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Das Forschungskolloquium

Das Forschungskolloquium des Instituts für Mathematik und Informatik findet in der Regel zweiwöchentlich mittwochs von 14:15 bis 15:45 Uhr im Raum 5.211 in der Vorlesungszeit des laufenden Semesters statt (bei Bedarf gibt es auch Sondertermine).

Die Doktorandinnen und Doktoranden sowie die Lehrenden des Instituts und Gäste stellen hier eigene Forschungsarbeiten vor und diskutieren aktuelle Entwicklungen der Mathematik- und Informatikdidaktik. In jedem Semester werden darüber hinaus externe Vortragende zu wechselnden aktuellen Themen eingeladen. Das Kolloquium ist eine hochschulöffentliche Veranstaltung und wendet sich an alle Interessierten (Lehrende, Studierende, Lehrer, Alumni, ...).

 

 

Vorträge im Wintersemester 2018/19

Aktuelle Vorträge:

05.12. 2018 Elham Vaseghi "Digital Scaffolding for Mathematical Problem Solving"

Forschungfragen und -design der Dissertation am Insitut für Mathematik und Informatik

 

12.12. 2018 Prof. Dr. Joachim Engel "Statistical Literacy und Gesellschaft: Was ist Zivilstatistik?"

Abstract:Wie können wir Schülerinnen und Schüler darauf vorbereiten, statistische Daten und Erkenntnisse über Trends und Veränderungen zu wichtigen gesellschaftlichen Fragen wie demographischer Wandel, Kriminalität, Arbeitslosigkeit, Lohngleichheit, Migration, Gesundheit, Rassismus und andere für die Gesellschaft wichtige Bereiche zu verstehen? In Erweiterung von Statistical Literacy hat die vom Erasmus+ Programm der EU geförderte Kooperation von sechs internationalen Hochschulen unter Koordination der PH Ludwigsburg eine Teildisziplin konzipiert, die wir Zivilstatistik nennen. Zivilstatistik konzentriert sich auf das Verstehen statistischer Informationen über die Gesellschaft, wie sie von den Medien, Statistikämtern und anderen Statistikanbietern bereitgestellt werden. Zivilstatistische Daten sind für die Teilhabe in demokratischen Gesellschaften erforderlich, beinhalten aber Daten, die offen, amtlich, multivariat und dynamisch sind und die nicht im Zentrum des regulären Statistikunterrichts stehen. Der Vortrag stellt einige spezifische Merkmale von Zivilstatistik vor, präsentiert Beispiele und beschreibt Implikationen für Lehrpläne, Lehreraktivitäten und die Zukunft der statistischen Bildung in Schulen.

 

09.01.2019 Jun.Prof. Dr. Nina Sturm: Selbstgenerierte Repräsentationen als lösungsunterstützende Werkzeuge des Problemlösens

Abstract:

Beim Lösen problemhaltiger Textaufgaben stoßen Grundschulkinder häufig auf ungewohnte und herausfordernde Anforderungssituationen: Hürden, die sie ohne weiteres nicht überwinden können. Erkennbar wird dies, wenn der Erfolg, das Festhalten einzelner Lösungsschritte aber auch das Nutzen heuristischer Hilfsmittel wie z. B. Zeichnungen ausbleiben. Grundschulkinder wissen häufig (noch) nicht, wie sie an herausfordernde Textaufgaben herangehen können und die Struktur entschlüsseln können oder auch, welche Hilfsmittel ihnen beim Lösen helfen können. Aus psychologischer Sicht können selbstgenerierte externe Repräsentationen helfen, Hürden solcherart zu überwinden. Sie gelten zum einen als lösungsunterstützende Werkzeuge, wenn sie die Aufgabenstruktur adäquat abbilden. Zum anderen eigenen sie sich als Basis der intra- und interindividuellen Reflexion. Die kommunikativen und argumentativen Tätigkeiten können für beide Interaktionspartner gewinnbringend sein. Für die Unterrichtspraxis war es daher interessant, herauszufinden, ob und inwiefern sich Grundschulkinder trainieren lassen, ihre Denk- und Lösungsprozesse zu externalisieren, diese für die Problembewältigung weiterzuentwickeln und zu nutzen sowie sich über sie auszutauschen. Die Wirksamkeit des Trainings wurde mit einem Prä-Posttest-Kontrollgruppen-Design untersucht. Es zeigte sich, dass sich die Drittklässlerinnen und Drittklässler motivieren ließen, Ihre Lösungsideen zu externalisieren und für ihre Lösungsfindung zu nutzen und davon profitierten. Die Interventionsstudie und deren Ergebnisse werden im Vortrag vorgestellt und diskutiert.

 

23.01. 2019 Achim Schiller


Vergangene Vorträge:

14.11. 2018 Prof. Dr. Laura Martignon: Information und Entropie als Thema des
Stochastikunterrichts in der Schule

Abstract:

Die Stochastik ist nicht nur als sebstständiges mathematisches Fach ein zentrales Thema des Schulunterrichts, sondern bietet auch die geeignete formale Basis für die Informationstheorie. Das Konzept der Entropie als Maß von Unsicherheit spielt eine fundamentale Rolle wiederum für die Verallgemeinerung des Kriterium von Laplace. Laplace meinte, dass wenn uns von einer Verteilung nichts bekannt ist, wir annehmen sollten, dass sie die Gleichverteilung ist. Jaynes verallgemeinerte dieses Kriterium und zwar unter Verwendung des Konzepts der Entropie.  Dieses Kriterium von Jaynes wird anhand  eines Anwendungsbeispiels erläutert.  Anschließend werden Spiele besprochen, die in der Schule zur Förderung von Intuitionen zu Information und Entropie von Knauber und Özel bereits erfolgreich eingesetzt worden sind.

24.10.2018: Tobias Jaschke: Verständnisorientiertes Mathematiklernen – Entwicklung und Wirksamkeitsstudie einer Lehrerfortbildung zur Unterrichtsplanung von Erarbeitungsphasen

Abstract:

Im Vortrag wird ein kumulativ angelegtes Dissertationsprojekt dargestellt, in dem eine zweistufige Lehrerfortbildung für Mathematiklehrkräfte der Sekundarstufe I in zwei Zyklen entwickelt und evaluiert wurde. Gegenstand der Fortbildung war die Unterrichtsplanung für Erarbeitungsphasen. Die Intervention zielte im Bereich des Professionswissens darauf ab, verständnisorientiertes Mathematiklernen durch geeignete Planungsüberlegungen initiieren zu können. Ein weiteres Ziel war, die mathematikunterrichtlichen Überzeugungen der beteiligten Lehrkräfte hin zu eher konstruktivistischen Überzeugungen weiterzuentwickeln.

Zentrale Ergebnisse auf der Entwicklungsebene sind ein funktionierendes Fortbildungsdesign, eine normative Konzeption von verständnisorientierter Unterrichtsplanung sowie ein neues Evaluationsinstrument für mathematikunterrichtliche Überzeugungen. Auf der Forschungsebene konnten Erkenntnisse über die Art und Weise der alltäglichen Unterrichtsplanung von Mathematiklehrkräften sowie über mögliche Lernverläufe und Lernhürden gewonnen werden. Darüber hinaus konnten erste Konsequenzen für die Lehrerbildung abgeleitet werden.

Die Informationen zu den Vorträgen werden fortlaufend ergänzt.

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