DE  |  EN

Eine Analyse der Alltagsvorstellungen und Alltagstheorien von Schülerinnen und Schülern zum Thema globaler Klimawandel

 

Dr. Stephan Schuler, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

 

Publikation

Die Ergebnisse des Projekts sind erschienen in:

Stephan Schuler

Alltagstheorien zu den Ursachen und Folgen des globalen Klimawandels.
Erhebung und Analyse von Schülervorstellungen aus geographiedidaktischer Perspektive.
Bochumer Geographische Arbeiten Bd. 78

Europäischer Universitätsverlag, ISBN 978-3-89966-367-9 Pick It! ,
Paperback, 49,00 Eur, 398 S., 29,7 x 21,0 cm

 

Textauszug zum Download:
Inhalt, Einleitung, Zusammenfassung, didaktische Konsequenzen (pdf, 80 S.)

Der Textauszug ist zitierfähig, Seitenzahlen und Layout entsprechen der Buchversion.

 

Bestellungen
beim Verlag oder beim Buchhandel oder bei Amazon

 

Überblick über das Forschungsprojekt

Welche Vorstellungen haben Schülerinnen und Schüler von den Ursachen und Folgen des globalen Klimawandels? Wie konstruieren sie auf der Basis von Medieninformationen, Unterricht und verschiedenen Alltagsvorstellungen ihre eigene Alltagstheorie über dieses komplexe Mensch-Umwelt-Problem? Welche typischen Lernprobleme können sich daraus ergeben und welche didaktischen Konsequenzen lassen sich für die Unterrichtsgestaltung ableiten?

Das Forschungsprojekt widmete sich diesen Fragen aus der Perspektive der Geographiedidaktik und der Bildung für nachhaltige Entwicklung in einer umfassenden empirischen Untersuchung, bei der sowohl die naturwissenschaftlichen als auch die sozioökonomischen Dimensionen des globalen Klimawandels betrachtet wurden.

Mapping einer als undifferenziert eingestuften Alltagstheorie

Im Zentrum steht die Erhebung und Analyse von Alltagstheorien von Schülerinnen und Schülern zum Themenfeld anthropogener Treibhauseffekt und globaler Klimawandel. Der inhaltliche Umfang dieser Alltagstheorien reicht von den Verursachern und Ursachen (Aktivitäten, Emissionen) über die atmosphärischen Prozesse bis zu den möglichen Folgen (Umweltveränderungen und Auswirkungen auf Menschen und Natur). Dabei wurden gezielt Alltagstheorien analysiert, wie sie beim Kommunizieren und Handeln in der Alltagswelt zur Verfügung stehen.

Das Forschungsdesign orientiert sich am Forschungsprogramm Subjektive Theorien. Die Untersuchung gliedert sich in zwei Teilstudien: eine explorative Vorstudie in der Form einer qualitativen schriftlichen Befragung, an der 129 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II teilgenommen haben, und eine Interviewstudie (Hauptstudie), bestehend aus 25 Leitfadeninterviews, für die eine Methode simultaner Visualisierung entwickelt wurde, um subjektive Theorien größerer Reichweite erheben zu können.

Die in der Hauptstudie erhobenen Alltagstheorien zu den Ursachen und Folgen des anthropogenen Klimawandels werden als Mappings graphisch aufbereitet und anschließend zu Modalnetzen aggregiert, die mehrere Schüler umfassen. Dabei kommen Methoden der qualitativen Inhaltsanalyse zum Einsatz. Aus diesen Netzwerkstrukturen und den transkribierten Interviewtexten können zum einen häufig auftretende Themenstränge identifiziert werden, zum anderen die ihnen zugrunde liegenden Basismodelle (mentale Modelle und kognitive Schemata).

