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Teil
1: Die sechziger Jahre |
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Mit The Attack stellen wir eine Band vor, welche die hochgeschraubten Erwartungen keineswegs erfüllen konnte, die einzufordern beschlagene Beobachter der Popszene gute Gründe hatten. Wären die modebewussten Engländer ebenso von einem cleveren Management wie auch durch gezielte Promotion seitens ihrer Plattenfirma betreut worden zum Zwecke einer konsequent verfolgten Außenwirkung, könnten sie gegenwärtig als in der Historienschreibung honorierte Vorreiter einer Stilrichtung gelten, die, aller beschaulich-philisterhaften Momente ledig, erzener und schroffer als der ohnehin pluralistische Londoner Flower Power-Beat der Spät-Sixties daherkommt und den späteren Hard Rock vorwegnimmt. Ursächlich verschiedener Versäumnisse und ständiger Umbesetzungen, die Kontinuität gar nicht aufkommen ließen, blieb die talentierte Band im Dämmerlicht der Underground-Szene der Hauptstadt, musste sich mit einem geringeren Bekanntheitsgrad zufrieden geben und konnte mangels wohlwollender Referenzen nur ein fragmentarisches Plattenoeuvre hinterlassen, welches ca. 20 Songs enthält, einen bisher unveröffentlichten Live-Mitschnitt nicht mitgerechnet. Die Stücke von The Attack hatten prägend mitgestaltet die zwei Gitarristen David O'List und John Du Cann, die beide ein druckvolles, technisch frappantes Spiel pflegten. Abschnitt I dieses Beitrags behandelt die frühe Zeit der Gruppe. Die begann um 1965, als der Zirkel noch The Soul System hieß, Rhythm&Blues spielte und mit Bob Taylor einen Gitarristen in den Reihen hatte, der Monate darauf bei den Downliners Sect brillierte und Jahrzehnte später bei The Pretty Things. Im Spätjahr 1966 bestand besagtes Outfit aus Richard Shirman (voc), Gerry Henderson (b), Bob Hodges (org), Alan Whitehead (dr) und David O'List (g) - praktisch Nachbar von Richard Shirman -, der vorher als David John seine Combo David John & The Mood lenkte. Erfreulicherweise fanden The Soul System einen guten Draht zum Tonträgerkonzern Decca/Deram. Dort konnten die Stammhalter des British Beat nun umbenannt in The Attack im Januar 1967 ihre Premierensingle "Try It"/"We Don't Know" in Umlauf bringen; binnen März die zweite Single "Hi Ho Silver Lining"/"Anymore Than I Do". "Hi Ho Silver Lining" war Monate darauf ein kleiner Hit für Jeff Beck. The Attack hingegen mussten zwei Flops eingestehen, was David O'List veranlasste, The Nice aufzusuchen und hernach Gitarrist für P. P. Arnold zu spielen. Drummer Alan Whitehead ging wieder zur schottischen Band Marmalade. Abschnitt II behandelt die mittlere Phase der Gruppe. Bei der standen momentan mit Richard Shirman Geoff Richardson (g), George Watt (org), Chris Allen (dr), Kenny Harold (b) im Brot. Diese Zusammensetzung ermöglichte im Sommer 1967 die farbige Carnaby Street-Single "Created By Clive"/"Colour Of My Mind". "Created By Clive" schickte Deram zeitgleich in der Fassung von The Syn auf den hart umkämpften Plattenmarkt, mit dem Ergebnis, dass weder The Attack noch The Syn einen Chart-Erfolg damit erlangten. Dann wieder Mitgliederwechsel in unserer Equipe: Richardson wie Harold gingen, Jim Avory (b) kam sowie Gitarrist John Cann, besser bekannt als John Du Cann. In Ermangelung eines durchsichtigen Marketingkonzepts der Firma Decca blieb der originelle Titel "Magic In The Air" 1967 zunächst unveröffentlicht. Unter dem Vorwand, er sei "too heavy", wurden The Attack genötigt, das leichtere "Neville Thumbcatch" einzuspielen, erschienen Januar 1968. Eine solche Politik unterzog John Du Cann dreissig Jahre später einer Kritik: "It was a great, tight band [The Attack, d.Verf.], but the singles were too lightweight for my taste..." Die jeweiligen B-Seiten klangen härter und entsprachen der überkommene Gewohnheiten umwälzenden Spielweise der Briten bei Gigs im Londoner Marquee Club. Abschnitt III behandelt die späte Periode der Gruppe. Wieder neue Namen: Roger Deane (b) wie Keith Hodge (dr) wurden von Shirman und Du Cann ausgesucht, da jetzt die Aussicht bestand, ein Album einzuspielen, das im März '68 erscheinen sollte. Ein Arbeitstitel stand fest: "Roman God Of War". Unter dem Zeichen des Mars fertigten die Engländer psychedelische, angriffslustig hingeschleuderte Rocknummern, dass die Verstärker platzen mochten. Stücke wie "Mr. Pinnodmy's Dilemma", "Strange House", "Feel Like Flying", "Freedom For You" weisen auf Grund ihrer brennend-stürmischen Gangart schon ins kommende Jahrzehnt. Deram (eigentlich schon wagemutig in den Sechzigern) gewahrte nicht das Neue dieser Musik, stellte sich taub, riet von der LP ab und trieb The Attack Mitte 1968 auseinander. Gitarrist/Autor John Du Cann formierte zwischendurch das ca. fünfstündige Plattenprojekt Five Day Week Straw People, um für ein Londoner Independant-Label ein psychedelisches Auftragswerk auszuführen. Bei Attack vorgeformtes Material gestaltete er 1969 mit Andromeda auf erfreulichste Art aus. B. Böttcher, 05/01
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