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Sprachsensibler Deutschunterricht

Sprachsensibler Deutschunterricht - Aneignung der Nominalflexion im Anfangsunterricht (SpAnN)

Projektverantwortlicher: apl. Prof. Dr. Stefan Jeuk

Laufzeit: 01.09.2020 bis 31.08.2022, gefördert von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg

Kurzdarstellung:

Grundschulen, insbesondere im innerstädtischen Einzugsgebiet, sind von einer sehr heterogenen Schülerschaft gekennzeichnet. Eine Heterogenitätsdimension ist die sprachliche Dimension, u.a. durch die Einwanderung der letzten Jahre werden viele Kinder, erst seit Kurzem von einer Vorbereitungsklasse kommend, in den Regelunterricht integriert, andere wiederum sind in Deutschland geboren und weisen auch nach mehreren Lernjahren Unterstützungsbedarf in der Zweitsprache Deutsch auf. Insbesondere die Aneignung der Nominalflexion (z.B. „von einem guten Fußballspieler“) bereitet vielen Lernenden mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) langanhaltende Schwierigkeiten. Konzepte zur Unterstützung des Erwerbs in diesem Feld sind vorhanden (Jeuk u.a., 2011; Strozyk, 2016), allerdings sind diese umstritten (vgl. Pagonis 2015) und es fehlen empirische Befunde über deren Lernwirksamkeit.
In dem Projekt SpAnN sollen Möglichkeiten der Unterstützung der Sprachaneignung am Beispiel der Nominalflexion im Regelunterricht der Grundschule (Klasse 1 und 2) konzipiert, durchgeführt und wissenschaftlich begleitet werden. Forschungsmethodisch handelt es sich um einen Ansatz. des Design-based Research (DbR), in dem die Lehrperson selbst, die zugleich der Antragsteller ist, im Regelunterricht bestehende Konzepte adaptiert und durchführt. Die Datenbasis sind einerseits Unterrichtsprotokolle, andererseits Spontansprachanalysen sowie Schreibproben aus dem Unter-richt. Die Entwicklung der Sprachaneignung im Kontext eines sprachsensiblen Deutschunterrichts soll dokumentiert werden, die Ergebnisse werden mit Daten aus dem Projekt „Spracherwerb im Grundschulalter“ (Jeuk 2013) verglichen, sodass qualitative Unterschiede in der Entwicklung der Sprachaneignung in den ersten beiden Schuljahren dokumentiert werden können. Die Daten aus dem Vorgängerprojekt enthalten Daten zur Sprachaneignung von Kindern aus vier ersten und zweiten Klassen in den Jahren 2005 bis 2007 und dienen als Kontrolldaten.