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Internationale Konferenz mit Fachleuten aus drei Kontinenten

Auf Einladung der Abteilung Kultur- und Medienbildung kamen im Juli 2010 Experten aus Asien, Amerika und Europa im Senatssaal der Pädagogischen Hochschule zusammen, um sich über Konzepte, Praxis und Zukunftsmodelle der Medienpädagogik und der kulturellen Bildung auszutauschen. Die Tagung „Kultur- und Medienbildung im internationalen Vergleich“ bot nicht nur wissenschaftliche Vorträge, sondern auch Arbeitsgruppen, ein Werkstattgespräch und eine Party unter freiem Himmel.

Wie sieht in unterschiedlichen Ländern die außerschulische Kultur- und Medienbildung aus? Welche Programme, Projekte, Institutionen und Ausbildungsmöglichkeiten gibt es? Welche Bedeutung hat die Kultur- und Medienbildung in der Gesellschaft? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Experten aus Finnland, Österreich, Luxemburg, der Slowakei, der Tschechischen Republik, Rußland, den USA, Brasilien, Thailand, China und Deutschland vom 15. bis 17. Juli 2010 in der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Die Referenten warfen einen Blick auf verschiedene Länder und auf die dortige Situation der Kultur- und Medienbildung. Es ging allerdings nicht um einen vollständigen geographischen Überblick, sondern um den Austausch von Erfahrungen und Ideen. Anregungen aus anderen Ländern und Kulturen sollten helfen, neue Wege zu beschreiten.

Grußwort der Prorektorin Prof. Dr. Kerstin Merz-Atalik


Die Prorektorin für Studium und Lehre sowie internationale Beziehungen, Prof. Dr. Kerstin Merz-Atalik, sprach ein Grußwort auf englisch. Auch etliche Vorträge wurden in englischer Sprache gehalten, aber auch deutschsprachige Beiträge waren möglich. Der erste Tag der Zusammenkunft, der 15. Juli, war dem Thema „Medienbildung – Konzepte, Akteure, Förderung“ gewidmet. Mareike Düssel stellte Entwicklungen und Perspektiven der isländischen Medienpädagogik vor. Auf die Situation der Kultur- und Medienbildung in ihrem Heimatland Finnland schaute Annamari Maukonen. Im Mittelpunkt des Vortrags von Christine Wijnen stand die Medienbildung in Österreich.

Theorie und Praxis der Medienpädagogik

Wegen der Vielzahl von Beiträgen zum Thema „Medienbildung“ teilte sich die Konferenz am Nachmittag in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe führte den Themenschwerpunkt des Vormittags fort, die andere Gruppe konzentrierte sich auf Praxisbeispiele. In der ersten Gruppe trugen Alexander Fedorov, Pavel Izrael, Jan Mašek und Zdeněk Sloboda sowie Kari Richards vor. Es ging um einen Vergleich der Situation in Frankreich und Rußland, um Medienerziehung in der Slowakei und in der Tschechischen Republik und schließlich um medienpädagogische Reaktionen auf Bildschirmspiele.

In der zweiten Gruppe befaßte sich Damaris Freischlad mit der „Konfrontativen Medienpädagogik“ in der Arbeit mit sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen und fragte danach, welche Normen und Werte in Neuen Medien vermittelt würden. Katherine G. Fry untersuchte die Medienpädagogik in New York City und zog Vergleiche zur Situation in den USA insgesamt. Einen kurzen Dokumentarfilm, den thailändische Studenten gedreht hatten, präsentierten Chavana Pavaganun und Pattama Suwunpukdee. An dieses Beispiel anknüpfend, sprachen die Wissenschaftler aus Bangkok über Medienpädagogik und thailändische Kultur. Am Abend kamen Referenten, Studenten und Gäste zur jährlichen Sommerparty des Studiengangs Kultur- und Medienbildung unter freiem Himmel zusammen. Nach der intensiven Arbeit konnte man sich nun bei Snacks und Getränken entspannen. Es wurden neue Verbindungen geknüpft und bestehende Kontakte vertieft.

