Dr. Christine Moritz

Mitarbeiterin im Projekt „Feldpartitur. Mikroprozessuale Transkription von Videodaten“
Träger: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
Förderung:
EXIST-Gründerstipendium
Zeitraum: 1.11.2010 – 31.10.2011
Ort: PH Ludwigsburg, Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Medienpädagogik
Mentor: Prof. Dr. Horst Niesyto
Kurzbeschreibung
Nach erfolgreicher Dissertation über das Thema „Dialogische Prozesse in der Instrumentalpädagogik. Eine Grounded Theory Studie“ (Moritz 2010) an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg bei Prof. Dr. H. Flechsig (Abteilung Musik) wurde mit Unterstützung des Rektorats der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und der Abt. Medienpädagogik ein EXIST-Gründerstipendium beantragt für den Zeitraum 1.11.2010 bis 31.10.2011.
Gefördert wird die Weiterentwicklung der „Feldpartitur“ (Moritz 2009, 2010), ein System und eine Software zur Transkription von Videodaten, für alle mit Video arbeitenden Forscherinnen und Forscher.
Das System ermöglicht es, videoimmanente Informationen zu erfassen. Videodaten sind hochkomplexe multicodale Daten, die sich nicht (nur) des Symbolcodes der Sprache bedienen. Das Filmische als ein Ganzes umfasst vielseitige Ausdrucksmöglichkeiten wie Bild, Musik, Sprache, Geste, Mimik, Raum, Zeit, Rhythmus, Licht etc., die sich ihrerseits jeweils ihrer ‚eigenen Sprache‘ bedienen und somit zu verschiedenen Zeichenebenen führen (‚transcript’, ‚notescript’, ‚codescript’).
Neu gegenüber bestehenden Transkriptionsprogrammen ist, dass Videodaten nicht mehr übersetzt werden in Textdaten (Codewechsel), sondern auf zwei Achsen Prozessdaten (Linearity) in ihrer Gleichzeitigkeit (Simultaneity) erfasst werden (Metapher der „Partitur“).
Das Schreiben der Feldpartitur erhält heuristische Funktion auf der einen Seite (Feldpartitur als „Analyse-Tool“) und eine empirische Funktion auf der anderen Seite (Feldpartitur als Darstellungs-Tool). Die transkribierte Video-Partitur dient ForscherInnen am Ende des Transkriptionsvorgangs schließlich als Basis für weitere qualitative und quantitative Auswertungsprozesse (z.B. Export in SPSS), als empirischer Beleg für ein Phänomen und als Dokument für den wissenschaftlichen Diskurs insbesondere dann, wenn sensible Videodaten nicht zur Veröffentlichung freigegeben werden.
Weitere Informationen und Anwendungsbeispiele:
www.feldpartitur.de






