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apl. Prof. Dr. Stefan Jeuk (2005 bis 2013)

Kinder nicht deutscher Herkunftssprache weisen zum Zeitpunkt der Einschulung häufig Defizite in der Zweitsprache Deutsch auf, insbesondere im Bereich der Grammatik. Im Laufe der Schulzeit können die Sprachschwierigkeiten nicht immer kompensiert werden. Der Schulerfolg der Kinder hängt jedoch entscheidend davon ab, wie es gelingt, ihre sprachlichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

Kinder, die in Deutschland zweisprachig aufwachsen, kommen häufig aus Familien mit Migrationshintergrund. Für diese Kinder ist die Schule, nach der Kindertageseinrichtung, der wichtigste Sprachlernort für die Zweitsprache Deutsch. Diese Kinder müssen in der Grundschule gemeinsam mit einsprachig deutschen Kindern unterrichtet werden. Der Deutschunterricht ist jedoch eher auf einsprachig deutsche Kinder ausgerichtet. Auch die Sprachaneignung einsprachig deutscher Kinder ist zum Zeitpunkt der Einschulung noch nicht abgeschlossen. Ein Ausbau sprachlicher Kompetenzen ist nicht zuletzt mit der Aneignung der Schrift verbunden.

 Ziel des Projekts ist, die Sprachaneignung in den Klasse 1 und 2 bei einsprachigen und mehrsprachigen Kindern zu untersuchen und aus den Beobachtungen Vorschläge für die Verbesserung der unterrichtlichen Praxis in mehrsprachigen Lerngruppen abzuleiten. Ein weiteres Ziel ist, eine bessere Grundlage für  die Konzeption von Verfahren der Sprachstandsfeststellung zu legen.

Gegenstand der Untersuchung ist der Ausbau sprachlicher  Fähigkeiten in Einzelsituationen und im Rahmen der Unterrichtskommunikation. Die Beobachtung und Analyse der Unterrichtskommunikation in ausgewählten Kontexten steht hierbei exemplarisch für den kommunikativen Austausch zwischen der Lehrkraft und den SchülerInnen. Im Zentrum der Analyse steht die Entwicklung grammatischer Kompetenzen der einsprachigen Kinder und der mehrsprachigen Kinder in der Zweitsprache Deutsch.

Zunächst wird der Sprachstand aller Kinder einer Klasse zum Zeitpunkt der Einschulung erhoben. Hierzu werden Teile bestehender Verfahren sowie eigens konzipierte Verfahren kombiniert. Gegenstand der Erhebung sind Fähigkeiten in der gesprochenen Sprache aber auch Voraussetzungen zum Erwerb der Schrift. Im Laufe der ersten beiden Schuljahre fanden insgesamt vier Untersuchungen statt, sodass von allen Kindern ein sprachliches Entwicklungsprofil entsteht.

Die übergeordnete Intention des Projekts ist die Verbesserung der unterrichtlichen Praxis im Fach Deutsch in der Grundschule mit mehrsprachigen Lerngruppen. Außerdem sollen Rückschlüsse auf Möglichkeiten des Einsatzes förderdiagnostischer Verfahren gezogen werden.

Veröffentlichungen:

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