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Förderdiagnostik sprachlicher Entwicklung im Schulalter (FISA)

Teilprojekt 6: Individuelle Sprachstandsfeststellung und Förderung bei mehrsprachigen Kindern an der Sekundarstufe im Kompetenzbereich Schreiben (Joachim Schäfer)

In diesem Teilprojekt sollen die folgenden Fragen beantwortet werden:
Welche Leistungen zeigen Schülerinnen und Schüler nicht deutscher Herkunftssprache beim Verfassen von Texten?
Welche Schwierigkeiten haben Schülerinnen und Schüler mit nicht deutscher Herkunftssprache bei der Produktion von Texten?
Wie lassen sich Leistungen und Schwierigkeiten angemessen erfassen?
Der Begriff der Schreibschwierigkeiten wurde bislang kaum definiert. In diesem Kontext soll er in Anlehnung an einer Definition von „Sprachbehinderung“ (vgl. Braun u.a. 1995, S. 317) bestimmt werden. Schreibschwierigkeiten liegen demnach vor, wenn ein Individuum die selbst gestellten und von außen an ihn herangetragenen schriftlichen Kommunikationsbedürfnisse nicht angemessen erfüllen kann. Diese Schreibschwierigkeiten sollen, wie dies in der Sprachbehindertenpädagogik generell für sprachliche Schwierigkeiten gilt (vgl. Kauschke/Siegmüller 2002, S. 1), linguistisch und sprachdidaktisch fundiert erfasst und beschrieben werden, um das Individuum bei der Überwindung dieser Schwierigkeiten unterstützen zu können. Damit soll nicht ausgesagt werden, dass es sich bei Schreibschwierigkeiten um Sprachbehinderungen handelt. Diese Definition bietet sich aber an, um den pragmatischen Aspekt von sprachlichen Schwierigkeiten zu beschreiben.
Die meisten Erkenntnisse hierzu stammen aus Studien, die sich auf Schülertextanalysen stützen. Bei der Analyse der Produkte kann aber nur sehr bedingt auf den Entstehungsprozess, der spätestens seit Hayes und Flower als zentral für die Schreibkompetenz angesehen wird (vgl. Sieber 2003), geschlossen werden. Ossner (2006, S. 7) fordert deshalb, dass zunächst eine theoretische Bestimmung des Kompetenzbegriffs erfolgen muss, um eine empirische Überprüfung an dieser ausrichten zu können (vgl. Ossner 2006, S. 7). Ein Modell zur Schreibkompetenz von Fix (2006, S. 21 ff.) erfasst verschiedene Aspekte, die eine am Schreibprozess orientierten Fachdidaktik postuliert.

Neben den Schülertextanalysen sollen folgende Instrumente zur Erfassung der Schreibkompetenz eingesetzt werden: Fragebögen zur Erfassung des deklarativen Wissens über das und Einstellungen zum Schreiben sowie zur Erfassung von Variablen wie Erstsprache, Geschlecht etc. und Leitfadeninterviews, um Einstellungen zum und Erfahrungen mit dem schulischen Schreiben zu erfassen (vgl. Schäfer 2009). Die genannten Erhebungsinstrumente lassen sich zur Erfassung von Schreibschwierigkeiten nutzen. Die Studie von Fix zeigt, dass ein Methodenmix am besten geeignet ist, die Schwierigkeiten zu beschreiben.

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