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22-03-2019

Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG) ab dem 01.03.2018

Die wichtigsten Änderungen im Zusammenhang mit UrhWissG für die Hochschulen

Der Deutsche Bundestag hat am 30.06.2017 das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG) verabschiedet. Das neue Gesetz tritt ab dem 01.03.2018 in Kraft. Die wichtigsten Änderungen im Zusammenhang mit UrhWissG für die Hochschulen finden Sie hier (LINK: )


Die wichtigsten Änderungen im Zusammenhang mit UrhWissG für die Hochschulen sind:

  • § 60a und § 60c UrhG ersetzt § 52a UrhG

    • Es dürfen grundsätzlich bis zu 15 % eines Werkes für den Unterricht und die Lehre an Bildungseinrichtungen, wie z. B. Schulen und Hochschulen, genutzt werden (§ 60a).

    • Für die nicht-kommerzielle wissenschaftliche Forschung ist grundsätzlich die Nutzung bis zu 15 % eines Werkes erlaubt und für die eigene wissenschaftliche Forschung bis 75 % eines Werkes (§ 60c).

  • § 60d für Text und Data Mining:

    • Dieser neue Paragraf regelt erstmals die automatisierte Auswertung von Texten zu wissenschaftlichen Zwecken (sog. Text- und Data Mining). Forschende können dadurch eine Vielzahl urheberrechtlich geschützter Werke für wissenschaftlichen Zwecken mittels einer speziellen Software durchsuchen.

  • Für Bibliotheken bedeutet es, dass nach § 60e:

    • Bibliotheken in öffentlicher Hand, Werke aus ihrem Bestand zur Zugänglichmachung, Indexierung, Katalogisierung, Erhaltung und Restaurierung vervielfältigen können. Verbreiten dürfen Bibliotheken Vervielfältigungen eines Werkes aus ihrem Bestand an andere Bibliotheken nur für Zwecke der Restaurierung.

    • Bibliotheken dürfen an Terminals in ihren Räumen Bücher aus ihrem Bestand für Forschungszwecke der Nutzer oder deren Privatgebrauch zugänglich machen. Sie dürfen den Nutzern je Sitzung Vervielfältigungen an den Terminals von bis zu 10 Prozent einer Monographie (oder ganze Werke geringen Umfangs, sowie vergriffene Werke) und ebenso Artikel aus Fachzeitschriften ermöglichen.

    • In der Fernleihe können auf Einzelbestellung dem Nutzer 10% eines erschienenen Werkes und auch Aufsätze elektronisch übermittelt werden – dies Material muss nicht mehr per Papierkopie verschickt werden. Voraussetzung ist immer, dass das jeweilige Material nicht kommerziell genutzt wird!

    • Wissenschaftler können Datenbanken, Zeitschriften und andere urheberrechtlich geschützte Werke, zu denen ein legaler Zugang besteht – typischerweise über eine Lizenz der Bibliothek – nicht nur Artikel für Artikel, sondern auch übergreifend automatisiert auslesen, speichern und auswerten (Text- und Datamining, § 60d UrhWissG).

  • § 60f UrhG
    • beinhaltet Regelungen für Archive, Museen und Bildungseinrichtungen, die vergleichbar sind mit den Regelungen für Bibliotheken

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