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IMAGO. Zeitschrift für Kunstpädagogik

Die Zeitschrift für Kunstpädagogik in Wissenschaft und Schulpraxis

Die zweimal im Jahr erscheinende Zeitschrift schlägt die Brücke zwischen kunstpädagogischer Forschung und schulischer Unterrichtspraxis. Die Hefte thematisieren zentrale Fragen des Lehrens und Lernens im Fach Kunst, beziehen dazu Bezugswissenschaften ein, stellen aktuelle Forschung vor und zeigen deren Bedeutung für die Schulpraxis auf. Sie liefert nicht Rezepte, sondern fundierte Grundlagen für Forschung, Lehre und Unterricht. Konstruktiv und kritisch begleitet und gestaltet die Zeitschrift die Fachdiskussion.

 

Verlag: kopaed | www.kopaed.de | info@kopaed.de | fon 089.68890098 | fax 089.6891912

 

 

Normalabo jährl. 20,- € zzgl. Versand; ermäßigtes Abo jährl. 16,- € zzgl. Versand; Probeabo Zwei Ausgaben für 15,- € inkl. Versand (Umwandlung in ein Normalabo, falls keine Kündigung nach Erhalt der zweiten Ausgabe).

Aus dem Editorial der ersten Ausgabe:

 

 

"Nicht Kunst statt Wissenschaft, sondern Kunst und Wissenschaft, 
das sei in Zukunft die Losung unseres geistigen Lebens." 
Konrad Lange: Das Wesen der künstlerischen Erziehung. 
Ravensburg 1902, S. 34

 

Einer neuen Fachzeitschrift im Jahr 2015 ein Motto von 1902 voranzustellen, deutet auf ein Desiderat hin, das seitdem in der Kunstpädagogik uneingelöst geblieben ist: sich als wissenschaftliche Disziplin so zu begründen, dass sie im Bezugsfeld zwischen Kunst, Kunstwissenschaft, Allgemeiner Pädagogik und Didaktik ihren genuinen Standort zu bestimmen und hieraus eine dem Gegenstand angemessene und praxisrelevante Didaktik zu formulieren. Die weit fortgeschrittenen Ansätze, die im Gefolge der Kunsterziehungsbewegung entstanden und bis in die 1960er Jahre reichten, sind danach weitgehend in Vergessenheit geraten. Heute zeigt sich die Disziplin Kunstpädagogik als disparates Feld heterogener „Positionen“, die daher auch keine Sichtbarkeit in der Wissenschaft erreicht und in der schulischen Praxis zunehmend marginalisiert wird.

Wenn eine neue Fachzeitschrift dieses Desiderat angehen möchte, so kann dies der Komplexität der Sache gemäß nicht mit dem Anspruch einer vollständigen „Lösung“ geschehen, sondern wird selbst den Forschungscharakter dieses Klärungsprozesses widerspiegeln. Zugleich wird sie sich aber auch daran messen lassen müssen, ob und wie nicht nur übliche wissenschaftliche Standards fachangemessen adaptiert, sondern auch, ob und wie diese wissenschaftliche Klärung des Faches zu einer praxistauglichen Didaktik führt. Beides ist daher Anspruch und Ziel dieser Neugründung. Ihr spezifisches Profil als Fachzeitschrift liegt also im Bemühen, die zunehmend klaffende Lücke zwischen akademischem Diskurs und fachdidaktischer Praxis in einem neuen Brückenschlag zu schließen.

Dies kann nur auf Grundlage einer geklärten wissenschaftlichen Struktur des Faches Kunst selbst geschehen. Denn jedes Schulfach muss von einer Wissenschaft repräsentiert sein, um sich gemäß dem Anspruch der Aufklärung in einer öffentlichen Pflichtschule diskursiv verantworten zu können. Da die Bildende Kunst im Besonderen und die bildnerische Gestaltungspraxis im Allgemeinen selbst keine Wissenschaften sind, muss die Kunstpädagogik als Wissenschaft von der Kunst- und Gestaltungspraxis sowie der Kunstgeschichte diese Wissenschaft sein, aus der sich das Schulfach begründet. Kunstdidaktik ist demnach nicht die Didaktik der Kunst oder der Kunstgeschichte, sondern eben der Kunstpädagogik als wissenschaftlicher Disziplin.