11 Basismodelle, die in den Alltagstheorien identifiziert werden konnten

Unter Einbeziehung allgemeiner Erkenntnisse der Conceptual-Change-Forschung lassen sich daraus wichtige Rückschlüsse auf die Entstehung bedeutender Abweichungen von den wissenschaftlichen Vorstellungen ("Fehlvorstellungen" und Theorielücken) ziehen und didaktische Leitlinien für einen Unterricht aufzeigen, der sich an den Kompetenzbereichen der Bildung für nachhaltige Entwicklung und der Geograhpiedidaktik orientiert.

 

Eine ausführlichere Projektdarstellung und Ergebniszusammenfassung finden Sie im oben beschriebenen Textauszug aus der Publikation zum Download.

 

Das Projekt wurde in Kooperation mit Prof. Dr. Hansjörg Seybold, PH Schwäbisch Gmünd und der Arbeitsgruppe Umweltbildungsforschung durchgeführt.

 

 

 

Publikationen zum Projekt

Schuler, S. (2011): Alltagstheorien zu den Ursachen und Folgen des globalen Klimawandels  – Erhebung und Analyse von Schülervorstellungen aus geographiedidaktischer Perspektive. Dissertation. Bochumer Geographische Arbeiten Bd. 78. Bochum: Europäischer Universitätsverlag.

Schuler, S. (2010): Wie entstehen Schülervorstellungen? – Erklärungsansätze und didaktische Konsequenzen am Beispiel des globalen Klimawandels. In: Reinfried, S. (Hrsg.): Schülervorstellungen und geographisches Lernen. Aktuelle Conceptual-Change-Forschung und Stand der theoretischen Diskussion. Berlin: Logos, S. 157-188.

Schuler, S. (2009): Schülervorstellungen zu Bedrohung und Verwundbarkeit durch den globalen Klimawandel. In: Geographie und ihre Didaktik, 37.Jg. H.1.S. 1-28.

Reinfried, S. , Schuler, S. , Aeschbacher, U. & Huber, E. (2008): Der Treibhauseffekt – Folge eines Lochs in der Atmosphäre? Wie Schüler sich ihre Alltagsvorstellungen bewusst machen und sie verändern können. Geographie heute, H. 265/266 (11/2008), S. 24-33.

Schuler, S. (2005): Umweltwissen als Subjektive Theorie. Eine Untersuchung von Schülervorstellungen zum globalen Klimawandel. In: Schrenk, M. & Holl-Giese, W. (Hrsg.): Bildung für eine nachhaltige Entwicklung - Ergebnisse empirischer Untersuchungen. Hamburg. S. 97-112.

Schuler, S. (2004): Alltagstheorien von Schülerinnen und Schülern zum globalen Klimawandel. Eberhard Kroß (Hrsg.): Globales Lernen im Geographieunterricht. Erziehung zu einer nachhaltigen Entwicklung. Symposium des Hochschulverbandes für Geographie und ihre Didaktik in Bochum vom 10.-12.06.03. Nürnberg. (=Geographiedidaktische Forschungen, Bd. 38). S. 123-145.

Schuler, S. (2004): Alltagstheorien über den globalen Klimawandel. Eine empirische Untersuchung von Schülervorstellungen. In: Praxis Geographie 11/2004, S. 42-43.

Schuler, S. (2003): Zur gesellschaftlichen Wahrnehmung des globalen Klimawandels. In: Burger, D.; Meurer, M.; Vogt, J. (Hg.): Studien zur Geographie und Geoökologie. Karlsruher Schriften zur Geographie und Geoökologie, Bd. 18. Karlsruhe.

Schuler, S. (2002): Subjektives Wissen über globale Umweltprobleme. In: Seybold, H. und Rieß, W.: Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in der Grundschule. Gmünder Hochschulreihe Bd. 22. Schwäbisch Gmünd. S. 145-158.

 

 

 

 

GEOGRAPHIE 
SUCHE
Geographie > Abgeschlossene Projekte > Alltagstheorien zum Thema globaler Klimawandel
Startseite   Download Zentrum  Sitemap  KontaktLogin

DruckansichtDruckansicht