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24-05-2012
Nachlass Rose Ausländer
Forschungsstelle zur Aufarbeitung des Nachlasses von Rose Ausländer (in Raum 4.208)
Rose Ausländer (1901-1988) gilt als eine der bedeutendsten deutsch-jüdischen Lyrikerinnen des zwanzigsten Jahrhunderts. Sie stammt, wie ihr jüngerer Lyrikerkollege Paul Antschel/ Celan aus Czernowitz, früher österreichisches Kronland Bukowina, heute Ukrainische Republik. Existentiell bestimmend wurden für Rose Ausländers Lyrik ihre inneren und äußeren Emigrationen, ihre teils selbst gewählten und teils erzwungenen Exilsituationen (USA/ Europa). Flucht, Ghetto und das Trauma der Shoah bedeuteten Heimatverlust und Heimatsuche, führten zu Reisen in die Fremdheit, erlaubten ihr nur ein Hemischwerden im Wort: "Mein Vaterland ist tot // Ich wohne in meinem Mutterland Wort".
Rose Ausländers Biographie ist kaum vergleichbar mit dem Leben einer anderen Schriftstellerin. Im hohen Alter vollendete sie mit uneingeschränkter Disziplin, Konzentration und Konsequenz ihr lyrisches Spätwerk. Einnernde, Gegenwart findende und Zukunft suchende Wortwirklichkeit - auch noch ein halbes Jahr vor ihrem Tod: "Gib auf // Der Traum / lebt / mein Leben / zu Ende".
Rose Ausländers Leben und ihre Gedichte bilden eine unverwechselbare Einheit und repräsentieren ein ebenso eigenständiges biographisches wie literarisches Profil.
"Ich habe, was man Wirklichkeit nennt, auf meine Weise geträumt, das Geträumte in Worte verwandelt und meine geträumte Wortwirklichkeit in die Wirklichkeit der Welt hinausgeschickt. Und die Welt ist zu mir zurückgekommen."
Der literarische Nachlass Rose Ausländers, der in Kopie, unter der Leitung von Prof. Dr. Harald Vogel in der Forschungsstelle der PH Ludwigsburg erfasst und aufbereitet wurde, umfasst ca. 20.000 Blatt Manuskripte und Typoskripte. Ergänzt durch einen ähnlich umfangreichen Bestand an Briefkorrespondenz steht hier, dank der Unterstützung des literarischen Nachlassverwalters Helmut Braun, ein einmaliger Textkorpus zur wissenschaftlichen Aufarbeitung zur Verfügung. Die Nutzung der Forschungsstelle kann in Absprache mit Herrn Gans zu den üblichen Öffnungszeiten der PH und den mit dem Nachlassverwalter festgelegten Konditionen erfolgen.
- Homepage der Rose-Ausländer-Stiftung
- http://www.roseauslaender-stiftung.de/Publikationen von Harald Vogel, Roland Jost und Michael Gans zu Rose Ausländer
Ga 08.02.2008
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