entwicklung von schulorganisatorischen und didaktischen Ideen, welche sich in unterschiedliche Gesamtkonzepte integrieren lassen. Hier sind aus der Forschungs- und Entwicklungsarbeit weitere Impulse für die Didaktik des BLL insgesamt zu erwarten, die über die Realschulen und über Baden-Württemberg hinaus von Bedeutung sein könnten.

 

Exemplarische konkretere Forschungsfragen, wie sie u.a. bei der ersten gemeinsamen Projekt-Tagung (in Losingen, im April 2008) von VertreterInnen der Versuchsschulen angeführt wurden:

 

 

 

5. Forschungsdesign

 

5.1 Zentral: Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung von Projektentwicklung und Begleitforschung

 

 

 

5.2 Zwei Säulen der Datenerhebung

 

A.  Eigendokumentation (Selbstreport) der ProjektmitarbeiterInnen

 

An jeder Schule sollte ein/e Ansprechpartner/in für die Projektdokumentation bestimmt, der/die die Kurzberichte zur Entwicklung und zum aktuellen Stand an der Schule verfasst sowie Dokumente sammelt und alles an das Forscherteam weiterleitet. Die Kurzberichte umfassen folgende Aspekte:

 

 

B. Erhebungen durch das Forscherteam (evtl. auch durch die Ansprechpartner der Schulen)

 

 

 

 

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