Prüfungsinformationen für Lehramt
Hinweise zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung in Pädagogischer Psychologie im Rahmen des 1. Staatsexamens (Grund- und Hauptschule, Realschule)
Prüfungsdauer: 20 Minuten
Themenbereiche:
· Entwicklungspsychologie
· Lernen/Sozialpsychologie
· Verhaltensauffälligkeiten
Vorgehen:
· Sie können die Prüfung mit einem individuell wählbaren Schwerpunktthema beginnen. Es nimmt ca. die Hälfte der Prüfungszeit ein. In der verbleibenden Prüfungszeit werden Ihre Grundlagenkenntnisse in den o.g. Themenbereichen geprüft.
· Wenn Sie sich von mir im Schwerpunktthema prüfen lassen, prüft der/die andere Prüfer/in die Grundlagen der o.g.Themenbereiche, wenn Sie sich von dem/der anderen Prüfer/in im Schwerpunktthema prüfen lassen, prüfe ich die Grundlagen der o.g.Themenbereiche.
· Ich prüfe die Grundlagen nach der unten stehen Liste (Pkt. 1 Grundlagenliteratur). Als Schwerpunkthema wählen Sie bei mir entweder einen Bereich aus der Grundlagenliteratur (z.B. Kognitive Lerntheorien, Entwicklungen im Jugendalter, Lern- und Leistungsmotivation usw.) oder Sie wählen sich ein Thema aus der unten stehenden Liste (Pkt. 2: Schwerpunktthemen) aus.
· Schicken Sie mir Ihre Literaturliste mit allen (korrekt zitierten!) Literaturangaben bis spätestens 2 Wochen vor der Prüfung per Post (PH-Adresse, Postfach 101) zu. Versehen Sie die Liste mit Ihrem Namen, Ihrem Studiengang und Ihren Studienfächern, Ihrem Prüfungstermin (Tag und Zeit) und Prüfungsraum!
1. Grundlagenliteratur
Entwicklungspsychologie:
Oerter, R. & Montada, L. (2008). Entwicklungspsychologie (6. Aufl.). Weinheim: Beltz PVU.
daraus die Kapitel:
1. Fragen, Konzepte, Perspektiven
7. Kindheit
8. Jugendalter
12. Entwicklung des Denkens.
Lernen/Motivation/Sozialpsychologie:
Edelmann, W. & Wittmann, S. (2012). Lernpsychologie. Mit online-Materialien (7. Aufl.). Weinheim: Beltz PVU.
daraus die Kapitel:
2. Das Reiz-Reaktions-Lernen
3. Das instrumentelle Lernen
4. Begriffsbildung und Wissenserwerb
5. Handeln und Problemlösen
6. Von der Lerntheorie zur Lernpraxis
Wild, E., Hofer, M. & Pekrun, R. (2006). Lernmotivation. In A. Krapp & B. Weidenmann (Hrsg.), Pädagogische Psychologie (5. Aufl.) (S. 212-238). Weinheim: Beltz PVU.
Zimbardo, P.G. & Gerrig, R.J. (2004). Sozialpsychologie. München: Pearson.
daraus das Kapitel:
17. Soziale Prozesse und Beziehungen (S. 751-793)
Verhaltensauffälligkeiten/Lernstörungen:
Davison, G. & Neale, J. (2007). Einführung: Psychische Störungen und wissenschaftstheoretische Betrachtungen. In G. Davison & J. Neale (Hrsg.), Klinische Psychologie (S. 2-12). Weinheim: PVU.
Lauth, G.W., Brunstein, J.C. & Grünke, M. (2004). Lernstörungen im Überblick: Arten, Klassifikation, Verbreitung und Erklärungsperspektiven. In G.W. Lauth, M. Grünke & J.C. Brunstein (Hrsg.), Interventionen bei Lernstörungen. Förderung, Training und Therapie in der Praxis (S. 13-23). Göttingen: Hogrefe.
