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Hinweise zum Verfassen einer Bachelor-/Masterarbeit im Fach Politikwissenschaft

Auch wenn dies keine formale Voraussetzung ist, empfehlen wir, dass Sie mindestens eine Lehrveranstaltung bei der betreuenden Lehrkraft besucht haben. Aufgrund des hohen Andrangs können nicht alle Anfragen positiv beschieden werden; Priorität genießen Studierende des Faches Politikwissenschaft, Studierende anderer Fächer können nur betreut werden, sofern die Kapazitäten dies zulassen.

Bitte nehmen Sie rechtzeitig Kontakt zu der gewünschten betreuenden Lehrkraft auf, da die Zusage zur Betreuung nur auf Grundlage eines sinnvoll strukturierten Exposés erfolgt. U.U. ist die Überarbeitung eines eingereichten Exposés nach Ersteinreichung notwendig.

Vorarbeiten und Überlegungen, die Sie bis zur Erstellung des Exposés getroffen haben sollten:


Kernstück Ihrer Vorarbeiten ist das Exposé, das 2-3 (Bachelorarbeit) bzw. 4-5 Seiten Text (Masterarbeit) umfasst. Es benennt einen Arbeitstitel und enthält eine Kurzdarstellung des Vorhabens, einen Gliederungsentwurf (mit grober Kalkulation der Seitenzahlen) sowie eine Literaturliste.

Ihr Exposé sollte in der genannten Reihenfolge die folgenden Punkte umfassen:

1. Deckblatt

Art der Arbeit, Betreuer*innen, Arbeitstitel bzw. Vorschläge für mögliche Titel der Arbeit, Exposé vom (Datum), Name, Adresse, Telefon, E-Mail, Studiengang, Fachsemester

2. Formulierung des Titels in Form einer Fragestellung

Formulieren Sie für Ihr Exposé den Arbeitstitel nicht durch Nennung eines Themas, sondern in Form einer Fragestellung. Durch eine Fragestellung werden abstrakte Themen wie „Rechtspopulismus in Deutschland“ oder „Die Dilemma-Methode im Politikunterricht“ konkretisiert und dadurch erst bearbeitbar:

Bsp. a) Mögliche Fragestellungen zum Thema „Rechtspopulismus in Deutschland“:

Bsp. b) Mögliche Fragestellungen zum Thema „Die Dilemma-Methode im Politikunterricht“:

Titel in Frageform wirken etwas gekünstelt, aber sie zwingen zur Fokussierung auf eine Fragestellung, deren Beantwortung Sie in ihrer Arbeit angehen. Wenn es Ihnen schwerfällt eine Fragestellung zu formulieren, ist das oft ein Anzeichen dafür, dass es Ihren Vorüberlegungen noch an Klarheit fehlt. (Möglich sind auch mehrere miteinander verbundene Teilfragen).

Stellen Sie knapp die Relevanz der Fragestellung und ihre persönliche Motivation, diese zu verfolgen, dar. Trennen Sie deutlich zwischen diesen beiden Ebenen. Eine persönliche Motivation für ein Thema mitzubringen ist eine gute Voraussetzung für das Schreiben einer Arbeit, aber noch keine Rechtfertigung der Relevanz eines Themas.

Sie können sich folgende Fragen stellen: Welches politische, theoretische, praktische oder empirische Problem liegt der Fragestellung zugrunde? Welchen aktuellen Bezug weist das Thema auf? Was ist die Zielsetzung der Arbeit? Wie ist der Forschungsstand zu diesem Thema?

3. Überlegungen zu Theorie und ggf. Methode

Wenn Sie die Fragestellung formuliert haben, müssen Sie sich Gedanken über die Wahl einer Theorie und (im Rahmen empirischer Forschungsarbeiten) einer Methode machen – erst dadurch genügen Ihre Planungen den Ansprüchen an eine wissenschaftliche Arbeitsweise.

Theorien bilden den „Rahmen“ oder „Kompass“ Ihrer Arbeit, die Methode konkretisiert die „Werkzeuge“, die Sie anwenden. Sowohl Theorien als auch Methoden haben eine „dienende Funktion“, sie sollen Ihnen bei der Beantwortung Ihrer Fragestellung helfen und müssen dazu geeignet sein.

An den oben skizzierten möglichen Fragestellungen sollen Überlegungen zu Theorie und Methode exemplarisch veranschaulicht werden:

Bsp. 1: Wie können die Wähler*innen der AfD charakterisiert werden - sozialstrukturell oder kulturell?

Bsp. 2: Durch welche Methoden kann die moralisch-politische Urteilsfähigkeit von Schüler*innen erhoben werden?


4. Recherche zum Forschungsstand und ggf. zur Materiallage

Stellen Sie – über die Aufnahme zentraler Titel in das Literaturverzeichnis hinaus – knapp den Forschungsstand zu Ihrem Thema dar. Bennen Sie ggf. „Forschungslücken“ und ordnen Sie Ihre eigene Arbeit in den Forschungsstand ein.

Sollten Sie empirisch Daten selbst erheben (teilnehmende Beobachtung, Interviews, Fragebögen o.Ä.) oder vorhandene Materialien (z.B. Zeitungsartikel oder Unterrichtsmaterialien) auswerten, machen Sie bitte Angabe zur Erhebungs- und Auswertungsmethodik sowie zur Stichprobenauswahl (Sampling).

5. Entwurf einer Gliederung mit Kalkulation der Seitenzahl

Erstellen Sie eine aussagekräftige Gliederung. Die Gliederung sollte – außer für Einleitung und Fazit – auf einer Unterebene (z.B. 2.1, 2.2 usw.) differenziert sein. Achten Sie darauf, dass die geplante Länge der Kapitel ihrer Bedeutung für die Argumentation entspricht. Kalkulieren Sie, wie viele Seiten Sie für ein Kapitel voraussichtlich benötigen.

Hinweis: Eine Bachelorarbeit soll zwischen 30 und 50 Seiten, eine Masterarbeit zwischen 80 und 100 Seiten umfassen. Dies sind Richtwerte, von denen im Einzelfall begründet abgewichen werden kann; bitte suchen Sie dazu jedoch das Gespräch mit der betreuenden Lehrkraft.

6. Offene Fragen und Probleme

Benennen Sie zum Schluss offene Fragen und Probleme, die sich bereits abzeichnen (bspw. Probleme bei der Literaturbeschaffung, Unsicherheit in Bezug auf geplante Interviews o.Ä.). Sie sichern sich dadurch ab und ggf. finden sich im Beratungsgespräch Ideen zur Lösung bzw. Vermeidung von Problemen.

Formale Aspekte der Bachelor-/Masterthesis


Kriterien für die Bewertung der Arbeit

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