Dokumentation

Teilprojekt 2: Neue Formen des digitalen Lernens
fächerübergreifender Unterricht mit dem iPad

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Erfahrungen und Materialien

Diese Seite dient als digitale Dokumentation der Begleitseminare, ausgewählter Unterrichtskonzepte sowie wichtiger Arbeitsergebnisse für die Unterrichtserprobungen, inkl. ausgewählter Medienproduktionen des Dileg-SL Teilprojekts 2 "Neue Formen des digitalen Lernens – fächerübergreifender Unterricht mit dem iPad".

Kurzbeschreibung des Projekts

Studierende lernen praxisorientiert den Umgang mit digitalen Medien und die spielerische Vermittlung von informatischer Bildung vor allem unter Bezug auf das Konzept "Computational Thinking". Die Studierenden konzipieren im Rahmen eines Begleitseminars Unterrichtsmaterialien für das Lernen mit digitalen Medien und unter einbezug von Elementen der informatischen Bildung. Die erarbeiteten Konzepte werden von den Studierenden in Unterrichtsversuchen an der Rosensteinschule in Stuttgart erprobt. Das Projekt hatte eine Pilot- und eine Durchführungsphase (jeweils ein Semester mit verschiedenen Studierendengruppen).

Ausführliche Projektbeschreibung

Praxisorientierte Lehrerbildung

  • Grundgedanken

    Das Teilprojekt setzt einen starken Fokus auf das fächerübergreifende Arbeiten zwischen Deutsch-, Sachunterricht und den Grundlagen informatischen Denkens in Form der Vermittlung des Konzepts Computational Thinking. 

  • Lernverständnis

    Das Lernverständnis, welches Schülerinnen und Schülern sowie Lehramtsstudierenden vermittelt wurde, zielt vor allem darauf ab, die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt, die Selbstverantwortlichkeit, die Zusammenarbeit und die gegenseitige Verantwortlichkeit zu stärken.

  • Begleitseminar

    Das Begleitseminar an der Hochschule beinhaltete sowohl theoretische als auch praktische Elemente. Theoretische Teile beschäftigten sich mit Unterrichtsplanung, medienpädagogischen Grundlagen sowie den Grundlagen informatischer Bildung. Der Praxisteil umfasste sowohl Erprobungen und Erfahrungen im Umgang und der Gestaltung mit verschiedenen Apps sowie das Erstellen von Unterrichtsmaterialien und -einheiten.

  • Informatik

    Verschiedene Konzepte zur Informatischen Bildung an Schulen betonen vor allem das Entwickeln von Algorithmen und das Coding. Im Unterschied hierzu versuchte das dileg- Teilprojekt unter Bezug auf das Konzept "Computational Thinking" den Schwerpunkt auf die Vermittlung von Denkweisen zu legen. Dies sollte verdeutlichen, dass "Computational Thinking" für viele Lebensbereiche wichtig sein kann.

Das Projektteam

Das Teilprojekt 2 "Neue Formen des digitalen Lernens – fächerübergreifender Unterricht mit dem iPad" intendierte zugleich, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken. Interdisziplinarität spiegelt sich daher auch in der Zusammensetzung des Projektteams wider: verschiedene Perspektiven aus der Medienpädagogik, der Grundschulpädagogik und der Informatischen Bildung bereicherten die Begleitseminare an der Hochschule und die Schulpraxis.

