Logo Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

http://www.ph-ludwigsburg.de/21254.1.html

21-10-2020

Myth Buster

Über das Studium Kultur- und Medienbildung, also dem, was man da studiert und das, was man damit anfangen kann, gibt es nicht immer die gewünschte Klarheit als wenn man beispielsweise Jura studiert. Deshalb haben wir ein paar mögliche Mythen und Missverständnisse zusammen getragen, in der Hoffnung, dass diese stärker zu gewünschten Erwartungen führen.

 

Mythos 1: Wer Medienbildung studiert, muss ein Filmschaffender sein.

 

Erklärung: Es kommt nicht darauf an, alle filmhandwerklichen Fähigkeiten zu beherrschen. Dafür gibt es Filmakademien und -hochschulen. Die praktische Arbeit in der Medienbildung zielt darauf ab, Bildungsprozesse mit und über Medien anzuregen. Dazu zählt zum Beispiel miteinander medial zu arbeiten oder mediale Entstehungsprozesse zu verstehen und kritisch zu reflektieren. Dazu ist ein grundlegendes medienpraktisches Wissen wichtig, aber ebenso ein medien- und bildungstheoretisches Wissen. Die Studieninhalte der Medienbildung zielen also nicht primär auf ein tolles Produkt ab, sondern darauf, einen ganzheitlichen Prozess zu kennen und vermitteln zu können.

 

Mythos 2: In der Kulturellen Bildung muss man in erster Linie kreativ und spontan sein.

 

Erklärung: Bei Projekten in der Kulturellen Bildung bedarf es umfassender konzeptioneller, organisatorischer, pädagogischer und kommunikativer Fähigkeiten. Kreativität entsteht, mit ihr allein lassen sich aber keine komplexen Probleme bewältigen.

 

Mythos 3: In der Kulturellen Bildung arbeitet man vor allem mit Menschen und hat mit Bürotätigkeiten nichts zu tun.

 

Erklärung: Projekte in der Kulturellen Bildung müssen geplant und finanziert werden. Dazu müssen Projektanträge geschrieben, Finanzen kalkuliert, Evaluationen und Berichte verfasst werden. Das heißt aber nicht, dass man nicht mit Menschen zu tun hat. Das Tätigkeitsfeld ist groß und vielfältig.

 

Mythos 4: Menschen, die in der Kulturellen Bildung tätig sind, brauchen vor allem eine gute Intuition.

 

Erklärung: Kulturelle Bildung bedarf einer soliden Wissensbasis, mit der immer auch eine  (wissenschaftliche Reflexion) des eigenen und des geplanten Handelns einhergeht.

 

Mythos 5: Mit dem BA-Abschluss des Studiengangs ‚Kultur- und Medienbildung‘(Schwerpunkt Theater /Literatur) hat man alle Voraussetzungen erfüllt, um sich auf führende Positionen im Theater- bzw. Literaturbetrieb bewerben zu können.

 

Erklärung: Um Führungspositionen im Theater- und Literaturbetrieb einnehmen zu können, müssen in der Regel berufliche Erfahrungen im jeweiligen Feld gesammelt und zudem eigene ästhetische Profile bzw. inhaltliche Positionierungen entwickelt worden sein. Insofern ist zu Beginn eher mit Einstiegspositionen auf der mittleren Ebene zu rechnen.

 

© Pädagogische Hochschule Ludwigsburg