2. Schwerpunktthemen
2.1 Entwicklungspsychologie
Sie können sich selbst einen Schwerpunkt aus der Grundlagenliteratur zum Bereich Entwicklungspsychologie ableiten. Alternativ können Sie eines der folgenden Themen (zusätzlich zur Grundlagenliteratur aus dem Bereich Entwicklungspsychologie) wählen:
Familienentwicklung
Hofer, M., Wild, E. & Noack, P. (Hrsg.) (2002). Lehrbuch Familienbeziehungen. Eltern und Kinder in der Entwicklung (2. Aufl.) (Kap. 1.1, 1.3, 2.1). Göttingen: Hogrefe.
dazu entweder Geburt des ersten Kindes:
Papastefanou, C. & Hofer, M. (2002). Familienbildung und elterliche Kompetenzen. In M. Hofer, E. Wild & P. Noack (Hrsg.). Lehrbuch Familienbeziehungen. Eltern und Kinder in der Entwicklung (2. Aufl.) (Kap. 8). Göttingen: Hogrefe.
Reichle, B. (1999). Übergang zur Elternschaft : aktuelle Studien zur Bewältigung eines unterschätzten Lebensereignisses. Stuttgart: Enke.
oder Schuleintritt des ersten Kindes:
Wild, E. & Hofer, M. (2002). Familien mit Schulkindern. In M. Hofer, E. Wild & P. Noack (Hrsg.). Lehrbuch Familienbeziehungen. Eltern und Kinder in der Entwicklung (2. Aufl.) (Kap. 10). Göttingen: Hogrefe.
oder Auszug aus dem Elternhaus:
Papastefanou, C. (1997). Auszug aus dem Elternhaus. Aufbruch und Ablösung im Erleben von Eltern und Kindern. Weinheim: Juventa.
oder Scheidung:
Schwarz, B. & Noack, P. (2002). Scheidung und Ein-Elternteil-Familien. In M. Hofer, E. Wild & P. Noack (Hrsg.). Lehrbuch Familienbeziehungen. Eltern und Kinder in der Entwicklung (2. Aufl.) (Kap. 14). Göttingen: Hogrefe.
oder Migration:
Lanfranchi, A. (2004). Migration und Integration – Gestaltung von Übergängen. In J.R. von Wogau, H. Eimmermacher & A. Lanfranchi (Hrsg.), Therapie und Beratung von Migranten. Systemisch – interkulturell denken und handeln (S. 13-30). Weinheim: Beltz.
Interessenentwicklung und –förderung
Krapp, A. (1998). Entwicklung und Förderung von Interessen im Unterricht. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 44, S. 185-201.
Deci, E.L. & Ryan, R.M. (1993). Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und ihre Bedeutung für die Pädagogik. Zeitschrift für Pädagogik, 39(2), S. 223-238.
Holodynski, M. & Oerter, R. (2008). Tätigkeitsregulation und die Entwicklung von Motivation, Emotion, Volition. Daraus: Kap. 15.2 Die Entwicklung der Motivation: Interesse und Leistung. In R. Oerter & L. Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie (6. Aufl.) (S. 540-554). Weinheim: Beltz PVU.
2.2 Lernen/Sozialpsychologie
Sie können sich selbst einen Schwerpunkt aus der Grundlagenliteratur zum Bereich Lernen (einschl. Motivation)/Sozialpsychologie ableiten. Alternativ können Sie eines der folgenden Themen (zusätzlich zur Grundlagenliteratur aus dem Bereich Lernen/Sozialpsychologie) wählen:
Kooperatives Lernen
Hasselhorn, M. & Gold, A. (2006). Pädagogische Psychologie. Erfolgreiches Lernen und Lehren (Kap. 6.5, S. 284-299). Stuttgart: Kohlhammer.
dazu ein kooperatives Lernprogramm: Reziproke Lehre oder Kooperative Skripte oder Lerntempoduett oder Konstruktive Kontroverse oder Gruppenpuzzle oder STAD
Lernstrategien
Hasselhorn, M. & Gold, A. (2006). Pädagogische Psychologie. Erfolgreiches Lernen und Lehren (Kap. 2.3, S. 89-102). Stuttgart: Kohlhammer.