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Daniel Autenrieth
Software Entwickler und Trainer

Freier Mitarbeiter der Abteilung Medienpädagogik im Projekt Dileg-SL mit Schwerpunkt informatischer Bildung: Mitwirkung in der Pilot- und Durchführungsphase

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Dr. Thorsten Junge
Medienpädaoge

Akademischer Rat im Institut für Erziehungswissenschaft Abteilung Medienpädagogik: Mitwirkung in der Durchführungsphase

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Dipl. Päd. Anja Marquadt
Grundschulpädagogin

Akademische Mitarbeiterin im Institut für Kunst, Musik und Sport: Mitwirkung in der Pilot- und Durchführungsphase

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Dr. Horst Nieyto
Medienpädagoge

Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik: Mitwirkung in der Pilotphase (seit Oktober 2017 im Ruhestand)

Projektparter: Rosensteinschule

Die Rosensteinschule liegt in einem multikulturell geprägten Bezirk der Stuttgarter Innenstadt (Nordbahnhofviertel) und ist eine Grund- und Werkrealschule (teilgebundene Ganztagsschule): "Kinder aus mehr als 20 Nationen besuchen unsere Schule. In vielen Familien sind beide Eltern berufstätig. Vor diesem Hintergrund erwachsen der Schule vielfältige Aufgaben über die Vermittlung des Kerncurriculums hinaus" (Homepage Rosensteinschule). Die Grundschule besuchen ca. 200 Schülerinnen und Schüler verteilt auf 2- bis 3-zügige Klassenstufen; hinzu kommen aktuell (2017) sieben sog. Vorbereitungsklassen. Der Anteil der Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund liegt bei über 90 Prozent; laut dem Sozialdatenatlas der Stadt Stuttgart gibt es im Einzugsgebiet der Rosensteinschule einen überproportional hohen Anteil von sogenannten bildungsfernen und einkommensschwachen Eltern.

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Projektablauf

Im Folgenden werden der Ablauf des Begleitseminars aus der Durchführungsphase dargestellt. Von besonderer Bedeutung für das Begleitseminar war es, dass die Studierende viel Zeit eingeräumt wurde, um die Software selbst zu erkunden und pädagogische Konzepte und eigene Unterrichtsmaterialien zu entwickeln. Verwendete Materialien, Beschreibungen und weiterführende Informationen sowie Arbeitsergebnisse und Unterrichtsversuche von Studierenden werden an entsprechender Stelle verlinkt und können heruntergeladen werden.

In einem weiteren Teil der Dokumentation sind ausgewählte Arbeitsergebnisse und Produktionen von Schülerinnen und Schülern zugänglich, die im Rahmen der Unterrichtsversuche in der Pilot- und Durchführungsphase des Projekts entstanden sind.

Seminarankündigung

Inzwischen kommen auch an Grundschulen digitale Medien im Unterricht verstärkt zum Einsatz. Doch die Art und Weise, wie diese genutzt werden, variiert stark. Dieses Seminar stellt sich die Frage, wie iPads im Unterricht der Grundschule pädagogisch sinnvoll eingesetzt werden können. Die Teilnehmer*innen des Seminars beschäftigen sich in Theorie und Praxis mit neuen Lehr- und Lernmöglichkeiten, die durch den Einsatz von iPads entstehen. Auch gibt es im Rahmen des Seminars die Möglichkeit, gemeinsam erstellte digitale Unterrichtsmaterialien mit Lehrkräften einer Partnerschule in „echtem“ Grundschulunterricht zu erproben (Rosensteinschule in Stuttgart).

Das iPad als Lehr- und Lernwerkzeug

Ein zentraler Bestandteil der Arbeit im Seminar und in der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern ist der Umgang mit den im Projekt verwendeten Apps. Zur Einarbeitung erhielten Studierende im Begleitseminar Aufgaben zum eigenständigen Erkunden der verschiedenen Apps in der Präsenzveranstaltung sowie Aufgaben zum Selbststudium zwischen zwei Veranstaltungsterminen.

Download der Arbeitsaufträge und Hinweise

Verwendete Apps

Clips

Mit Clips können Schülerinnen und  Schüler Videos in Echtzeit erstellen ohne Timeline, Spuren oder komplizierte Bearbeitungswerkzeuge.

iMovie

Mit einer übersichtlichen, einfachen Benutzeroberfläche und intuitiven Multi-Touch-Gesten bietet iMovie alles, was Schülerinnen und Schüler benötigen, um Geschichten besonders eindrucksvoll zu erzählen.

