ProKID-F zielt darauf ab, die Potenziale einer umfassenden digitalen Diagnose und Förderung früher literaler Fähigkeiten (Schwerpunkt phonologische Informationsverarbeitung) zu untersuchen und nutzbar zu machen. Mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) soll eine Anwendung entwickelt werden, die Diagnose und Förderung für Kindertagesstätten und den Übergang in die Grundschule miteinander verknüpft.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung phonologischer Fähigkeiten, wie dem phonologischen Arbeitsgedächtnis, der phonologischen Bewusstheit und der Benennungsgeschwindigkeit. Diese spielen eine zentrale Rolle für den frühkindlichen Schriftspracherwerb, sowohl bei ein- als auch mehrsprachigen Kindern.
Die innovative Sprachdiagnostik und -förderung wird als Tablet-App ko-konstruktiv in einem interdisziplinären und standortübergreifenden Verbund entwickelt. Dafür arbeiten Teams aus den Bereichen Informatik, Psychologie und Lesedidaktik (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg), Sprachverarbeitung , Sprachpädagogik und Sprachtherapie (Leibniz Universität Hannover) sowie Computerlinguistik (Leibniz-Institut für Wissensmedien Tübingen) eng zusammen.
Die App wird auf Grundlage des internationalen Forschungsstands entwickelt und empirisch auf Validität und Wirksamkeit überprüft. Die Praxistauglichkeit wird durch die Anwendung als Gruppentest mit bis zu 10 Kindern und einer vollständig automatischen Auswertung mittels automatischer Spracherkennung (ASR) sichergestellt. Dank ASR können erstmalig Aufgaben, die eine mündliche Sprachproduktion der Kinder erfordern, automatisch ausgewertet und damit die Fähigkeiten der phonologischen Informationsverarbeitung im Elementarbereich- und Primarbereich umfangreich diagnostisch erfasst und gefördert werden.
Das Projekt besitzt das Potenzial, die Sprachdiagnostik und -förderung grundlegend zu transformieren. Ein zentrales Ziel ist es, von Beginn an die Praxisnähe der entwickelten Maßnahmen sicherzustellen. Die Entwicklung der App erfolgt iterativ in enger Zusammenarbeit mit Fachleuten, Institutionen und der Bildungsadministration, um sicherzustellen, dass sie intuitiv nutzbar und praxisrelevant bleibt.
- Projektleitung: Jun.-Prof. Dr. Heiko Holz (Projektkoordination), Prof. Dr. Marco Ennemoser (Wissenschaftliche Leitung)
- Laufzeit des Projekts: 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2028
- Mittelgeber: BMFTR