Friedrich, H.F. & Mandl, H. (1992). Lern- und Denkstrategien – ein Problemaufriß. In H. Mandl & H.F. Friedrich (Hrsg.), Lern- und Denkstrategien. Analyse und Intervention (S. 3-54; insbes. S. 16-41). Göttingen: Hogrefe.
dazu entweder ein Lernstrategietyp genauer aus:
Mandl, H. & Friedrich, H.F. (Hrsg.) (2006). Handbuch Lernstrategien. Göttingen: Hogrefe.
oder
ein Lernstrategietraining, z.B.:
Gold, A., Mokhlesgerami, J. & Rühl, K. (2004). Wir werden Textdetektive (3. Aufl.). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Motivationsförderung in der Schule
Rheinberg, F. (1999). Trainings auf der Basis eines kognitiven Motivationsmodells. In F. Rheinberg & S. Krug (1999). Motivationsförderung im Schulalltag. Psychologische Grundlagen und praktische Durchführung (2. Aufl.) (Kap. 3). Göttingen: Hogrefe.
dazu entweder
Krug, S. & Lecybyl, R. (1999). Die Wirkung experimentell variierten Lehrerverhaltens auf Unterrichtswahrnehmung, Lernbereitschaft und Leistung von Schülern. In F. Rheinberg & S. Krug (1999). Motivationsförderung im Schulalltag. Psychologische Grundlagen und praktische Durchführung (2. Aufl.) (Kap. 6). Göttingen: Hogrefe.
oder
Krug, S. & Kuhlmann, K. (1999). Motiveffekte individueller Bezugsnormen im Sportunterricht. In F. Rheinberg & S. Krug (1999). Motivationsförderung im Schulalltag. Psychologische Grundlagen und praktische Durchführung (2. Aufl.) (Kap. 8). Göttingen: Hogrefe.
Selbstgesteuertes Lernen
Hasselhorn, M. & Gold, A. (2006). Pädagogische Psychologie. Erfolgreiches Lernen und Lehren (Kap. 6.6, S. 299-315). Stuttgart: Kohlhammer.
dazu ein Förder-/Interventionsprogramm, z.B. aus
Lauth, G.W., Grünke, M. & Brunstein, J.C. (Hrsg.) (2004). Interventionen bei Lernstörungen. Förderung, Training und Therapie in der Praxis. Göttingen: Hogrefe.
Stereotype, Vorurteile, soziale Diskriminierung
sinnvolle Auswahl von Theorien und Präventions- bzw. Interventionsansätzen, z.B. aus:
Petersen, L.-E. & Six, B. (Hrsg.) (2008). Stereotype, Vorurteile und soziale Diskriminierung. Theorien, Befunde und Interventionen. Weinheim: Beltz PVU.
2.3 Verhaltensauffälligkeiten
Sie können sich selbst einen Schwerpunkt aus der Grundlagenliteratur zum Bereich Verhaltensauffälligkeiten ableiten. Alternativ können Sie eines der folgenden Themen (zusätzlich zur Grundlagenliteratur aus dem Bereich Verhaltensauffälligkeiten) wählen:
Aggression und Gewalt
Bierhoff, H.W. & Wagner, U. (1998). Aggression: Definition, Theorie und Themen. In H.W. Bierhoff & U. Wagner (Hrsg.), Aggression und Gewalt. Phänomene, Ursachen und Interventionen (S. 2-25). Stuttgart: Kohlhammer.
dazu entweder: Überblick über Interventionsprogramm aus:
Schick, A. (2010). Effektive Gewaltprävention. Evaluierte und praxiserprobte Konzepte für die Schule. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
oder ein schulartpassendes Interventionsprogramm genauer, z.B.
Cierpka, M., Schick, A., Ott, I. & Schütte, I. (Hrsg.) (2001). Faustlos. Ein Curriculum zur Prävention von aggressivem und gewaltbereitem Verhalten bei Kindern der Klasse 1 bis 3. Göttingen: Hogrefe.
Lernschwierigkeiten/Lernstörungen
Lernstörungen (z.B. Underachievement, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Allgemein Lernschwäche...) oder Interventionenansätze oder Interventionsverfahren aus:
Lauth, G.W., Grünke, M. & Brunstein, J.C. (Hrsg.) (2004). Interventionen bei Lernstörungen. Förderung, Training und Therapie in der Praxis. Göttingen: Hogrefe.
Unterrichtsstörungen
Nolting, H.-P. (2007). Störungen in der Schulklasse. Ein Leitfaden zur Vorbeugung und Konfliktlösung. Weinheim: Beltz.
oder
Jürgens, B. (2000). Schwierige Schüler? Disziplinkonflikte in der Schule. Baltmannsweiler: Schneider-Verlag Hohengehren.