Book Creator

Mit Book Creator können Schülerinnen und Schüler eigenen iBooks auf dem iPad erstellen. Die App ist ideal zum Erstellen von Bilderbüchern für Kinder, Fotobüchern, Kochbüchern, Handbüchern, Lehrbüchern usw. 

Explain Everything

Explain Everything ist ein Design, Screencasting und interaktives Whiteboard-Tool. Es bietet Lehrkräften und Schüler/innen die Möglichkeit, das Denken zu teilen, Wissensaufbau zu reflektieren und Produkte und Prozesse des Lernens besser zu bewerten.

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Medienproduktionen von Studierenden

Studierende haben sich mehrere Stunden ohne Anleitung und nur geleitet durch Erkundungsaufträge mit den oben genannten Apps beschäftigt.

Weitere Beispiele

Informatische Grundlagen

Medienbildung muss in unserer digital vernetzten Welt auch grundlegende Aspekte informatischer Bildung vermitteln. Dies ist Bestandteil einer Grundbildung Medien für alle pädagogischen Fachkräfte. Zu diesen grundlegenden Aspekten gehören allerdings nach unserer Auffassung nicht primär Programmierkurse oder das Coden sondern auch Grundkonzepten der Informatik wie Problemzerlegung, Mustererkennung und Abstraktion. In dem Dileg-Teilprojekt 2 lag daher ein besonderer Fokus auf dem Konzept "Computational Thinking", welches zwar auch das Erstellen von Algorithmen beinhaltet aber weit darüber hinausgeht.

Präsentation: Was ist Computational Thinking?

Begriff

Computational Thinking

Der Begriff „Computational Thinking“ wurde entscheidend von Jeannette Wing geprägt. Sie beschreibt Computational Thinking als „mental activity in formulating a problem to admit a computational solution. The solution can be carried out by a human or machine, or more generally, by combinations of humans and machines.” (Wing 2010) Computational Thinking meint daher nicht das Denken wie ein Computer, sondern bedient sich an Grundkonzepten der Informatik wie Problemzerlegung, Mustererkennung, Abstraktion und die Erstellung von Algorithmen.

Besonders zu betonen ist, dass die Vermittlung von Computational Thinking nicht gleichzusetzen ist mit dem Lernen von Programmierung oder Coden. 

Computational Thinking lässt sich sowohl in verschiedenen Fächern als auch in der Zusammenarbeit verschiedener Fächer schulen und anwenden. Herangehensweisen dafür sind unter anderem das kollaborative Arbeiten, das Finden und Beheben von Fehlern, das Gestalten (Medienproduktionen, Bau von und mit technischen Geräten wie Microcontrollern, etc.), das Experimentieren und Spielen.

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Erste selbstständige Erkundungen im Bereich Informatik

Studierende hatten an verschiedenen Stationen die Möglichkeit mit Hilfe von Erkundungsaufgaben und unter anderem mit der Calliope Mini Platine (vielfältig einsetzbarer und programmierbarer Microcontroller) erste Erfahrungen im Bereich der Programmierung zu sammeln und damit gleichzeitig in die Lage versetzt zu werden eine flächendeckende Austattung von Schulen mit der Platine kritisch zu hinterfragen. Die Platine Calliope mini in Verbindung mit einer visuellen Programmiersprache (z. B. NEPO) sind Werkzeuge, mit denen sich Coding auch in den Grundschulunterricht integrieren lässt.

