Das binationale und videobasierte Lehrerinnen- und Lehrerfortbildungsprojekt „MuBiL“1

Sebastian Kuntze

 

Zusammenfassung / Abstract: In diesem Beitrag wird ein Überblick über die Struktur des binationalen und videobasierten Lehrerinnen- und Lehrerfortbildungsprojekt „MuBiL“ gegeben, dessen Interventionsphase nun abgeschlossen ist. Dieses von der Robert-Bosch-Stiftung geförderte Projekt verfolgte ein mit der Unterrichtspraxis der teilnehmenden Mathematiklehrerinnen und -lehrer verzahntes und auf verschiedene Bereiche des Mathematikunterrichts ausgerichtetes Konzept. So wurde etwa einerseits das konkrete Handeln von Lehrpersonen im Klassenzimmer anhand von Unterrichtsvideos diskutiert, andererseits entwickelten die Teilnehmenden schüleraktivierende Unterrichtsmaterialien und erprobten entsprechende Unterrichtsformen. Besonders lebendig wurde die Arbeit in diesen Bereichen des Fortbildungsprojekts durch die binationale Ausrichtung des Projekts.

An das Projekt angegliedert ist eine umfangreiche Begleitforschung, die unter anderem der Evaluation der Fortbildungsreihe dient.

 

 

 

Zum Ablauf des Fortbildungsprojekts

 

Im Folgenden wird ein kurzer Überblick über die einzelnen Bestandteile und den Ablauf von MuBiL gegeben (vgl. Tabelle 1 unten). Dieser schematische Überblick ist nach den oben besprochenen drei Bereichen „Lehrerverhalten“, „Unterrichtsformen“ und „Unterrichtsmaterialien tabellarisch gegliedert. Ein Ablaufplan, aus dem sich die zeitliche Gestaltung der einzelnen Fortbildungsbestandteile entnehmen lässt, findet sich hier.

 

 

Schematische Kurzübersicht über die Bestandteile und den Ablauf des Fortbildungsprojekts MuBiL

 

 

 

Lehrerverhalten

Unterrichtsformen

Unterrichtsmaterialien

1.Fortbildungs wochenende

Diskussion von Unterricht anhand von Unterrichtsvideos,

Einführung in Fokusbereiche (kognitive Aktivierung, argumentativer Gehalt des Unterrichts-gesprächs, Lernen an Fehlern)

Vorstellung von Unterrichtsmaterialien und der Art ihres Einsatzes: Möglichkeiten der Themenstudienmethode
im Mathematikunterricht

Videogestützte Workshops:
Mathematikunterricht in der Schweiz und in Bayern

Gruppen-Workshops zur
gemeinsamen Entwicklung von Unterrichtsmaterialien

Planung und Koordination in den Teams, Evaluation und Feedback

Zwischenzeit

Experimentierauftrag zu den Fokusbereichen, Beobachtung im eigenen Unterricht

 

Sammeln und Zusammenstellen von Unterrichtsmaterialien in den Workshop-Teams

Einbringen eigener
Unterrichtsvideos

2.Fortbildungs wochenende

Fortsetzung der Arbeit mit
Unterrichtsvideos

 

Einbeziehen von Erfahrungen der Zwischenphase

Gastvortrag von Albert Gächter: (ETH-) Fallstudien und
rohmaterialienbasiertes Arbeiten im Mathematikunterricht

 

Fertigstellung der
Unterrichtsmaterialien

Vorbereitung der Erprobung im Unterricht

Mathematikunterricht in der Schweiz und in Bayern:
„Marktplatz für alltägliche und weniger alltägliche
Unterrichtsmaterialien“

Weitere Planung und Koordination der Teams, Evaluation und Feedback

Zwischenzeit

 

Erprobung der Unterrichtsmaterialien innerhalb der konzipierten
Unterrichtsformen im eigenen Unterricht

Fortsetzung der Experimentierphase
(auch im Zusammenhang mit der Erprobung von Unterrichtsformen),
Einbringen eigener Unterrichtsvideos

 

3.Fortbildungs wochenende

Diskussion zu weiteren, auch eingebrachten Unterrichtsvideos

Gegenseitige Präsentation der entwickelten Lernumgebungen und Diskussion der während der Erprobung der Unterrichtsmaterialien gewonnenen Erfahrungen

Diskussion zu ELF-Videos: Welche Handlungsspielräume sehen wir?

 

Gastvortrag von
Monika Waldis (Zürich) zur TIMSS 1999-Video-Studie

Möglichkeit der Überarbeitung der Unterrichtsmaterialien,
Erstellen von gemeinsamen Kurzberichten der Workshop-Teams
zur Erprobung der Unterrichtsmaterialien

Gastvortrag von Eva Traut-Mattausch & Peter Fischer (München) zum Thema
Schule und Führungsprinzipien / Center-of-Excellence-Kulturen der Wirtschaft

Evaluation und Feedback

 

 

1 gefördert durch die Robert-Bosch-Stiftung