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Carl-Lewis Strebost, Simon Henn

Gruppe 1 (9:00-10:30Uhr):
Gruppe 1 bestand aus ca. 7 Kindern, die im Alter von 3-6 Jahren waren.
4 Kinder vom Sprachkindergarten, 3 Kinder vom Kindergarten der PH Ludwigsburg.

Einführung

Zu Beginn stellte ich der Gruppe einige Fragen, um auch hier bereits gemachte Vorerfahrungen mit der Gruppe zu teilen. Dabei wurden unter anderen Fragen gestellt, wie tief ein Loch gebohrt werden kann; was man unter der Erde finden kann; wer unter der Erde lebt und was aus der Erde wächst. Um herauszufinden, welche Materialien denn nur für das Bohren verwendet werden, ließ ich die Kinder die verschiedenen Werkzeuge einmal genauer betrachten und anfassen. Dabei wurden für das Bohren unbrauchbare Werkzeuge aussortiert und beiseite gelegt.
Danach folgte eine Sicherheitseinweisung.


Aufgabenstellung

Vorerfahrungen austauschen und ausschließen von Werkzeugen, die nicht zum Bohren verwendet werden können.
Mittelpunkt der Aufgabe war es, den Bohrer und die Handhabung des Bohrens in den Blick zu nehmen. Im Anschluss daran sollen Proben aus dem Boden genommen werden und sinnlich erfahren werden, um Unterschiede oder Gemeinsamkeiten der Horizonte festzustellen. Es soll der Versuch unternommen werden, gemachte Erfahrungen beim Bohren und fühlen, riechen, hören... zu versprachlichen.

Forschungsprozess/Ablauf/Ergebnisse

Nachdem feststand, welche der Werkzeuge für das Bohren geeignet waren, ließen Simon und ich den Kindern den Freiraum darüber nachzudenken, wie man einen Bohrer in die Erde bekommt. Relativ schnell war klar: Mit dem Hammer, aber mit dem großen. Mit etwas Hilfe von Simon und mir schlugen wir zusammen mit den 4-6 Jährigen einige Male auf den Erdbohrer, bis das erste Kind rief, dass wir ihn rausziehen sollten.
Bei der Entnahme der Erdproben stand aber viel weniger die Erde mit den verschiedenen Horizonten im Mittelpunkt, sondern das tiefe schwarze Loch, was durch die Bohrung entstanden ist. So versammelten sich alle Kinder um das Loch, um einen Blick zu erhaschen.


Nachdem wir ein paar dieser Löcher gebohrt hatten, versammelten wir uns im Kreis, um darüber zu sprechen, was wir gesehen haben. Dabei wurde von Würmern und Käfern gesprochen, die aus dem Loch kamen, jedoch auch von der Erde, die verschiedene Farben hatte. Bei dem Versuch mit den Kindern weiter über die Erde und ihre Horizonte zu sprechen, konnten sie kaum abwarten weitere Löcher in den Boden zu bohren, was mich dazu brachte, den Fokus von den Erdschichten abzuwenden und mit ihnen weiter im Untergrund zu stochern.

Ich muss sagen, dass ich froh darüber war, dass Simon mich bei der Betreuung und der Durchführung der Experimente unterstützt hat. Ohne ihn hätte ich, trotz Sicherheitsanweisungen, starke Probleme gehabt bei dieser dynamischen Gruppe den Überblick über die Handlungen aller Kinder mit verschiedensten Werkzeugen zu behalten. Die abwechselnde Anwesenheit der pädagogischen Fachkräfte hat etwas Unruhe in die Gruppe gebracht, was dazu führte, dass teilweise Kinder während des Forschungsprozesses den Ort verlassen haben, um der Fachkraft hinterherzulaufen.


Gruppe 2 (11:00-12:30Uhr):
Gruppe 2 bestand aus 6 Jungs, die im Alter von ca. 9-10 Jahren waren.

Einführung
Zu Beginn versammelten sich die Jungs, Simon und ich im Kreis, um über das Werkzeug zu sprechen, was ich für die Gruppe vorbereitet hatte. Auch hier wurden Vermutungen angestellt, was für die Erkundung des tiefen Erdreichs notwendig ist. Danach folgte eine Sicherheitseinweisung und es wurden Fragen untereinander beantwortet, welchen Zweck beispielsweise der Sand im Hammerkopf hat. Auch hier wurde eine Geräteeinweisung gemacht.

Aufgabenstellung
Herauszufinden sind geeignete Materialien für den Bohrvorgang, die Anwendung von Bohrwerkzeug und Methoden zur vollständigen Entnahme von Erdproben. Im Anschluss sollen Ergebnisse dokumentiert und auf Beschaffenheit, Unterschiede und Gemeinsamkeiten untersucht werden. Dabei sollen passende beschreibende Begrifflichkeiten gewählt werden.

Forschungsprozess/Ablauf/Ergebnisse
Kurzerhand wurde sich mit den Werkzeugen vertraut gemacht und die ersten Schläge mit dem Hammer vollzogen. Mit vereinten Kräften wurde der Bohrer abwechselnd an verschiedenen Stellen rund um das FH Gebäude in den Boden getrieben, sodass Probenmaterial von drei verschiedenen Orten gesammelt wurde. Im Anschluss wurde die Materialbeschaffenheit der verschiedenen Bodenhorizonte auf Papptellern untersucht und in der Gruppe versprachlicht. Pappteller mit Probenmaterial wurden in der Reihenfolge aufgereiht und mit beschrifteten Klebestreifen versehen. Bis zu 5 Erdschichten wurden dabei gezählt. Zum Schluss wurden gesammelte Erdproben unter dem Mikroskop angesehen und miteinander verglichen.

Die Jungs schienen während des gesamten Forschungsprozesses sehr interessiert, was sich auch in der Produktivität widerspiegelte.

 

Literatur
Potthoff, Bernhardt (2016): ‚Buddeln, Bohren und Beobachten‘. Angeleitete Zugänge von Kindern zur Geologie. In: Lena Kraska/Gerold Scholz/Ulrich Wehner (Hrsg.): Umgangsweisen mit Natur(en) in der Frühen Bildung II. www.widerstreit-sachunterricht.de Beiheft 11, S. 111-126

 

 

 

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