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Wie Baden-Württemberg am Krieg verdient

By: Stefan Jeuk

04-05-2018

Am Mittwoch, 06. Juni 2018 um 19 Uhr kaman ca. 170 Personen ins Literatur-Café der PH. Der AStA der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg hatte in Kooperation mit dem Forum Migration zum Vortrag und Diskussion mit Jürgen Grässlin ins eingeladen.

Dr. h.c. Jürgen Grässlin ist laut Der Spiegel „Deutschlands prominentester Rüstungsgegner“. Er ist nicht nur Realschullehrer, sondern v.a. Sprecher der Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Sprecher der Kritischen AktionärInnen Daimler (KAD) und Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.). Wiederholt bereiste Grässlin u.a. Somalia, Kenia, die Türkei und Türkisch-Kurdistan, wo er mehr als 200 Betroffene des Einsatzes deutscher Waffen interviewte.  Als Bestseller-Autor verfasste er zuletzt das „Netzwerk des Todes. Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden“ (2015) sowie das „Schwarzbuch Waffenhandel. Wie Deutschland am Krieg verdient“ (2013). Grässlin wurde mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, u.a. mit dem »Stuttgarter Friedenspreis« (2016). Im Rahmen seines Vortrags im Literatur-Café der PH Ludwigsburg ging er u.a. folgenden Fragen auf den Grund:•    Wie gelangen deutsche Waffen – legal und illegal – in Krisen- und Kriegsgebiete? •    Welche Rolle spielt dabei der besondere Standort Baden-Württemberg?•    Wer sind die Opfer dieser skrupellosen Wirtschaftsverflechtungen?•    Was muss seitens der Politik und kann im Rahmen von Bürgerinitiativen getan werden, damit der Waffenhandel gestoppt wird?

Der Vortrag war ungemein informativ, Herr Grässlin lieferte eine unglaubliche Fülle erdrückender Fakten. Eine wichtige Aussage ist, dass viele Länder, aus denen Menschen nach Europa fliehen, wichtige Lieferungsländer für deutsche (und andere) Waffen sind. Dies betrifft sowohl Großwaffen wie Panzer, aber auch und vor allem so genannte Kleinwaffen (Gewehre u.a.), die für den Tod und die Verstümmelung tausender Menschen verantwortlich sind. Baden-Württemberg ist der zweitgrößte Liferant für Handfeuerwaffen weltweit. Diese Ausfuhren seien in den allermeisten Fällen illegal, sodass die Bundesrepublik Deutschland gegen ihre eigenen Gesetze verstoße. In diesem Kontext verwies Herr Grässlin auf den Prozess, der derzeit in Stuttgart gegen eine dieser Firmen in Bezug auf Illegale Waffenlieferungen an Mexiko anhängig ist.

Im Anschluss an den Vortrag gab es viele Rückfragen, die Herr Grässlin mit großem Engagement und Fachwissen beantworten konnte.

Weitere Informationen zu Jürgen Grässlin gibt es unter: www.juergengraesslin.com

Einen frei zugänglichen Film zu Jürgen Grässlin finden Sie unter: https://vimeo.com/269161477


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