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14-11-2019

2001: Die Stunde da wir nichts voneinander wussten

 

von Gabriele Czerny und Thomas Bickelhaupt

Theater meets Kunst In freier Performance

Studierende des Erweiterungsfaches Spiel- und Theaterpädagogik und Studierende des Faches Kunst präsentierten zusammen unter der Projektleitung von Gabriele Czerny (Spiel und Theater) und Thomas Bickelhaupt (Kunst) zur Sommersonnenwende am Donnerstag, 21.06. 01 in der Aula der PH Ludwigsburg im Rahmen eines zweisemestrigen interdisziplinären Projekts eine Performance.

Spielimpuls war das "Traumspiel" von Peter Handke "Die Stunde da wir nichts voneinander wußten". Der Gitarristen Reimund Popp (Darmstadt) begleitete das Theater/Kunst-Ensemble musikalisch. Das Sujet der Performance waren Begegnungen von Menschen auf einem "freien Platz", die zu expressiven Theaterbildern geformt waren. Der Text von Peter Handke lieferte Metaphern, Motive, Ideen und Imaginationen zur Inszenierung des Themas und damit Freiraum zur szenischen Entfaltung sowohl der Akteure als auch der Zuschauerphantasie.

Die einzelnen Bilder der Performance wurden als Collage in der Tradition des Dadaismus aneinandergefügt, mit assoziativen und sehr innovativen Gestaltungselementen, die förmlich mit den Sehgewohnheiten der Zuschauer spielten. Es ergaben sich auf diese Weise vielfältige experimentelle Möglichkeiten des Darstellens und Gestaltens. Sowohl Musik und Tanz als auch Film und Kunstobjekte waren integriert. Im Sinne des Dadaismus wurden die Theater und Kunstelemente isoliert, umgruppiert und verfremdet.

Auf diese Weise hat man einen völlig neuer Kontext konstruiert: Zum Beispiel bildeten Zitate und Versatzstücke aus bekannten Märchen eine Szene. Dieser Szene folgte eine Metamorphose, in der die Spieler sich in mechanischen Maschinen verwandelten. So veränderte sich der ganze Bühnenraum immer wieder in eine darstellende Vision, ein Perpetuum Mobile aus Kunst und Theater. Die zahlreichen Zuschauer sahen eine interessante und amüsante Aufführung und verabschiedeten die Darsteller mit einem lang anhaltenden Applaus in die Johannisnacht. Rüdiger Straub (RS)

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