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12. PHarieté bringt unentdeckte Talente zum Vorschein

Von: Michael Krüger

Das PHarieté am 23.Januar war wieder ein voller Erfolg. 600 Gäste entdeckten in der vollbesetzten Aula der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg die ungekannten Talente so mancher Studierenden und erlebten Dozentinnen und Dozenten von einer ungewöhnlichen Seite.

Wir werden wieder gnadenlos überziehen“, kündigt Rüdiger Hein, Initiator und Organisator des 12. PHaretés an, als er zu Beginn des Abend von seinem Abkommen mit dem Wettergott berichtet: Hein trägt einen weißen Anzug und der Wettergott lässt es dafür – entgegen der Tradition der letzten beiden Jahre – am PHarieté-Abend nicht schneien. Auch im weiteren Verlauf hat die fulminante Veranstaltung alle Götter auf ihrer Seite. Eingerahmt vom Rock-& Soulkolleg, das sein zehnjähriges Bühnenjubiläum feiert, bekommen die 600 Zuschauer in der voll besetzten Aula der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg ein urkomisches, anmutiges und bezauberndes Programm geboten, das bis in die späten Abendstunden reicht. Den Auftakt gestaltet die Tanzwerkstatt, die Tom Waits „jockey full of bourbon“ tänzerisch interpretiert, bevor die Sportgruppe „Fechter-Reihen“ dem erstaunten Zuschauer glaubhaft demonstriert, dass die sieben Zwerge ihr strebsames Dasein gerne einmal mit einer hitzigen Fechtpartie würzen. Im weiteren Verlauf ertanzt die musical-crew Szenen aus Aquarius und Footloose und das Rüdiger Hein Jazz Trio spielt und verliest jazz-lyrische Miniaturen. Auf japanischen Taiko-Trommeln setzt die Gruppe Tempestas die Beschwörung des Wettergottes  - genauer des schamanischen Sturmgottes Susanoo – fort und trommelt den Saal mit rituellen, kraftvollen Klängen in die Pause.

Die zweite Hälfte des Abends eröffnet die Spiel- und Theaterpädagogik mit Szenen aus ihrem neuen Stück „Liebe auf den ersten Blick“. Das Kabarett-Trio „Allerliebst“ intoniert eine Einladung zum Tigerfest, bei dem nach lasziven Naschereien schlussendlich die Gäste selbst auf der Speisekarte stehen. Ob es der makaberen Pointe zuzuschreiben ist, dass der folgenden Film-  inszenierung „Rückwärts“ der Ton wegblieb, kann nicht mit Sicherheit bestimmt werden. Sicher ist aber doch, dass Sasa Huzak, der am Flügel das Filmwerk spontan und frei improvisierend begleitete, der Darbietung unverhofft zu einer Reminiszenz an die Frühgeschichte der Filmvorführung verhilft, was das Publikum mit tosendem Applaus bedenkt.

Das Hardrock und Klassik sich verbinden lassen, stellt das Cello Quartett mit seiner gekonnten Interpretation von Metallicas „nothing else matters“ unter Beweis, bevor das Programm zur street- mtv –dance-crew hinüberzappt, der tanzenden Gang, die ihre Mitläuferinnen an Marionettenfäden dirigiert.

Den krönenden Abschluss gestaltet das Jonglage Team „Seven up“ mit Schwarzlicht- und Riesenball-Jonglage, die - als sie gigantischen Bälle ins Publikum wirft und zur Kollektivjonglage animiert - Festivalfeeling aufkommen lässt und den Abend stimmungsvoll beschließt.

Durch Programm führte wieder der kongeniale Moderator Felix Hugen, der in seinen zahlreichen Rollen teils selbstherrlich-schnoddrig, teils gekonnt dumpfbackig immer wieder Lachtränen provoziert. Er erscheint als blindwütiger Engel im Flokati-Minirock, der sich im breiten Sächsisch über die neuen Sicherheitsbestimmungen im Personenschutz echoffiert und wissen will, wer eigentlich auf die „Schwachsinnsidee“ gekommen ist, dass Engel immer Harfe spielen („Das ist doch Tunten-Gedingel, die meisten von uns da oben sind Rocker!“). Ein anderes Mal intoniert er auf der mitgebrachten Gitarre Michael Jacksons „Earth Song“ im schwäbischen Original oder er gibt den tuntigen Passanten, der seinen Hund Doris sucht.

Gegen 23.30 Uhr kommt der bunte Abend zu seinem Ende. Mit seiner Anleitung zum Schön- und Glücklichsein gibt Rüdiger Hein allen Besuchern ein probates Mittel in die Hand, um die 366 Tage bis zum nächsten PHarieté zu überbrücken.

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