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Seit dem Wintersemester 2007/2008 wird an der PH Ludwigsburg der sechssemestrige Bachelor-Studiengang „Frühkindliche Bildung und Erziehung“ angeboten. Kooperationspartner ist die Evangelische Hochschule in Ludwigsburg.

Die AbsolventInnen des Studiengang haben vielfältige berufliche Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten: Nicht zuletzt deshalb, weil das Studium zukunftsweisende Bildungsaufgaben akzentuiert, Leitungsfunktionen und forschendes Lernen thematisiert und eine Brücke zur Schule baut.

Der Studiengang orientiert sich an dem Bildungsverständnis und den daraus resultierenden Anforderungen an die Professionalisierung pädagogischer Fachkräfte, wie es in den Bildungsplänen für den Elementarbereich sowie den nationalen und internationalen Forschungen der Frühpädagogik grundgelegt und entwickelt wird.

Das Bildungsverständnis (Bild vom Kind)

„Ausgangspunkt ist, dass Kinder – und damit auch jedes einzelne Kind von Geburt an – über natürliche Gaben und Potentiale von ungeheurer Vielfalt und Vitalität verfügen.“
(Reggio Children)

Kinder sind aktive und kompetente Subjekte ihrer Bildungsprozesse. Sie praktizieren von Anbeginn an eine Form des forschenden Lernens, nehmen ihre Welt mit all ihren Sinnen wahr und treten mit Hilfe ihrer sozialen, emotionalen und kognitiven Fähigkeiten in Austausch mit der Welt und mit anderen Menschen.

Kinder wenden sich der Welt neugierig und auf vielfältige Weise zu, wenn sie Anregungen und Antworten bekommen, die auf ihre Initiative eingehen. Sie brauchen unterschiedliche Gelegenheiten, um viele Formen des Weltzugangs (wie Sprache, Erkunden von Natur und Kultur, Kunst, Musik, Tanz, Mathematik und Religion) kennen zu lernen und zu entwickeln. Mit diesen kulturellen Kompetenzen können Kinder selbst Träger von Kultur, aber auch Schöpfer eigener Kultur werden. Das bedeutet, dass Kinder auf sehr unterschiedliche Weise Sinn und Bedeutung erzeugen, indem sie ihre Erfahrungen deuten und neue Kompetenzen und Sichtweisen hinzugewinnen. So erst gewinnen sie eine Basis, sich mit anderen auszutauschen und eine eigene Identität zu entwickeln.

Bereits die Krippe sollte ein Bildungsort sein, an dem Kinder sich sicher und willkommen fühlen und zugleich Möglichkeiten vorfinden, ihre Fähigkeiten und Ideen zu entwickeln und in einer Gemeinschaft Freude und Wohlbefinden zu erfahren.

Gerade die Heterogenität der Lebenslagen und Lebenswelten von Kindern und ihren Familien kann ein großes Potenzial darstellen, wenn es gelingt, sie in ihrer Differenz und Fremdheit wahrzunehmen und wertzuschätzen und darin eine Herausforderung und Chance für inklusive und kreative Prozesse zu sehen.

Die fünf Studienbereiche

I. Erziehungs- und sozialwissenschaftliche Grundlagen

II. Forschendes Lernen: Praxis und Praxisforschung

III. Kindliche Weltzugänge (Bildungsbereiche)

IV. Organisation und Management, Sozialpolitik und Recht

V. Bachelorarbeit und Abschlusskolloquium

(vorbehaltlich der Genehmigung durch den Senat am 8.5.2008)

Vernetzung von Theorie, Praxis und Forschung

Im ganzen Studiengang ist eine enge Vernetzung von Theorie, Praxis und Forschung vorgesehen, mit dem Ziel der Erzeugung einer professionellen Haltung und Arbeitsweise auf der Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Methoden. Diese Organisationsstruktur ermöglicht Studierenden, eine wissenschaftliche Qualifikation zu erwerben, die im Anschluss an das Studium den realen Gegebenheiten in den frühpädagogischen Arbeitsfeldern standhalten kann. Die Studierenden stehen während der gesamten Studienzeit im Kontakt mit Kindern, Angehörigen und Institutionen. Die dort erworbenen Erfahrungen werden im Studiengang reflektiert, fachlich ausgewertet, problemorientiert mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und Methoden erschlossen, wodurch die Studierenden neben der fachlich-analytischen Kompetenz auch eine professionelle Haltung entwickeln, die hilft, ein hohes pädagogisches Ethos auszubilden.

Ziele des Studiengangs

Der Studiengang qualifiziert die AbsolventInnen für eine anspruchsvolle und wissenschaftlich fundierte Arbeit mit Kindern von 0-10 oder für beratende, entwickelnde, leitende und organisierende Tätigkeiten im Bezug auf Bildungsinstitutionen (Träger, Fort- und Weiterbildung, Fachbereiche, Fachschulen).

Auch für diese letztgenannten Arbeitsbereiche kann die Kernkompetenz nicht übersprungen werden, mit Kindern, deren Eltern und dem Team Bildungsprozesse auf hohem Niveau zu ermöglichen. Es geht um die anspruchsvolle, aber auch persönlich bereichernde Tätigkeit, die Möglichkeiten von Kindern wahrzunehmen und mit allen Beteiligten und auf allen Ebenen im Kontext frühpädagogischer Institutionen Angebote und Konzepte zu entwickeln wie auch Prozesse anzustoßen, die das eigen- und interaktive, kompetente und kreative Kind herausfordern und unterstützen.

„Der Ereignischarakter des Lernens zeigt sich in der Unverfügbarkeit des fruchtbaren Moments
durch den methodischen Eingriff.“ (Meyer-Drawe)

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