Kulturelle Bildung in Europa und in internationalen Filmen

Am zweiten Konferenztag wechselte die Blickrichtung von der Medienbildung zur Kulturbildung. Es drehte sich nun um „Aspekte der kulturellen Bildung – Konzepte, Praxisbeispiele, Darstellung im Film“. Vanessa-Isabell Reinwand und Heike Denscheilmann gaben eine Übersicht über die kulturelle Bildung in Frankreich. Über außerschulische kulturelle Bildung in Luxemburg redete Nathalie Fratini. Die kulturelle Bildung in England mit einem Schwerpunkt auf der Aktivität des „Arts Council“ war Gegenstand des Vortrags von Patrick Glogner, dem stellvertretenden Leiter der Abteilung Kultur- und Medienbildung. Auch die kulturelle Bildung in Deutschland kam nicht zu kurz: Anne Hagemann, akademische Mitarbeiterin in der Abteilung Kultur- und Medienbildung, gab dazu auf englisch einen Überblick. Mit einem Zitat aus dem Film „Rhythm Is It“ hatte Stephan Buchloh seinen Beitrag überschrieben: „You can change your life in a dance class“. Er referierte über die Darstellung von kultureller Bildung in internationalen Filmen.

Arbeitsgruppen zu Problemen und Perspektiven der Kultur- und Medienbildung


Die Konferenz sollte nicht nur eine Abfolge von Vorträgen sein, sondern den Tagungsbesuchern auch die Möglichkeit bieten, sich zu beteiligen. Deshalb war der Nachmittag des zweiten Tages für vier Arbeitsgruppen reserviert, die Anne Hagemann, Vanessa Puttner, Nadja Theilemann und Stephan Buchloh moderierten. Gefragt wurde nach zukünftigen Wegen der Kultur- und Medienbildung und nach den Organisationsformen der Bildungsangebote: Was kann man voneinander lernen? Findet Kultur- und Medienbildung in den einzelnen Ländern eher in Projekten statt oder in festen, auf Dauer angelegten Einrichtungen? Zudem diskutierten die Teilnehmer, ob sich kulturelle Bildung und Medienpädagogik nur an jüngere Menschen richteten und wie Angebote für ältere Leute aussehen könnten. Auch die Frage, ob Kultur und Medien zwei voneinander getrennte Bildungsfelder seien, beschäftigte die Teilnehmer. Nach ausführlichen Beratungen trugen Vertreter der Arbeitsgruppen die Ergebnisse im Plenum vor.

Podiumsdiskussion mit Referenten aus China, Brasilien und Deutschland

Am dritten und letzten Konferenztag, dem 17. Juli, beleuchteten die Referenten politische Dimensionen der Kultur- und Medienbildung. Isabel Rodde erläuterte die Situation der Kultur- und Medienbildung in Kambodscha, einem Land, das noch immer mit seiner blutigen Vergangenheit zu kämpfen hat. Das Verhältnis von Jugend, Medien und Politik in Brasilien nahm Rafael Grohmann unter die Lupe. Jie Zhang stellte medienpädagogische Konzepte und Projekte in der Volksrepublik China vor. Gestärkt durch einen Brunch im Literaturcafé, kamen Isabel Rodde, Rafael Grohmann, Jie Zhang und Stephan Buchloh zu einem Werkstattgespräch und Tagungsresümee zusammen. Vorgesehen war, Kultur- und Medienbildung in dem Gespräch gleichermaßen zu behandeln. Doch die Diskussionsrunde kreiste vor allem um medienpädagogische Themen. Dabei wurde deutlich, daß die Medienpädagogik vielerorts von einem „Defizitansatz“ geprägt ist, der als Aufgabe der Medienpädagogik die Abwehr von vermeintlichen Gefahren betrachtet. Medienpädagogik ist als Wissenschaftsdisziplin ebenso wie als praktische Tätigkeit sehr stark von politischen Rahmenbedingungen abhängig. Die Politik versucht mitunter, die Medienpädagogik zu steuern und zu instrumentalisieren. Ein Blick auf solche Steuerungsversuche ist auch ein Blick auf die Freiheit, in der die Menschen in verschiedenen Staaten leben können.

Das Konferenzteam


Die Tagung „Kultur- und Medienbildung im internationalen Vergleich“ wurde organisiert und geleitet von Stephan Buchloh und Anne Hagemann. Die beiden bekamen Unterstützung von Karin Matt und Nadja Theilemann. Nach der Januar-Tagung „Megacities und Film: Südostasien auf der Leinwand“ handelte es sich um die zweite Konferenz des Studiengangs Kultur- und Medienbildung im Jahr 2010. Das detaillierte Tagungsprogramm, für dessen Layout Alexander Korn verantwortlich zeichnet, kann hier in einer deutschen und in einer englischen Version heruntergeladen werden:

  • Impressionen 1
  • Impressionen 2
  • Impressionen 3

 

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