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Forschungsprojekt
"Didaktische Rekonstruktion zentraler geowissenschaftlicher Begriffe"

 

Sibylle Reinfried und Stephan Schuler

Die Vorstellungen von Lernenden zu naturwissenschaftlichen Begriffen und Konzepten in der Physik, Biologie und Chemie werden schon seit über zwei Jahrzehnten erforscht. Das Gebiet der Geowissenschaften fand jedoch bisher nur wenig Berücksichtigung, zudem liegen die international bereits vorhandenen Studien oft sehr verstreut in verschiedenen Fachdisziplinen vor und sind entsprechend schwer zugänglich.

Mittels eines dreiphasigen Forschungsprojektes soll dieses Defizit schrittweise angegangen werden. Das erste Teilprojekt verfolgt das Ziel, den aktuellen internationalen Forschungsstand zu erheben und die bereits vorliegenden Forschungsarbeiten zusammenzuführen. Auf der Basis von umfangreichen Literaturrecherchen wurde dazu eine digitale und systematisch aufbereitete Literaturdatenbank angelegt. Auf dieser Grundlage wird ein State-of-the-Art-Bericht erstellt, der den Stand der geowissenschaftlichen Alltagsvorstellungsforschung dokumentiert. Die Ergebnisse wurden mittlerweile als "Ludwigsburg-Luzerner Bibliographie zur Forschung über Alltagsvorstellungen in der Geographie und den Geowissenschaften LLBG" veröffentlicht.

Im zweiten Teilprojekt wurden Alltagsvorstellungen zu den Themen Grundwasservorkommen und globaler Klimawandel (Vorstellungen zu Bedrohung und Verwundbarkeit) ausgewertet und analysiert. Im dritten Teilprojekt wurden nach dem Modell der didaktischen Rekonstruktion zu einigen bereits erforschten geowissenschaftlichen Begriffen und Konzepten Unterrichtsmodule entworfen, mit denen ein Wandel der subjektiven Theorien von Lernenden initiiert werden soll. In einer ersten Studie zum Thema Grundwasservorkommen wurde eine experimentell-konstruktivistische Unterrichtskonzeption einem kognitivistischen Unterrichtmodell gegenübergestellt. Beide Unterrichtskonzeptionen haben zu Wissenszuwachs geführt, die experimentell-konstruktivistische Anordnung hat jedoch „Fehlvorstellungen“ stärker verändert. In einem nächsten Schritt wurde eine Unterrichtskonzeptionen entworfen, mit der Conceptual Change auf der Basis der didaktischen Rekonstruktion erforscht werden kann. Den thematischen Fokus bilden Alltagstheorien zum Themenfeld „Treibhauseffekt und globaler Klimawandel“, die von Stephan Schuler im Rahmen seiner Dissertation erhoben und analysiert wurden.

 

Literatur zum Projekt:

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