Erkundungsaufgaben
Weitere Informationen zu Calliope Mini, Lehrerhandreichungen und Unterrichtsmaterial

Präsentation: Was ist Computational Thinking?
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Weitere Beispiele

Nicht nur Caliope Mini lässt sich in den Schulunterricht integrieren. Auch das kostenlose App Swift Playgrounds oder die Makey Makey Platine eignen sich hervorragend zur Vermittlung von Konzepten der Informatik und für projektbasierten und/oder fächerübergreifenden Unterricht mit Bezügen zur informatischen Bildung. In den Erkundungsaufgaben finden sich auch zwei Aufgaben zur Arbeit mit Makey Makey. Makey Makey ist ein Erfinder Tool mit dem alltägliche Gegenstände mit Computerprogrammen verbunden werden können. Eine Liste mit fertigen Programmen die auch für die Erkundungsaufgaben verwendet wurden finden Sie hier.

Ganz ohne Software und Bauteile können s.g. unplugged Aufgaben wichtige Konzepte der Informatik vermitteln. Studierende haben anahnd verschieder englischsprachiger Materialien (u.a. vom Barefoot Projekt) eigene Unterrichtsideen innerhalb des Seminars erstellt und mit Hilfe der neu erlernten Fähigkeit im Umgang mit Tablets und den verwendet Apps präsentiert.

Unterrichtsbeispiel

Medienpädagogische Grundlagen

Die Begleitseminare sollten den Studierenden vor allem einen Mehrwert dahingehend bieten, Sicherheit im aktiv-produktiven Umgang mit digitalen Medien (technische und gestalterische Kompetenzen) und im pädagogisch-didaktisch sinnvollen Einsatz von digitalen Medien zu bekommen. Ein weiterer Schwerpunkt der Begleitseminare war daher eine Einführung in medienpädagogische Grundlagen.

Präsentation

Kinder sind heute vom ersten Lebenstag an von Medien umgeben. Ausgehend von dieser Beobachtung soll u.a. die Frage beantwortet werden, was Medienpädagogik Lehrereinnen und Lehrern bringt und wie sie das methodisch-didaktische Spektrum werteitern und neue Zugänge zu kindlichen Lebenswelten eröffnen kann.

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Literatur

Kinder sind heute vom ersten Lebenstag an von Medien umgeben. Ausgehend von dieser Beobachtung soll u.a. die Frage beantwortet werden, was Medienpädagogik Lehrereinnen und Lehrern bringt und wie sie das methodisch-didaktische Spektrum werteitern und neue Zugänge zu kindlichen Lebenswelten eröffnen kann.

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Unterrichtsversuche

Teil des Begleitseminars war ebenfalls die Konzeption von Unterrichtsversuchen mit digitalen Medien und unter Einbezug von Grundlagen der informatischen Bildung. Die dabei enstandenen Konzepte wurden an der Rosensteinschule Stuttgart in einer vierten Klasse erprobt. Im folgenden können Sie einige exemplarische Konzeptionen aus der Durchführungsphase des Projekts inkl. der verwendeten Materialien herunterladen.

Beispiele Herunterladen

Einblick in Schülerproduktionen

Sowohl in der Pilotphase als auch in der Durchführungsphase haben Schülerinnen und Schüler der Rosensteinschule Stuttgart alleine oder unter Anleitung an eigenen Medienproduktionen gearbeitet.

In der Pilotphase entstanden an mehreren Tagen verschiedene Medienproduktionen rund um den Kinderroman "Ben liebt Anna" (1. Tag: Erstellen mehrerer Trailer in Kleingruppen zu einer von den Kindern ausgewählten Szene aus dem Buch; 2. Tag: Erstellen eines Comics in Kleingruppen zum Kapitel „Ben macht sich schön“; 3. Tag: Durchführen einer von Studierenden erstellten QR-Rallye zu Inhalten aus dem Buch)

In der Durchführungsphase konnten sich die Schülerinnen und Schüler mit vier voneinander losgelösten Themen und Projekten beschäftigen (1. Videos drehen zu einer Rahmengeschichte; 2. Erstellen eines „Kleine Spiele“-Buches mit BookCreator; 3. „Erwürfelte“ Märchen szenisch darstellen und filmen; 4. Meine Grundschulklasse (ein Erinnerungsbuch digital gestalten)).