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Gesten und Lernen am Beispiel Plattentektonik

In Eye-Tracking-Studien wird untersucht, inwiefern die gezielte Verwendung redebegleitender Gesten Wissenskonstruktion von Lernenden in Bezug auf Vorgänge an Plattengrenzen unterstützten kann.

Projektbearbeitung:

Dr. Dominik Conrad (PH Ludwigsburg)

 Basierend auf der Theorie des erfahrungsbasierten Verstehens  wurde Sprache in gesprochener und geschriebener Form in vielen Studien der Schülervorstellungsforschung im Hinblick auf konzeptuelle Metaphern untersucht.

Doch auch redebegleitende Gesten geben Einblicke in das erfahrungsbasierte Verstehen der Schülerinnen und Schüler. In der Geographiedidaktik wurde die Gestik als zusätzliches Fenster zu den Kognitionen der Lernenden bislang nur bei der Erhebung von Alltagsvorstellungen genutzt, und dies bislang erst in 2 Studien. Das Potential des Einsatzes von Gesten in Vermittlungssituationen fand bislang noch keine Beachtung. Hier setzt das Projekt „Gesten und Lernen am Beispiel Plattentektonik“ an.

In Eye-Tracking-Studien wird untersucht, inwiefern Lernende die Gestik einer Lehrperson überhaupt wahrnehmen und ob der gezielte Gestikeinsatz die Wissenskonstruktion von Lernenden in Bezug auf Vorgänge an Plattengrenzen unterstützt. Schülerinnen und Schülern der 10. Jahrgangsstufe wird zu diesem Zweck ein Film gezeigt, wobei einer Gruppe die Prozesse an Plattengrenzen mit redebegleitenden Gesten, der anderen Gruppe ohne selbige vermittelt werden. Die Datenerhebung erfolgt durch Eye-Tracking-Verfahren und qualitative Interviews, die mittels Kombination aus qualitativer Inhaltsanalyse, systematischer Metaphernanalyse und einer Analyse der Gestik in ausgewertet werden. 

 


Umgang mit Heterogenität im Geographieunterricht 

Die Heterogenität in den Schulklassen nimmt zu und Lehrkräfte sind in zunehmendem Maße vor größere Herausforderungen gestellt. Ziel des Projekts ist es, spezifische Unterstützungsangebote für  den Umgang mit Heterogenität im Geographieunterricht zu entwickeln.
Ausgehend von originär geographiedidaktischen Fragestellungen wird zunächst eine theoretisch fundierte Systematik von Differenzierungsformen konzipiert, die auf die speziellen Anforderungen des Geographieunterrichts abgestimmt ist. Auf dieser Basis werden dann prototypische Praxisbeispiele entwickelt, die sich leicht umsetzen und auf andere Unterrichtskontexte transferieren lassen. Diese sollen in unterrichtspraktischen Zeitschriften publiziert und durch Aus- und Weiterbildungsangebote zugänglich gemacht werden.
Das Projekt legt besonders großen Wert auf eine enge Theorie-Praxis-Verknüpfung und wurde deshalb als Kooperationsprojekt der Abteilung Geographie der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg mit den Seminaren für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Schwäbisch Gmünd und Ludwigsburg konzipiert. Mehr Informationen...

Projektbearbeitung:

Dr. Dominik Conrad, Dr. Jan Hiller, Prof. Dr. Stephan Schuler (PH Ludwigsburg)
Karin Arndt, Heike Eggert, Thomas Lenz, Martin Stengelin (Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Schwäbisch Gmünd)
Sabine Schmidt-Mast, Brigitte Ochsenwadel (Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Ludwigsburg)

