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gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Projekt Leo Montada 1984 - 1987)

Demographische Daten, Einstellungen, Gerechtigkeitspräferenzen, Kognitionen, Emotionen und Aktionen angesichts objektiver Unterprivilegierung verschiedener Opfergruppen wurden an initial 865 erwachsenen Westdeutschen längsschnittlich erhoben. Es konnten zwei Reaktionsmuster identifiziert werden: Defensive Reaktionen (mit Leugnung der eigenen Verantwortlichkeit für die Notlage der Benachteiligten, Selbstverschuldungsvorwürfe an die Benachteiligten, Bagatellisierung der Notlage, Rechtfertigung eigener Besserstellung, Ärger über die Benachteiligten), versus prosoziale Reaktionen (mit der Wahrnehmung eigener Verantwortlichkeit für die Notlage der Opfer, Ungerechtigkeitsbewertungen, Wahrnehmung von Zusammenhängen zwischen der eigenen privilegierten und der unterprivilegierten Situation der Benachteiligten, existentielle Schuldgefühle). Defensive Reaktionen lassen sich längsschnittlich aus einer Bedrohung des Glaubens an die gerechte Welt vorhersagen. Danach reagiert eine Person bei einer Konfrontation mit Schlechtergestellten umso abwertender, je stärker sie an die gerechte Welt glaubt und stärkt auf diese Weise ihren Glauben an die gerechte Welt. Prosoziale Reaktionen sind hingegen eher von existentiellen Schuldgefühlen (einem Unbehagen angesichts der Diskrepanz zwischen der eigenen, nicht immer verdienten privilegierten Situation und der Schlechterstellung anderer) motiviert.

 

Ausgewählte Verölffentlichungen:

Montada, L., Dalbert, C., Reichle, B. & Schmitt, M. (1986). Urteile über Gerechtigkeit, "Existentielle Schuld" und Strategien der Schuldabwehr. In F. Oser, W. Althof & D. Garz (Hrsg.), Moralische Zugänge zum Menschen - Zugänge zum moralischen Menschen (S. 205 - 225). München: Peter Kindt.

Montada, L. & Reichle, B. (1983). Existentielle Schuld: Explikation eines Konzeptes (P.I.V.-Bericht Nr. 11 (=Berichte aus der Arbeitsgruppe Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral" Nr. 18)). Trier: Universität, Fachbereich I, Psychologie.

Montada, L., Schneider, A. & Reichle, B. (1988). Emotionen und Hilfsbereitschaft. In H.-W. Bierhoff & L. Montada (Hrsg.), Altruismus - Bedingungen der Hilfsbereitschaft (S. 130 - 153). Göttingen: Hogrefe.

Reichle, B., Montada, L. & Schneider, A. (1985). Existentielle Schuld: Differenzierung eines Konstrukts (E.S.-Bericht Nr. 1 (=Berichte aus der Arbeitsgruppe "Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral" Nr. 35)). Trier: Universität, Fachbereich I, Psychologie.

Reichle, B. & Schmitt, M. (2002). Helping and rationalization as alternative strategies for restoring the belief in a just world: Evidence from longitudinal chance analyses (pp. 127 - 148). In M. Ross & D. T. Miller, The justice motive in everyday life. New York: Cambridge University Press.

Reichle, B., Schneider, A. & Montada, L. (1998). How do observers of victimization preserve their belief in a just world - Cognitively or actionally? Findings from a longitudinal study. In L. Montada & M. J. Lerner (Eds.), Responses to victimizations and belief in a just world (S. 55 - 64). New York: Plenum.

Schmitt, M., Reichle, B. & Maes, J. (2001). Responsibility and attitudes toward the disadvantaged. In H.-W. Bierhoff & A. E. Auhagen (Eds.), Responsibility - the many faces of a social phenomenon (pp. 167 - 178). London: Routledge.

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