Insofern bemüht sich die Zeitschrift sowohl Beiträge zur Klärung der Systematik des Faches zu leisten und damit Fundamente für den Diskurs zu legen, als auch historische wie gegenwärtige Fachkonzepte und Paradigma im Lichte neuerer Forschung neu zu diskutieren, zu revidieren oder zu revaluieren. Gerade die fachhistorische Reflexion der Grundlagen des Faches nicht allein in der erst gut hundertfünfzigjährigen Geschichte der Kunstpädagogik, sondern in der zweieinhalbtausendjährigen Tradition der abendländischen Kunstlehre wird dabei ein wesentlicher Bezugspunkt sein. Nur so kann „Kunst“ als Bezugsfeld in der ganzen Bandbreite in ihrem strukturellen und systematischen Zusammenhang von Kinderzeichnung bis zur Hochkunst, von Geschichte bis Gegenwart, von lokalen bis globalen Kontexten, von freier Kunst bis angewandter Gestaltung, von poietischem Werkschaffen bis performativen Prozessen als Praxis, von Produktion und Rezeption, von Praxis und Theorie, von Museum bis Alltag und Lebenswelt deutlich werden. Zugrundgelegt wird dabei ein auszuschärfender Gestaltungsbegriff, der als eigentlicher Kern der Fachlichkeit gelten kann.

Zugleich möchte die Zeitschrift Brückenschläge in die zahlreichen Bezugsdisziplinen der Kunstpädagogik ermöglichen, indem zu den jeweiligen Themen Wissenschaftler aus Kunst-, Bild- und Medienwissenschaft, Pädagogik, Psychologie, Anthropologie und anderen Humanwissenschaften, Philosophie, Sozialwissenschaft u.a.m. zu Beiträgen eingeladen werden. Dies nicht nur, um von dieser Expertise für die Kunstpädagogik zu profitieren, sondern um zugleich im Sinne eines echten Dialogs die möglichen Beiträge der Kunstpädagogik zu den gemeinsamen Fragestellungen deutlich zu machen.

Demgemäß liegen die Themenschwerpunkte einzelnen Ausgaben jeweils wechselnd sowohl auf grundlegenden Aspekten des Faches als auch auf einzelnen fachlichen Feldern und deren didaktischen Fragen. Dabei soll immer die Notwendigkeit und Produktivität der Verbindung systematischer Klärung der fachlichen Strukturen unter Berücksichtigung der Bezugsdisziplinen und einer auf dieser Basis arbeitenden Praxisforschung deutlich werden. Diese ist daher nicht einfach „Empirie“ einer beliebigen Praxis, sondern kunstdidaktische Unterrichtsforschung auf einer hermeneutisch geklärten Grundlage. Forschungsergebnisse werden so auf ihre Bedeutung für Unterricht befragt, wozu immer auch entsprechende Unterrichtsbeispiele dienen.

Insofern richtet sich die Zeitschrift an alle an Kunstpädagogik Interessierte und darin Tätige, seien es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Hochschullehrende, Studierende, Referendarinnen und Referendare und deren Ausbilder der 2. Phase der Lehrerbildung oder praktizierende Kunstlehrerinnen und –lehrer. Letztlich richtet sie sich an alle, für die in Wissenschaft und Praxis die Entwicklungs- und Bildungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schülern im Horizont von Bildender Kunst und bildnerischer Gestaltung im Mittelpunkt stehen.

 

Die Herausgeber: 
Alexander Glas, Ulrich Heinen, Jochen Krautz, Gabriele Lieber, Monika Miller, Hubert Sowa, Bettina Uhlig

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