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Earth Learning Ideas

Das Kernanliegen dieses Projektes ist es, Earth Learning Ideas für den Geographieunterricht an deutschsprachigen Schulen aufzubereiten und in die Lehrer*innenbildung zu integrieren. Bei den Earth Learning Ideas handelt es sich um innovative Unterrichtsideen zu geowissenschaftlichen Themenbereichen wie beispielsweise Vulkanismus oder Klimawandel, die von einem Team um Chris King, Peter Kennett und Elizabeth Devon an der Keele University, England, entwickelt werden. Im Kooperationsprojekt Earth Learning Ideas der Geographiedidaktiken der Universitäten Hannover und Koblenz-Landau sowie der Abteilung Geographie der PH Ludwigsburg werden diese Ideen ins Deutsche übertragen, im Internet allen Interessierten auf einer Website frei zugänglich gemacht und ihre didaktischen Potentiale durch Seminare und Fortbildungen in Lehreraus- und Weiterbildung getragen.  

Projektverantwortliche:

  • Dr. Dominik Conrad (PH-Ludwigsburg)
  • Prof. Dr. Dirk Felzmann, Dipl. Mineralogin Isolde Bauer (beide Universität Koblenz-Landau)
  • Prof. Dr. Christiane Meyer (Leibnitz Universität Hannover) 

Weitere Informationen finden Sie hier...

 


Videovignetten zu Schülervorstellungen zu geographischen Phänomenen

Schülervorstellungen sind Ausgangspunkt des Lernens. Häufig weichen die Vorstellungen der Lernenden allerdings von denen der Fachwissenschaft ab. Ein Merkmal von Schülervorstellungen ist deren Beständigkeit.

Unterricht, der die Perspektive der Lernenden explizit berücksichtigt, verspricht erfolgreicher zu sein. Dazu müssen die Lehrenden die Perspektive der Lernenden verstehen. Zu diesem Zweck werden  Videovignetten erstellt, in denen Schülerinnen und Schüler Ihre Vorstellungen zu Themen wie Klimawandel, Plattentektonik oder Grundwasser erläutern.

Die Videovignetten zeigen typische aus der Forschung bekannte Präkonzepte, geäußert werden diese allerdings von Schülerinnen und Schülern, bei denen die Behandlung der Themen bereits im Unterricht erfolgte. Auf diese Weise wird ersichtlich, dass viele Schülervorstellungen den Unterricht unbeschadet überstehen. 

Beispiel Zeichnung Alltagsvorstellung zu Grundwasser

Projektverantwortlicher: Dr. Dominik Conrad (PH Ludwigsburg) 

Weitere Informationen finden Sie hier

Strategien von Schülerinnen und Schülern beim Betrachten von Geographieschulbuchseiten

In einer Eye-Tracking Studie werden die Strategien von Schülerinnen und Schülern bei der Betrachtung geographischer Schulbuchseiten untersucht. Zudem wird erforscht, inwieweit sich die Strategien durch Verknüpfungen zwischen Text und Abbildungen (Signaling) verändern.

 

Projektbearbeitung:

Dr. Dominik Conrad (PH Ludwigsburg)
Prof. Dr. Gabriele Obermaier
(Universität Bayreuth)

 

Das Schulbuch zählt zu den am häufigsten eingesetzten Medien im Geographieunterricht. Als Verbundmedium beinhaltet es unterschiedliche Medien zu einem Themengebiet, neben Texten sind dies u.a. Abbildungen, Photographien, Karten, Tabellen. Das heißt, die Informationen werden sowohl verbal als auch bildhaft angeboten.

Es stellt sich nun die Frage, ob die Schülerinnen und Schüler die sich daraus ergebenden Potentiale nutzen. In einer Eye-Tracking Studie mit Schülerinnen und Schülern der 5. und 10. Jahrgangstufe (n=75) werden die Strategien bei der Betrachtung geographischer Schulbuchseiten erfasst und zudem untersucht, inwieweit sich die Strategien durch Verknüpfungen zwischen Text und Abbildungen verändern.

Das Ergebnis zeigt, dass bei den Schülerinnen und Schülern der 10. Jahrgangsstufe die Strategie „erst Text lesen, dann Bilder betrachten“ sehr ausgeprägt ist (vgl. Beispiel 1).

