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Kommunikation zwischen den Kulturen an der „Communication University of China“

Auf Einladung der chinesischen Medienuniversität hielt Stephan Buchloh einen Kurs zu Fragen der interkulturellen Kommunikation in Peking / Studienmöglichkeiten für Studentinnen und Studenten der Kultur- und Medienbildung

China gerät immer mehr in den Blickpunkt westlicher Aufmerksamkeit – sei es wegen seiner wirtschaftlichen Erfolge, sei es wegen des Umgangs mit den Menschenrechten. Stephan Buchloh, der Leiter der Abteilung Kultur- und Medienbildung, bekam nun eine Einladung nach Peking: An der „Communication University of China“ (CUC) hielt er im April 2011 ein Seminar mit dem Titel: „A Model of Intercultural Communication. Cultural Differences and How They Affect Education and Management in International Contexts“. Buchloh bezog sich dabei auf ein Modell des niederländischen Anthropologen Geert Hofstede. Die „Communication University of China“ gilt in dem Land als führende Hochschule in der Ausbildung von Journalisten und Medienleuten. Bekannte Mitarbeiter des wichtigsten chinesischen Fernsehanbieters CCTV sind Absolventen der Universität. Wie zu hören war, kooperiert auch der deutsche Auslandssender „Deutsche Welle“ mit der „Communication University of China“.

 

Großer Einsatz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Der deutsche Gast erläuterte in seinem Seminar zunächst verschiedene Dimensionen kultureller Unterschiede. Nach welchen Merkmalen kann man Kulturen voneinander unterscheiden? Auf welche Weise prägen sich kulturelle Verschiedenheiten in einzelnen Lebensbereichen aus: in der Familie, in Schule und Universität, im Management, in persönlichen Beziehungen? Wie kann man sich auf Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen einstellen? Was kann zum Beispiel ein Hochschullehrer tun, wenn sich auf eine Frage in einem asiatischen Seminarraum niemand meldet? Wie ließe sich ein solches Verhalten erklären?

Das Seminar war nicht als reine Vorlesung angelegt, sondern erforderte den Einsatz der Teilnehmer. Sie studierten in einem Master-Programm, dessen Schwerpunkt auf der Medienbildung liegt. Die Studentinnen und Studenten füllten Bögen zur Selbsteinschätzung aus, prüften in Gruppen die vorgestellten Kriterien mit Blick auf China und engagierten sich in einem Planspiel. Hier entwickelten sie Produkte und Dienstleistungen als Manager eines multinationalen Unternehmens und präsentierten sie einer Jury mit Vertretern Chinas, der USA und Deutschlands. Es kam darauf an, bei der Produktentwicklung, bei der Vermarktung und bei den Trainingsprogrammen für die Verkäufer auf die kulturellen Unterschiede einzelner Märkte zu achten. Die Seminarteilnehmer zeigten großen Einsatz. Offenbar machte ihnen das Seminar viel Spaß.

 

Gespräche in der Universität

Stephan Buchloh konnte mit Fachkollegen reden, die an der Lehrveranstaltung teilnahmen oder zu einem eigens angesetzten Termin kamen. Dazu gehörten Prof. Dr. Zhang Yanqiu, stellvertretende Direktorin des „Institute of Communication Studies“, Dr. Yiqun Geng und Dr. Jie Zhang, die im Juli 2010 in Ludwigsburg auf der Tagung „Kultur- und Medienbildung im internationalen Vergleich“ vorgetragen hatte. Die Gespräche berührten eine Vielfalt von Themen. Der deutsche Besucher hatte Gelegenheit, die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg und den Studiengang Kultur- und Medienbildung vorzustellen. Es ging um Möglichkeiten eines Studenten- und Dozentenaustauschs und zugleich um den politischen und kulturgeschichtlichen Einfluß von einigen deutschen Philosophen. Diskutiert wurde auch über die Rolle politischer Parteien in den Medien und über die Möglichkeit eines Wechsels der regierenden Parteien als Folge von Wahlen.

 

Hilfe von Studentinnen

Unterstützung bei seinem Besuch erhielt Stephan Buchloh durch eine Studentin, die sich auf Bitten von Prof. Dr. Zhang Yanqiu schon in die Vorbereitung des Gastaufenthaltes einschaltete. Liao Mengxia, mit englischem Namen Zoe, reservierte für den deutschen Gast ein Hotelzimmer mit Blick über die Stadt – angesichts von über 2.000 Hotels in Peking war dies eine große Hilfe. Zusammen mit ihrer Studienkollegin He Juan, die mit englischem Namen Lansing heißt, führte sie den deutschen Gast durch das Pekinger Stadtviertel Houhai: Dort findet man einen schönen See, alte Häuser mit kleinen Gassen („Hutongs“) und einen beeindruckenden Palast („Prince Gong’s Palace“). Zoe und Lansing gaben Stephan Buchloh Einblicke in den Pekinger Alltag und in das Leben von Studentinnen. Buchloh nutzte den Besuch in der chinesischen Hauptstadt auch, um sich einige der Sehenswürdigkeiten anzuschauen: die Verbotene Stadt, den Tiannanmen Platz („Platz des himmlischen Friedens“), die Chinesische Mauer und die Ming-Gräber sowie den Himmelstempel.

 

Studienmöglichkeiten für Ludwigsburger Studentinnen und Studenten

In den Gesprächen mit den Vertretern der chinesischen Medienuniversität haben sich mehrere Möglichkeiten einer Zusammenarbeit herauskristallisiert. Erstens können Studentinnen und Studenten der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg an einer englischsprachigen Summer School teilnehmen, die etwa zwei bis drei Wochen dauert. Zweitens hat die „Communication University of China“ angeboten, eine Exkursion deutscher Studierender nach Peking zu betreuen und ein Besuchsprogramm bei Medien und anderen Einrichtungen zu organisieren. Drittens will die chinesische Universität überlegen, ob es möglich ist, daß Studierende der Pädagogischen Hochschule für ein ganzes Semester an der CUC studieren. Die „Communication University“ bietet auch Kurse in englischer Sprache an; es müßte versucht werden, genügend passende Kurse für deutsche Studierende zu finden. Viertens könnten Dozenten der Pädagogischen Hochschule für einen Kurzbesuch oder auch für ein ganzes Semester an die CUC kommen.

 

Interesse an einem Auslandssemester in Peking?

Im Studiengang Kultur- und Medienbildung könnte sich die Chance, ein ganzes Semester in Peking zu verbringen, erstmals für die Leute aus dem Aufnahmejahrgang 2010 bieten. Bei ihnen steht das Auslands- und/oder Projektsemester im Wintersemester 2012/13 auf dem Programm, und bis Ende November 2011 sollten sie eine Entscheidung treffen, wo und in welcher Weise sie das Auslands- und/oder Projektsemester absolvieren möchten. Wer also Interesse an einem Auslandssemester an der „Communication University of China“ hat, sollte sich rechtzeitig melden, damit geprüft werden kann, ob sich ein solches Studium in Peking im Wintersemester 2012/13 verwirklichen läßt. Genauso ist zu hoffen, daß der Austausch auch in umgekehrter Richtung stattfindet: Der Studiengang Kultur- und Medienbildung würde Studentinnen und Studenten aus Peking als große Bereicherung empfinden.

 

 

 

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Kultur- und Medienbildung > Aktuelles > 30. April 2011: Interkulturelles Seminar in Peking
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