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PRESSEMITTEILUNG REUTLINGER TAG 2013

 

Der Reutlinger Tag 2013 hat neue Herausforderungen für Schule vor dem Hintergrund aktueller bildungspolitischer Reformen im Land aufgegriffen und diskutiert: Ganztagsschule, Gemeinschaftsschule und Inklusion sind Stichworte für die Beschreibung zentraler bildungspolitischer Herausforderungen in Baden-Württemberg. An der Veranstaltung auf dem Hochschulgelände haben am Freitag vergangener Woche 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, in der Mehrzahl Lehrerinnen und Lehrer von Grund- und Hauptschulen, Werkrealschulen, Realschulen und Sonderschulen aus Reutlingen und der Region sich mit Herausforderungen für Schulentwicklung und Lehrerarbeit befasst, die mit Stichworten wie Ganztagsschule, Gemeinschaftsschule und Inklusion nur angedeutet sind: Es geht darum, wie Unterricht mit Schülern mit völlig unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gelingen kann, wie Schule auf besondere Bedarfe von Schülerinnen und Schülern ein angemessenes Angebot bieten kann.

Der „Reutlinger Tag“ wird bisher  alle zwei Jahre vom Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Realschulen), dem Fachseminar für Sonderpädagogik Reutlingen, dem Staatlichen Schulamt Tübingen, dem Förderkreis Reutlinger Lehrerbildung und der Fakultät für Sonderpädagogik der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg veranstaltet. Ob und wie diese seit Jahrzehnten in Reutlingen und in der Region verankerte Veranstaltung für Lehrerinnen und Lehrer und für alle an Schule Interessierte, die ein wichtiges Forum für Anregungen und Innovationen in der Schule in der Region darstellt, weitergeführt werden kann, ist noch offen, da mit dem Umzug der Fakultät für Sonderpädagogik der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, die bisher eine Außenstelle am Standort Reutlingen ist und mit Beschluss der Landesregierung bis zum Beginn des Wintersemesters 2015/16 nach Ludwigsburg umziehen wird, die Fakultät für Sonderpädagogik sich nicht mehr in der bisher gewohnten Weise an der Organisation des „Reutlinger Tages“ beteiligen können wird. Für die Organisation und für die Verantwortung der Durchführung des „Reutlinger Tags“ war bisher die Fakultät für Sonderpädagogik verantwortlich.

Die Stadt Reutlingen unternimmt bereits sehr viel in Bezug auf die Förderung und den Ausbau von Ganztagsschulen, Schulsozialarbeit und Inklusion, so der Leiter des Amtes für Schule, Jugend und Sport der Stadt Reutlingen, Herr Uwe Weber, in seinem Grußwort. Er bedauert den Wegzug der Fakultät für Sonderpädagogik nach Ludwigsburg und hofft dennoch, dass die Fakultät auch nach dem Umzug ihre bisher aufgebauten Arbeitskontakte und Kooperationen in der Stadt weiterführen kann.

In den Hauptvorträgen hat Prof. Dr. Ulrich Herrmann, Tübingen, zum Thema „Schulentwicklung in Baden-Württemberg – ‚Und wer soll’s wie richten?!‘“ nachdrücklich dafür plädiert, Schulreformen und Erwartungen an Schulentwicklung nicht mit überzogenen und nicht einlösbaren Erwartungen zu überlasten, da dies kontraproduktiv für den schulischen Reformprozess sei. Es komme vielmehr darauf an, Erwartungen an Schulreform und Möglichkeiten der Schulen in einen Ausgleich zu bringen. Es brauche realistische Vorstellungen von Schulentwicklung. Vor allem komme es darauf an, Schülerinnen und Schülern mehr Möglichkeiten zu geben für ihre eigene Lernarbeit im Unterricht, das entlaste auch Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Arbeit. Besonders komme es darauf an, dass sich Schulen um die Anschlüsse ihrer Schülerinnen und Schüler nach Verlassen der Schule kümmere.

Prof. Dr. Bernd Ahrbeck, Humboldt-Universität Berlin hat in seinem Vortrag zum Thema „Inklusion! Inklusion? Spannungsfelder und Widersprüche im Inklusionsdiskurs“ dafür plädiert, das Bemühen um Inklusion nicht dadurch zu konterkarieren, dass, wie von Vertretern eines radikalen Verständnisses von Inklusion gefordert, die Benennung von spezifischen Formen der Behinderung und Beeinträchtigung in Bezug auf schulisches Lernen nicht mehr gewünscht sei und eine explizite Benennung eines sonderpädagogische Förderbedarfs nicht mehr möglich sei. Wenn es keine Begriffe und keine fachliche Kenntnisse mehr gibt, wie Schule Kindern und Jugendlichen angemessen und fachlich qualifiziert ein Förderangebot, das auf ihre spezifischen Bedürfnisse abgestimmt ist, könne der Anspruch von Inklusion auch nicht eingelöst werden.

Die Workshops am Nachmittag waren sehr gut nachgefragt. Schwerpunkte der Themen in den Workshops waren Umgang mit Heterogenität in den Schulen und Inklusion in der Schule.

 

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