DE  |  EN

Driftet Deutschland auseinander?

Von: Stefan Jeuk

28-04-2016

Die erste Veranstaltung des "Forum Migration" fand am 12. Mai 2016 um 18 Uhr im Literaturcafe statt. Es waren etwas über 40 Personen gekommen, darunter Studierende, Dozentinnen und Dozenten, Lehrkräfte und engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Einleitend begrüßte Stefan Jeuk die  Teilnehmerinnen und Teilnehmer und stellte kurz das Forum Migration sowie die Referenten vor.
Danach trug Helmut Däuble sein Statement zum Thema vor. Er entwickelte die These, dass in Deutschland gegenwärtig eine antiliberale Gegenbewegung auszumachen sei, welche weit über die Wähler der AfD hinausgehe. Sie würde versuchen, die Liberalisierungserfolge der bundesrepublikanischen Gesellschaft, die mit der 68er-Bewegung eine Beschleunigung erfuhr, zurückzudrängen.
Nach einer Ursachenanalyse betonte er den gegenaufklärerischen Rollback-Charakter dieser politischen Bewegungen. Die Flüchtlings-Debatte wurde nicht zu den Ursachen gezählt, sondern nur zu den Anlässen. Däubles Statement schloss mit dem Hinweis auf die Wichtigkeit politischen Engagements und der Notwendigkeit von antirassistischer und kritisch-emanzipativer politischer Bildung.
Karl-Heinz Aschenbrenner beschäftigte sich im Anschluss mit weiteren Blickwinkeln, in dem er auf die Notwendigkeit der Weiterentwicklung von Gesellschaften hinwies, die immer auch mit einem Auf und Ab an Zusammenhalt verbunden ist. Er betonte die wichtige Rolle der Solidarität und eines deeskalierenden, Brückenbau ermöglichenden Gebrauchs der Sprache. Aschenbrenners Beitrag endete mit Empfehlungen, u. a. zur Stärkung der politischen Bildung in Schule und Gesellschaft.
Die anschließende Diskussion wurde vom Publikum und den Referenten engagiert geführt. Wie zu erwarten zeigte sich die ganze Bandbreite des gesellschaftlichen Diskurses, von der Frage der Partizipation und Integration mehrsprachiger Bürgerinnen und Bürger, der Diskriminierungserfahrungen im Alltag und den möglichen Reaktionen darauf bis hin zu schulischen Fragestellungen und der gesellschaftspolitischen Debatte in einer heterogenen Einwanderungsgesellschaft. Es herrschte Einigkeit, dass der politische Diskurs auf allen Ebenen engagiert geführt werden muss und dass der politischen Bildung in Schule und Gesellschaft eine zentrale Rolle zukommt.

Stefan Jeuk, 12. Mai 2016


Zurück zu: Veranstaltungsreihe Forum Migration
DIE PH LUDWIGSBURG FÜR 
SUCHE
Startseite > eine weltoffene Hochschule > Forum Migration > 
Startseite   Download Zentrum  Sitemap  KontaktLogin

DruckansichtDruckansicht