Bei den Schülerinnen und Schülern der 5. Jahrgangsstufe ist das Vorgehen vielfältiger und auch noch nicht so eingespielt. Bei den veränderten Seiten (eingefügte Hinweise im Text auf Abbildungen, bzw. bestimmte Stellen in den Abbildungen) hat sich auch die Strategie der Schülerinnen und Schüler verändert. 84 % springen nun zwischen Text und Abbildungen, zum Teil auch mehrmals, hin und her (vgl. Beispiel 2).

Dadurch nehmen sie in großer zeitlicher Nähe die Informationen im Text und in den Abbildungen wahr. Durch den Abgleich der Inhalte kann es zu einer tieferen kognitiven Verarbeitung kommen.

Beispiel 1 Beispiel 2

Bei den Schulbuchseiten in den Videos handelt es sich um von uns für den Forschungszweck abgeänderte Seiten mit Bestandteilen aus folgenden Lehrwerken:


Studierendenvorstellungen zur Koevolution des Planeten Erde und der Entwicklung des Lebens auf der Erde

Ziel der Studie ist es, ein erstes Verständnis hinsichtlich der Alltagsvorstellungen Studierender zur Koevolution des Systems Erde und der Entwicklung des Lebens auf der Erde zu erlangen.

Traditionell werden in der Schule die Theorie der Plattentektonik und die Evolutionstheorie voneinander getrennt unterrichtet. Während Plattentektonik in Deutschland in der Regel in Geographie und in den USA in Geologie behandelt wird, ist die Evolutionstheorie Gegenstand des Biologieunterrichtes.

Allerdings sind grundlegende geologische Kenntnisse zum Verständnis der Evolutionstheorie von großer Bedeutung. Bislang wurden in zahlreichen Studien Alltagsvorstellungen zur Evolutionstheorie sowie Alltags- vorstellungen zur Plattentektonik, jeweils separat erhoben. Ziel der vorliegenden Studie ist es, ein erstes Verständnis hinsichtlich der Alltagsvorstellungen Studierender zur Koevolution des Systems Erde und der Entwicklung des Lebens auf der Erde zu erlangen.  

Projektbearbeitung:

Dr. Dominik Conrad (PH Ludwigsburg)
Prof. Dr. Julie Libarkin (Michigan State University)
Patricia Jaimes (Michigan State University)


Modellieren mit dem Geowindow

Ziel des  Projekts ist die Entwicklung von Modellierungen geowissenschaftlicher Phänomene im Geowindow. Anleitungen zu den Modellierungen werden im Internet Lehrenden frei zugänglich zur Verfügung gestellt.

Projektverantwortliche:

Dr. Dominik Conrad (PH Ludwigsburg)
Prof. Dr. Gregor Falk (PH Freiburg)
Dipl. Geologe Mathias Faller (PH Freiburg)

Projektwebseite: http://geowindow.ph-ludwigsburg.de/projektinformationen

 Viele geowissenschaftliche Strukturen und Prozesse sind aufgrund ihrer großen zeitlichen und räumlichen Dimensionen nicht direkt erfahrbar. Mit dem an der Pädagogischen Hochschule Freiburg entwickelten Geowindow steht nun ein Medium für den Geographieunterricht zur Verfügung, mit dem viele geowissenschaftliche Phänomene sichtbar gemacht werden können. Um das Potential des Geowindows im Geographieunterricht voll zu entfalten, benötigen Lehrkräfte konkrete Modellierungsvorschläge. Hier setzt das Projekt „Modellieren mit dem Geowindow“ an. Ziel des Projekts sind die Entwicklung von Modellierungen mittels Geowindow und das Schaffen einer Internetplattform, auf der die entwickelten Modellierungen Lehrenden kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Zudem werden regelmäßig Lehrerfortbildungen durchgeführt, auf denen Modellierungen zu geographischen Phänomenen durchgeführt werden. 

 

 

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