Die Soziologie der Behinderung und sozialer Benachteiligung versteht sich in der Fakultät für Teilhabewissenschaften als Bezugs- und empirische Grundlagendisziplin für die Sonderpädagogik. Als solche zielt sie unter anderem darauf, Behinderung und Benachteiligung in ihren gesellschaftlichen Bedingungs- und Wirkungszusammenhängen zu erfassen. Sie analysiert soziale und sozialisatorische Hintergründe und Prozesse von Behinderung und Benachteiligung und versucht, Studierende für die strukturellen und institutionellen Bedingungen sonderpädagogischer Arbeit in den unterschiedlichen Praxisfeldern zu sensibilisieren. Die Studienangebote des Faches richten sich gleichermaßen an die Studierenden des Masters Lehramt Sonderpädagogik und des Masters Soziale Arbeit in sonderpädagogischen Handlungsfeldern.
Unser wissenschaftliches Selbstverständnis ist - in einer guten Tradition unseres Faches - einem Prinzip kritischer Werturteilsfreiheit verpflichtet. Das bedeutet: als Wissenschaftler*innen sind Werturteile für uns Forschungsgegenstände, mit deren gesellschaftlichen Funktionen, Trägergruppen, Wirkungen und Widersprüchen wir uns stets empirisch und in kritischer Distanz auseinandersetzen. Frei nach Hanns-Joachim Friedrichs, der das für Journalist*innen fordert, ist es für uns deshalb auch nicht die Aufgabe von Soziolog*innen sich in ihrer Berufsrolle "mit einer Sache gemein zu machen, auch nicht mit einer guten" (Spiegel 13/1995). Das sollte in unserem Verständnis den Rollen als Bürger*innen, Beamt*innen und politisch Handelnden vorbehalten bleiben.